Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2019

01:53

INF-Vertrag

Russischer Botschafter versichert Dialogbereitschaft im Rüstungsstreit

„Russland sucht keine Konfrontation“, erklärt der russische Botschafter in Deutschland. Man erwarte von den USA die gleiche Offenheit im Streit über den INF-Vertrag.

Sergej Netschajew, russischer Botschafter in Berlin: „Wir sind zu einem offenen und sachlichen Dialog zum INF-Vertrag mit den amerikanischen Kollegen bereit.“ dpa

Sergej Netschajew

Sergej Netschajew, russischer Botschafter in Berlin: „Wir sind zu einem offenen und sachlichen Dialog zum INF-Vertrag mit den amerikanischen Kollegen bereit.“

Berlin Im Streit über den INF-Vertrag zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen hat der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, die Dialogbereitschaft seines Landes versichert. „Ich möchte noch einmal betonen: Russland sucht keine Konfrontation“, sagte Netschajew der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir sind zu einem offenen und sachlichen Dialog zum INF-Vertrag mit den amerikanischen Kollegen bereit. Eine ähnliche Vorgehensweise erwarten wir von ihnen.“

Ein Treffen des Nato-Russland-Rats zum Thema hatte am Freitag nach zweieinhalb Stunden ergebnislos geendet, die vor allem für Europa wichtige Vereinbarung steht damit vor dem Aus. Die USA und die Nato-Partner werfen Russland vor, mit seinen neuen Marschflugkörpern vom Typ 9M729 gegen den INF-Vertrag zu verstoßen.

Washington hatte Moskau ein Ultimatum gesetzt: Wenn Russland bis zum 2. Februar nicht die Zerstörung der neuen Marschflugkörper zusagt, wollen die USA den Vertrag aufkündigen. Die russische Regierung weist die amerikanischen Forderungen und Vorwürfe zurück.

Netschajew sagte: „Als die USA ihre Vorwürfe konkretisiert haben, wurden an Washington Informationen zur fraglichen Rakete übermittelt, die nachweisen, dass diese vertragskonform ist.“ Russland sei auch „zu weiteren Schritten bereit, um zur Klärung aller Missverständnisse beizutragen“. Er kritisierte die Haltung der USA. Vieles weise darauf hin, dass diese unaufhaltsam auf die Aufkündigung des INF-Vertrages hinsteuerten - „und was noch schlimmer ist: auf den Abbau des gesamten Systems völkerrechtlicher Vereinbarungen im Bereich der strategischen Stabilität“.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der INF-Vertrag war 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossen worden. Er verpflichtet beide Seiten zur Abschaffung aller landgestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörper mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Die USA gehen davon aus, dass die 9M729 Ziele in einer Entfernung bis 2600 Kilometern erreichen kann - Moskau gibt die Reichweite mit 480 Kilometern an.

    Von

    dpa

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×