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18.04.2017

04:25 Uhr

IFW-Chefin fordert Nutzung von Überschüssen

„Vier Prozent wären gerechtfertigt, acht Prozent sind es nicht“

Deutschlands Exportüberschuss wird seit Längerem angeprangert: Christine Lagarde mahnt an, Deutschland müsse diese in die Infrastruktur investieren. Die IFW-Chefin findet aber auch lobende Worte.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hat Deutschland erneut aufgefordert, seine Exportüberschüsse für Investments in die Infrastruktur zu nutzen. AFP

IWF-Chefin Christine Lagarde

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hat Deutschland erneut aufgefordert, seine Exportüberschüsse für Investments in die Infrastruktur zu nutzen.

WashingtonIWF-Chefin Christine Lagarde hat Deutschland erneut aufgefordert, seine Exportüberschüsse für Investments in die Infrastruktur zu nutzen. Es sei legitim für ein Land wie Deutschland mit alternder Bevölkerung nach einem Überschuss zu trachten, sagte Lagarde in einem Interview von Journalisten der Zeitungen „Le Figaro“, „Le Soir“ und „El Pais“, die dem Verbund führender europäischer Zeitung (LENA) angehören. „Vier Prozent wären vielleicht gerechtfertigt, acht Prozent sind es nicht“, fügte die Exekutivdirektorin des Internationalen Währungsfonds hinzu.

Der große deutsche Exportüberschuss wird seit längerer Zeit international angeprangert, unter anderem von US-Präsident Donald Trump. Zuletzt hatte sich auch der französische Präsidentschaftsbewerber Emmanuel Macron kritisch geäußert und die deutsche Exportstärke als „nicht mehr tragbar“ bezeichnet.

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IWF, WTO und Weltbank stemmen sich gemeinsam dem aufkommenden Protektionismus entgegen. Sie fordern aber auch ein stärkeres Engagement des Staates, um die negativen Folgen der Globalisierung abzumildern.

„Die gute Nachricht ist: Deutschland hat bereits begonnen zu investieren, auch durch die Finanzierung von Flüchtlingen“, sagte Lagarde. Sie hob hervor, dass Deutschland sich als eines von wenigen Ländern zu einer Entwicklungsförderungen in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bekenne. „Es ist aber ein langsamer Prozess und wir empfehlen noch immer mehr“, betonte Lagarde. Als Beispiele nannte sie den möglichen Ausbau von Breitband-Kabeln in Deutschland.

„Wenn es zu exzessiven Ungleichgewichten kommt, wenn es ausufernde Ungleichheit gibt oder Instabilität im Finanzsystem, alles drei ist schlecht für die Stabilität und für nachhaltiges Wachstum. Wir zögern nicht, das auch zu sagen“, erklärte Lagarde.

Die Französin wird an diesem Donnerstag mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zusammentreffen. Dann startet der IWF in Washington seine Frühjahrstagung, in deren Rahmen auch ein Treffen der G20-Finanzminister stattfindet.

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Von

dpa

Kommentare (7)

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Herr Holger Narrog

18.04.2017, 08:49 Uhr

Der Exportüberschuss Deutschlands ist letztlich eine Konsequenz des Radikalfeminismus und der daraus folgenden Fortpflanzungsverweigerung.

Deutschlands starke Jahrgänge sind jetzt 50 - 60 Jahre alt. Diese Menschen zu denen auch ich gehöre sparen Geld für den Ruhestand. Somit wird das Geld dem Konsum entzogen und in anderen Ländern investiert. Das führt zum Exportüberschuss und Kapitaltransfer.

Wenn die Gesellschaft Deutschlands bei einer arbeitsteiligen Familie mit 2,5 Kindern je Frau (1965) geblieben wäre, gäbe es in Deutschland mit Einwanderung (wenn diese gekommen wären) ca. 120 Mio. Menschen. Entsprechend gäbe es einen viel höheren Bedarf an Wohnungen, Strassen, Schulen, Krankenhäusern ... Es würden mehr Mittel im Lande investiert und weniger Kapital exportiert.

In Südeuropa hat man als andere Spielart recht unproduktive, kinderarme Gesellschaften etabliert die wenig exportieren und hohe staatliche Defizite anhäufen die wiederum von Deutschland ausgeglichen werden. Meines Erachtens ist das noch destruktiver.

G. Nampf

18.04.2017, 09:06 Uhr

"Der große deutsche Exportüberschuss wird seit längerer Zeit international angeprangert, unter anderem von US-Präsident Donald Trump. Zuletzt hatte sich auch der französische Präsidentschaftsbewerber Emmanuel Macron kritisch geäußert und die deutsche Exportstärke als „nicht mehr tragbar“ bezeichnet."

Was kann D dafür, daß in anderen Ländern schlechte Produkte hergestellt weren, die keiner haben will (z.B. amerikanische Autos)

Was geht es andere Länder/fremde Institutionen an, wie D mit dem eigenen erwirtschafteten Geld umgeht?

Anno Nymicus

18.04.2017, 09:23 Uhr

Ein Großteil der Exportüberschüsse wird mit Finanz"Produktion" gegenfinanziert - i.d.R. selbstbewertete Büdelungen von Schuldscheinen oder Wetten darauf - und jeder weiß, daß diese Schulden nie zurückbezahlt werden können. Die beiden größten Nutzniesser sind die USA und GB: beide haben die selben Kernkompetenzen (Überwachung, Spionage, Finanzprodukte, geheimdienstliche Operationen und Kriege vom Zaun brechen) - und beide haben riesige Handelsbilanzdefizite...
... ich Frage mich manchmal, ob es nur die schlichte Gier seitens der Bankster ist, dass sie immernoch diese Schrottprodukte kaufen (a la: "die sind so blöd - ich bin so klug - also verkauf ich denen den Scheiß & kassier meine Provision. ... und am Ende fliegt uns der ganze laden so oder so um die Ohren - da brauch ich keinen Marx oder Piketty zu lesen, ein bisserl nachdenken reicht ...") ... oder ob die Geheimdienste da noch etwas nachhelfen...
Wahrscheinlich ein Mix aus beidem.

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