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10.08.2018

15:32 Uhr

Fall Skripal

Russland bezeichnet US-Sanktionen als „Wirtschaftskrieg“ – Putin berät über Gegenmaßnahmen

Die Situation zwischen Russland und den USA verliert nicht an Spannung. Im Gegenteil: Auf weitere Sanktionen seitens der USA kündigt Russland Gegenmaßnahmen an.

Der russische Präsident und der nationale Sicherheitsrat finden die angekündigten Drohungen „absolut widerrechtlich“. AP

Wladimir Putin

Der russische Präsident und der nationale Sicherheitsrat finden die angekündigten Drohungen „absolut widerrechtlich“.

PetropawlowskDer russische Präsident Wladimir Putin hat am Freitag mit seinem nationalen Sicherheitsrat über die neuen US-Sanktionen beraten. Der Staatschef und die Mitglieder des Gremiums erklärten, dass die im Fall Skripal angekündigten Strafmaßnahmen nach dem Völkerrecht „absolut widerrechtlich“ sind, wie Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Tass zufolge sagte.

Sollten sich die angekündigten Sanktionen der USA etwa gegen Banken oder die Verwendung bestimmter Devisen richten, käme das einer solchen Erklärung gleich, so Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew am Freitag bei einem Besuch auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka.

„Auf einen solchen Wirtschaftskrieg müssen wir mit ökonomischen, politischen und falls nötig auch anderen Methoden reagieren“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. „Das müssen unsere amerikanischen Freunde verstehen.“

Die USA hatten am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Hintergrund ist der Fall des in Großbritannien vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal. Washington macht Moskau dafür verantwortlich. Russland bestreitet, in den Fall verwickelt zu sein. Die Strafmaßnahmen sollen in etwa zwei Wochen in Kraft treten. Bereits zuvor hatten die USA Sanktionen gegen Russland in dem Fall verhängt. Unter anderem hatten die USA und mehrere westliche Staaten russische Diplomaten ausgewiesen.

Andere Strafmaßnahmen gelten wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 sowie wegen der Unterstützung für prorussische Separatisten in der Ostukraine. Außerdem gibt es Sanktionen wegen der Vorwürfe einer Einmischung Moskaus in die US-Präsidentenwahl 2016. Medwedew räumte ein, dass sich die westlichen Strafmaßnahmen negativ auf die russische Wirtschaft auswirkten.

Von

dpa

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