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11.09.2017

13:30 Uhr

Griechenland

Tsipras vergrault willige Investoren

VonGerd Höhler

Noch am Sonntag warb der griechische Premier Tsipras um ausländische Investitionen. Einen Tag später legt der Minenkonzern Eldorado Gold alle seine Projekte in Hellas auf Eis. Und das könnte erst der Anfang gewesen sein.

Für Investoren, die ein Engagement in Griechenland erwägen, ist der Schritt ein abschreckendes Alarmsignal. AP

Kein Eldorado für Tsipras

Für Investoren, die ein Engagement in Griechenland erwägen, ist der Schritt ein abschreckendes Alarmsignal.

AthenWer in Griechenland investiere, werde das „nicht bereuen“, versprach Alexis Tsipras vergangene Woche französischen Unternehmern, die im Tross von Staatspräsident Emmanuel Macron nach Athen gekommen waren. George Burns, dem Vorstandschef des kanadischen Bergbaukonzerns Eldorado Gold, müssen diese Worte des griechischen Premiers wie Hohn vorkommen.

Zwei Milliarden Euro haben die Kanadier 2012 in die Übernahme der Minengesellschaft Kassandra in Nordgriechenland gesteckt, eine weitere Milliarde investierte Eldorado bereits, um neue Stollen ins Gestein zu treiben und Aufbereitungsanlagen zu bauen. Noch einmal den gleichen Betrag wollte das Unternehmen in die Minen bei den Ortschaften Olympias und Skouries investieren. So sollte Griechenland zum größten Goldproduzenten Europas aufrücken. Aber seit zweieinhalb Jahren liegt Eldorado im Clinch mit der Regierung Tsipras.

Immer wieder verweigerten oder verzögerten die zuständigen Minister Bau- und Betriebsgenehmigungen. Jetzt zieht CEO Burns den Stecker: Der Konzern legt das Milliardenprojekt auf Eis. „Wegen der ständigen Verzögerungen der Genehmigungsverfahren seitens der griechischen Regierung ist Eldorado nicht in der Lage, die Investitionen in Griechenland fortzusetzen“, erklärte Burns am Montag in Athen. „Wir haben gegenüber unseren Aktionären eine Verantwortung, unser Kapital nicht nur in renditestarke Projekte zu investieren, sondern auch in Ländern, deren Regierungen unsere Investitionen unterstützen und mit uns zusammenarbeiten“, sagte Burns zur Begründung.

Betroffen von dem Stopp sind drei Goldminen auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki und zwei Minenprojekte in der Provinz Thrazien. In den Bergen der Chalkidiki werden mindestens 230 Tonnen reines Gold, 1.500 Tonnen Silber und weitere Edelmetalle vermutet.

Hier gruben schon die alten Griechen nach Gold. Jetzt könnte der Goldabbau helfen, das Krisenland auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen. Aber das Projekt war von Anfang an umstritten. Die örtliche Bevölkerung ist gespalten. Hellas Gold, die griechische Tochtergesellschaft von Eldorado, ist der wichtigste Arbeitgeber der Region. Die 2.400 Beschäftigten und ihre Familien kämpfen deshalb für die Minen. Weitere 1.000 Menschen hätten in der Goldproduktion Arbeit finden können. Kritiker des Projekts fürchten hingegen Schäden für die Umwelt und den Tourismus. Organisiert werden die Proteste vor allem von der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte und dem radikalen Linksbündnis Syriza.

Schon als Oppositionsführer bekämpfte Syriza-Chef Tsipras das Vorhaben. Mit seiner Regierungsübernahme Anfang 2015 verschärfte sich der Konflikt. Im Herbst 2015 widerrief die Regierung alle bis dahin erteilten Bau- und Betriebsgenehmigungen. Hellas Gold rief daraufhin die Gerichte an. In nicht weniger als 18 Urteilen bestätigte inzwischen der Staatsrat, Griechenlands oberstes Verwaltungsgericht, dass der Investor alle Vorschriften erfüllt hat, einschließlich der Umweltauflagen. Eigentlich wollte Eldorado Gold die Anlagen beim nordgriechischen Olympias am 15. September feierlich einweihen.

Das griechische Spar- und Reformprogramm

Tsipras' Plan

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hofft, dass sein Land mit Hilfe eines neuen Spar- und Reformprogramms ab dem Sommer 2018 wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Die Kernelemente.

1. Renten

Das Programm ist – wie die drei vorherigen seit 2010 – eine Mischung aus Sparvorgaben und Privatisierungen. In erster Linie soll der Staatshaushalt von der Unterstützung der defizitären Renten- und Krankenkasse so weit wie möglich befreit werden. Ab dem 1. Januar 2019 sollen demnach die Renten um bis zu 18 Prozent sinken. Mit der neuen Kürzung soll der Staat jährlich rund 2,7 Milliarden Euro sparen. Die Griechen haben nach jüngsten Angaben von Außenminister Nikos Kotzias seit 2010 im Durchschnitt 27 Prozent ihres Einkommens verloren.

2. Steuerfreibetrag

Die zweite harte Sparmaßnahme: Ab dem 1. Januar 2020 soll der bislang geltende jährliche Steuerfreibetrag von 8.636 Euro auf 5.700 gesenkt werden. Athen und die Experten der Gläubiger, die in Griechenland praktisch das Sagen haben, rechnen damit, dass so gut zwei Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse fließen.

3. Privatisierungen

Athen hat sich zudem verpflichtet, Privatisierungen weiter zu beschleunigen. Unter anderem soll der Hafen von Thessaloniki für Jahre verpachtet werden, bei 14 Flughäfen ist das schon geschehen.

4. Primärer Überschuss

Gesamtziel ist ein Primärer Überschuss (ohne laufenden Schuldendienst) im Staatsbudget von 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts in den kommenden fünf Jahren. Mit einem solchen Überschuss könnte Griechenland die Zinsen für seine Kredite zahlen.

Quelle: dpa
Stand: 19. Mai 2017

Prominenz und Firmenvertreter aus aller Welt waren eingeladen. Aber weil Energie- und Umweltminister Giorgos Stathakis die bereits für Januar in Aussicht gestellten Betriebsgenehmigungen weiter zurückhält, musste die Eröffnung abgesagt werden. Im August kündigte Stathakis an, die Regierung werde ein Schlichtungsverfahren einleiten. Worum es dabei gehen soll, hat der Minister bis heute nicht erklärt. In Unternehmenskreisen sieht man in der Schlichtung einen weiteren Versuch, das Projekt zu verzögern.

Jetzt reagiert Eldorado Gold. Das Unternehmen werde ab dem 22. September alle weiteren Investitionen in Griechenland aussetzen, teilte Konzernchef Burns mit. Für die Einmottung bereits fertiggestellter oder im Bau befindlicher Anlagen will das Unternehmen einmalig 30 Millionen Euro und für die laufende Wartung jährlich weitere 25 Millionen aufwenden. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse mit den Beschäftigten und die Verträge mit den Subunternehmern sollen „im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen“ aufgelöst werden, teilte das Unternehmen mit.

CEO Burns schlägt allerdings die Tür nicht ganz zu: „Sofern die griechische Regierung bereit ist, im Rahmen ihrer vertraglichen Verpflichtungen mit Hellas Gold zusammenzuarbeiten, die Genehmigungen rechtzeitig zu erteilen und die Investition zu unterstützen, ist Eldorado in der Lage, ihre Investitionspläne neu zu überdenken“, sagte der Konzernchef.

Kommentare (14)

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Herr Günther Heck

11.09.2017, 13:35 Uhr

Die deutschen Zahler stehen doch quer bei Fuß.

Herr Carlos Santos

11.09.2017, 13:59 Uhr

Ungarn will über 400 Millionen Euro von der EU, um seine Grenze zu Serbien zu sichern. Eine Provokation, sagen EU-Politiker. Jedoch investiert die Gemeinschaft schon jetzt viele Millionen in Grenzsicherung.

….......................................

DIE EUROPÄISCHE UNION HAT ZWEI GESICHTER !!!

WAS FÜR DEN ANDEREN ZU ERBRINGEN GILT, DAS GLEICHE ERBRINGEN FÜR DIE EUROPÄISCHE UNION NICHT ALS PFLICHT GILT !!!

UND MORAL SOLL GELTEN FÜR ENTGEGEN KOMMEN GEGENÜBER DER EUROPÄISCHE UNION INTERNATIONAL !!!
DOCH DASS DIE EUROPÄISCHE UNION AUCH SOLL ERWEISEN VIEL MORAL DAS GILT BEI DER EUROPÄISCHE UNION IN BRÜSSEL IN KEINEM SAAL !!!

===>>> ZÄUNE SOLLTEN FRÜHER IM WILDEN WESTEN AMERIKAS RINDVIECHER VOM AB GRASEN DES NACHBARGRUNDSTÜCKES ZURÜCK HALTEN !!!
--->>> IN DER HEUTIGER EUROPÄISCHER UNION IN EUROPA SOLLEN ZÄUNE DAS GLEICHE ZIEL FÜR MENSCHEN IN EUROPA ERREICHEN !!!

EIN AKT DER NICHT VORHANDENE EU-HUMANITÄT OHNE EINEN ANDEREN BEISPIEL DES GLEICHEN !!!

EUROPA IST LÄNGST AN ENDE ANGEKOMMEN, ES HAT ALLES VERLOREN, DOCH DIE EUROPÄISCHE UNION VERKAUFT UNS DAS DESASTER ALS WÄREN WIR EUROPÄER DIE GEWINNER UND DANK DIESER SCHLECHTESTE EUROPÄISCHE UNION HÄTTEN WIR ANGEBLICH IN EUROPA GEWONNEN !!!

ES GIBT MÄRCHEN DIE HÄTTEN NICHT MAL GESCHRIEBEN WERDEN DÜRFEN, DIESE EU REALISIERT FÜR EUROPA DEN UNTERGANG UND LEUGNET ES AB ALS HÄTTE ES NIE EXISTIERT !!!

Herr Carlos Santos

11.09.2017, 14:00 Uhr

Herr Carlos Santos11.09.2017, 13:59 Uhr
Ungarn will über 400 Millionen Euro von der EU, um seine Grenze zu Serbien zu sichern. Eine Provokation, sagen EU-Politiker. Jedoch investiert die Gemeinschaft schon jetzt viele Millionen in Grenzsicherung.

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DIE GRENZE VON GRIECHENLAND ZUR TÜRKEI BEZAHLTE WER ???

IST UNGARN WENIGER WERT ALS GRIECHENLAND ???

DIESE EUROPÄISCHE UNION MUSS AUFGELÖST WERDEN !!!

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