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12.09.2019

06:48

Gesundheitspolitik

US-Regierung will aromatisierte E-Zigaretten verbieten

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will aromatisierte E-Zigaretten verbieten. Trump bezeichnete das Rauchen von E-Zigaretten als „großes Problem“.

Giftstoffe und Erkrankungen

US-Regierung will E-Zigaretten stärker regulieren

Giftstoffe und Erkrankungen: US-Regierung will E-Zigaretten stärker regulieren

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Washington Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch im Weißen Haus in Washington „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als „großes Problem“. Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht – der mittlerweile sechste.

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister Alex Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids – also Flüssigkeiten, die verdampft werden.

Trump wies mehrfach auf die Risiken des Rauchens von E-Zigaretten hin: Menschen würden sterben, sagte er. „Wir können nicht zulassen, dass Menschen krank werden.“ Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige. First Lady Melania Trump hatte bereits vor einigen Tagen ihre Sorge über den Konsum von E-Zigaretten von Kindern geäußert und auf Twitter von einer „wachsenden Epidemie“ gesprochen.

Minister Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Mint, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten. Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten „brauchen könnten, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören“, sagte Azar. Sollte sich aber herausstellen, dass Minderjährige auf Produkte mit Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Maßnahmen denkbar.

Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer von E-Zigaretten vor deren Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden gewarnt. Neben den sechs bekannten Toten wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet.

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

Mehr: Altria und Philip Morris wollen gemeinsamen einen Giganten auf dem Tabakmarkt formen. Doch das Geschäftsmodell der Konzerne gehört der Vergangenheit an.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr JJ Birnbaum

12.09.2019, 11:30 Uhr

Kleine Korrektur: Es ist in der EU nicht nur zu keinem "Anstieg solcher Fälle" gekommen, sondern zu keinem einzigen Fall, da diese Art von Liquids hier verboten sind (sowohl das Rauschmittel THC, als auch die Vitaminzusatzstoffe). In der EU gibt es zum Glück sehr strenge Regularien für die Inhaltsstoffe.

Zur Idee von Trump:
Es ist absurd nur noch Liquids mit Tabakgeschmack für den Umstieg zu erlauben. Es ist doch gerade ein großer Vorteil für die langfristige Prognose der Abstinez, wenn Nutzer von dem Tabakgeschmack wegkommen. Das ist ja als wenn trockene Alkoholiker nur noch Cola mit Whiskeygeschmack trinken dürften, um vom Alkohol wegkommen zu können.
Darüber hinaus richten sich Liquids ohne Tabakgeschmack nicht speziell an junge Menschen. Die meisten erwachsenen Konsumenten steigen nach kürzester Zeit auf fruchtige oder andere süße Liquids um, was jeder Fachhändler bestätigen wird.
Dazu kommt noch die mangelnde Praktikabilität. Die meisten Liquids wo Tabak drauf steht schmecken nach allem möglichen, aber nicht nach Tabak. Von Nuss, Vanille, Röstaromen bis zu verbranntem Gummi und Maggi ist da alles dabei. Wie möchte man definieren ab wann ein Liquid als Tabakliquid durchgeht?

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