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05.03.2018

00:28

Großbritannien

Theresa May „tief besorgt“ über Trumps Schutzzoll-Pläne

Von: Stephanie Ott

Großbritanniens Premierministerin Theresa May warnte in einem Telefonat mit Donald Trump vor den Konsequenzen seiner Strafzoll-Pläne.

Nur ein multilaterales Vorgehen könne das Problem der weltweiten Überkapazitäten im Interesse aller Seiten lösen, meint die britische Premierministerin. AFP

Theresa May

Nur ein multilaterales Vorgehen könne das Problem der weltweiten Überkapazitäten im Interesse aller Seiten lösen, meint die britische Premierministerin.

LondonGroßbritannien kritisiert die von US-Präsident Donald Trump geplanten Schutzzölle für Stahl- und Aluminiumimporte. Premierministerin Theresa May habe in einem Telefonat mit Trump ihre tiefe Besorgnis über das Vorhaben zum Ausdruck gebracht, teilte das Büro der Regierungschefin am Sonntag mit.

„Die Premierministerin hat unsere tiefe Besorgnis über die Ankündigung des Präsidenten zu Stahl- und Aluminiumzöllen geäußert und verdeutlicht, dass multilaterale Maßnahmen der einzige Weg sind, das Problem globaler Überkapazitäten im Interesse aller Seiten zu lösen,“ sagte ein Sprecher der 10 Downing Street.

Auch ein ranghoher britischer Kabinettsminister kritisierte Trumps Pläne. „Ich denke, dass die USA keinen vernünftigen Kurs einschlagen, indem sie mit einem Handelskrieg drohen“, sagte David Lidington dem britischen TV-Sender BBC am Sonntag. „Handelskriege bringen niemandem etwas Gutes.“

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Aktuell ist Europas Stahlbranche in einer komfortablen Lage. Doch sollte der US-Präsident Strafzölle einführen, könnte sich das schnell ändern.

Lidington fügte hinzu, Großbritannien hat aus eigener Erfahrung gelernt, dass durch Protektionismus heimischen Industrien nicht geholfen wird. „Wir haben in Großbritannien in den 60er und 70er Jahren versucht, unsere Autoindustrie vor Wettbewerb zu schützen“, sagte er.

„Doch das hat nicht funktioniert. Wir haben all unsere Exportmärkte verloren, weil unsere Konkurrenten, die wettbewerbsfähiger waren, uns diese abgeluchst haben.“ Lidington äußerte jedoch Zweifel, dass Trumps Vorschlag in die Tat umgesetzt wird.

Trump hatte am Donnerstag erklärt, er werde Schutzzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium erheben. Die US-Stahlindustrie werde seit Jahrzehnten von anderen Ländern unfair behandelt. Daraufhin hatte unter anderem die Europäische Union Gegenmaßnahmen angekündigt.

Experten warnten vor einem Handelskrieg. Trump hatte daraufhin getwittert, wenn die USA durch Handel viele Milliarden Dollar verlören, „sind Handelskriege gut und leicht zu gewinnen“. Am Samstag drohte Trump, US-Importe von europäischen Autobauern mit Abgaben zu belasten.

May und Trump sprachen während des Telefonats auch über den mittlerweile siebenjährigen Krieg in Syrien. Beide Staatsoberhäupter sind sich einig, dass es sich um eine humanitäre Katastrophe handelt.

Mit Material von Reuters

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Kommentare (1)

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aza azaziel

05.03.2018, 10:49 Uhr

Nehmen wir einmal an, ein Land moechte zur geldpolitischen Seriositaet zurueckkehren und aus der weltweiten Orgie des Geldruckens ausscheren. Liquiditaetsverknappung ginge mit steigenden Zinsen einher, hoehere Zinsen fuehrten zu einem Zufluss auslaendischer Gelder, der Wechselkurs stiege, die Exporte saenken, die Importe stiegen, die Arbeitslosigkeit naehme zu. Unter umgekehrten Vorzeichen, wenn ein Land immer mehr Geld druckt, ist dieses Phaenomen als Abwertungswettlauf bekannt.

Ein Ausscheren aus dem Gelddrucken wuerde also flankierende Massnahmen erfordern um die heimische Industrie zu schuetzen: Devisenbewirtschaftung, Schutzzoelle oder beides.

Ob Trumps Hauruckmassnahmen (25 und 10% Schutzzoelle) in diesem Dilemma begruendet sind, sei dahingestellt. Ob die Krise ueberhaupt politisch angegangen wird ist ebenso unsicher. Am wahrscheinlichsten erscheint mir der ungeordnete Kollaps. Wann kommt der?

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