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05.05.2022

14:29

Gaslieferungen

Litauen nimmt neue Gasfernleitung nach Polen in Betrieb

Das Baltikum wird unabhängiger von russischem Gas. Die Pipeline nach Polen schafft eine stärkere Anbindung an die westliche Energieversorgung.

Der litauische Staatschef hat die 500 Millionen Euro teure Pipeline mit seinen polnischen und lettischen Kollegen und der EU-Energiekommissarin in Betrieb genommen. dpa

Litauens Präsident Gitanas Nausėda

Der litauische Staatschef hat die 500 Millionen Euro teure Pipeline mit seinen polnischen und lettischen Kollegen und der EU-Energiekommissarin in Betrieb genommen.

Vilnius Litauen hat am Donnerstag offiziell eine neue Gasverbindungsleitung nach Polen in Betrieb genommen. Mit der 508 Kilometer langen Pipeline wird das Gasnetz des baltischen EU-Landes und seiner Nachbarn an das westeuropäische Netz angeschlossen.

Die rund 500 Millionen Euro teure Ferngasleitung gilt als eines der wichtigsten strategischen Energieprojekte, mit denen der östliche Ostseeraum mit Kontinentaleuropa verbunden wird. Damit soll die Versorgungsicherheit erhöht und die einst hohe Abhängigkeit der Region von russischen Energielieferungen weiter reduzieren werden. 

„Dies ist ein besonderer Tag für Litauen und Polen sowie für unsere Nachbarn im Ostseeraum - Lettland, Estland und Finnland. Heute festigen wir unsere Energieunabhängigkeit und stärken unsere Widerstandsfähigkeit gegen politischen Druck und Energieerpressung aus dem Osten“, sagte der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda bei einer Zeremonie in einer Gaskompressorstation nahe Vilnius. Dabei drückte er mit seinen Kollegen aus Polen und Lettland, Andrzej Duda und Egils Levits, und EU-Energiekommissarin Kadri Simson symbolisch einen Startknopf.

Simson sprach von einer „großen Errungenschaft“ und lobte Litauen und Polen für ihre „außergewöhnliche Weitsicht“ beim Bau der Pipeline, mit dem im Januar 2020 begonnen wurde. „Die Fertigstellung der Verbindung hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Der russische Krieg in der Ukraine hat uns alle dazu gebracht, unsere Stärken und Schwächen im Energiebereich zu überdenken“, sagte die estnische EU-Kommissarin. 

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    Auch Duda verwies darauf, dass die Inbetriebnahme zu einem Zeitpunkt erfolge, zu dem „Russland einen weiteren Versuch unternommen hat, uns hinsichtlich Gas zu erpressen“. Mit der Leitung stelle Polen sicher, dass es auch Gas von anderen Lieferanten beziehen kann. Russland hatte in der Vorwoche seine Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien gestoppt, nachdem die beiden EU-Länder das von Moskau geforderte Zahlungssystem abgelehnt hatten.

    Von

    dpa

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