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07.09.2017

03:08 Uhr

Einmischung in den USA

Russen buchten Facebook-Werbung zur Einflussnahme

Facebook meldet sich in der Russlandaffäre zu Wort: In dem sozialen Netzwerk haben dem Unternehmen zufolge Russen gezielt Anzeigen mit politischen Inhalten platziert, um sich in die US-Innenpolitik einzumischen.

News, Statusmeldungen ... und Propaganda? Facebook legt offen, was es über gezielt verbreitete Kampagnen russischer Drahtzieher in den USA weiß. AFP

Facebook

News, Statusmeldungen ... und Propaganda? Facebook legt offen, was es über gezielt verbreitete Kampagnen russischer Drahtzieher in den USA weiß.

Menlo Park/San FranciscoFacebook hat nach eigenen Angaben fast 500 gefälschte Accounts identifiziert, die wahrscheinlich von Russland aus betrieben wurden und politische Anzeigen für das soziale Netzwerk kauften. Das Unternehmen habe diese bei einer Überprüfung seiner Anzeigenverkäufe entdeckt, teilte der Leiter des Sicherheitsteams von Facebook, Alex Stamos, am Mittwoch (Ortszeit) in einer Erklärung mit.

Die Überprüfung fand im Rahmen einer weitreichenden Untersuchung zur mutmaßlichen Einmischung Russlands in die US-Wahl im vergangenen Jahr statt. Facebook geht davon aus, dass russische Drahtzieher Anzeigenplatz beim Online-Netzwerk für rund 100.000 Dollar (84.000 Euro) gekauft haben, um sich in die US-Innenpolitik einzumischen. Dabei seien rund 470 Accounts identifiziert worden, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten.

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In einem Großteil davon seien die Wahl oder die Kandidaten nicht erwähnt worden, hieß es. Sie seien aber darauf ausgerichtet gewesen, die Spaltung bei umstrittenen Themen wie Rassen-Spannungen, Einwanderung oder Waffenbesitz zu vertiefen. Rund ein Viertel der Anzeigen war gezielt in bestimmten Regionen platziert worden.

Mit potenziellem politischen Bezug seien 2200 Anzeigen für rund 50.000 Dollar gekauft worden. Facebook habe die US-Behörden über die Erkenntnisse informiert. Im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland sei bisher keine solche Aktivität festgestellt worden, betont Facebook.

Verbindungen zwischen beworbenen Beiträgen und Trollfabrik

Ellen Weintraub von der US-Wahlkommission erklärte, die Wähler verdienten Aufklärung darüber, woher die Anzeigen stammten. Es sei ungesetzlich, wenn Ausländer direkt oder indirekt Geld für US-Wahlen aufwenden würden. Einem Facebook-Mitarbeiter zufolge gebe es Verbindungen zwischen den Anzeigen und einer bekannten russischen "Troll-Fabrik" in St. Petersburg, die Kommentare in sozialen Medien veröffentliche.

Facebook hatte bereits im April erklärt, dass das Online-Netzwerk für politische Einflussnahme missbraucht worden sei und jetzt den Hinweis auf Drahtzieher in Russland verstärkt. US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht gerade den russischen Einfluss auf die amerikanische Präsidentenwahl im vergangenen Jahr.

Facebook wurde vorgeworfen, während des Wahlkampfs zu wenig gegen die Manipulation öffentlicher Meinung durch gefälschte Nachrichten und Propaganda getan zu haben. Gründer und Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass dies das Wahlergebnis beeinflusst habe. Zugleich verstärkte das Online-Netzwerk seitdem das Vorgehen gegen erfundene News und politische Einflussnahme durch gefälschte Accounts.

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