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15.05.2019

07:12

Iran-Konflikt

Säbelrasseln geht weiter: USA versetzen Truppen im Irak und Syrien in erhöhte Alarmbereitschaft

Die Lage in der Golfregion ist angespannt: Gibt es eine erhöhte Bedrohungslage durch den Iran? Die USA und ihre Verbündeten sind sich da offenbar nicht ganz einig.

In erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. dpa

US-Truppen im Irak

In erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Washington/Teheran Ungeachtet allseitiger Beteuerungen, einen Iran-Krieg vermeiden zu wollen, geht das Säbelrasseln weiter. Die US-Streitkräfte erhöhten die Alarmbereitschaft für im Irak und in Syrien stationierten Truppenteile der Anti-Terror-Operation Inherent Resolve (OIR). Das teilte das US-Regionalkommando Centcom am Dienstag mit.

Es gebe glaubhafte Bedrohungen durch vom Iran unterstützte Kräfte. „Im Ergebnis ist OIR nun auf einer hohen Alarmstufe, während wir weiterhin genau die glaubhaften und möglicherweise bevorstehenden Bedrohungen gegen US-Truppen im Irak beobachten“, heißt es in dem Statement. Die USA haben etwa 5000 Soldaten im Irak und etwa 2000 in Syrien.

Zuvor hatte der britische Vize-Kommandeur des Anti-IS-Operation Inherent Resolve, General Chris Ghika, das Bedrohungsszenario relativiert. Es gebe zwar eine Reihe bewaffneter Gruppen in den beiden Ländern, aber:„Es gibt keine erhöhten Bedrohungen von durch den Iran unterstützten Kräften im Irak und Syrien“, hatte der britische General gesagt.

Die US-Streitkräfte reagierten umgehend und erklärten, diese Einschätzung sei nicht mit den Geheimdiensterkenntnissen der USA und ihrer Verbündeten im Einklang. US-Außenminister Mike Pompeo sagte bei seiner Abreise aus Russland, es gebe derzeit keine neuen Erkenntnisse zum Bedrohungsszenario. „Ich denke in den kommenden Stunden und Tagen werden wir die Antwort haben (...).“

Die Bemerkungen des britischen Generals Ghika spiegeln die Skepsis von Beobachtern wieder: Die Situation erinnert an die Invasion des Iraks 2003, die auf falschen Angaben der Geheimdienste beruhte. Die US-Regierung oder das Militär legten keine Beweise für die Bedrohungslage vor.

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Der britische Außenminister Jeremy Hunt sagte, sein Land sorge sich wegen des Risikos eines Konflikts „mit einer Eskalation, die auf beiden Seiten unbeabsichtigt ist“. Spanien zog ein Kriegsschiff aus dem Flottenverband um den in den Persischen Golf beorderten US-Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ ab. Spanische Medien berichteten unter Berufung auf Regierungsquellen, Madrid befürchte, in einen Konflikt zwischen Teheran und Washington hineingezogen zu werden.

Zuvor hatten in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran beide Seiten beteuert, keinen Krieg zu wollen. Sowohl Washington als auch Teheran gaben sich am Dienstag aber unnachgiebig in ihren Positionen.

Sabotageakte heizen Situation an

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump richtete erneut eine Warnung an den Iran. US-Außenminister Pompeo sagte in Russland, dass sein Land keinen Krieg gegen den Iran wolle. „Wir wollen, dass sich der Iran wie ein normales Land verhält.“ Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren.

Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, machte am selben Tag klar, dass sein Land nicht an Verhandlungen mit den USA interessiert sei. „Weder wir wollen einen Krieg, noch wollen das die (USA), deshalb wird es den auch nicht geben“, sagte Chamenei im Staatsfernsehen. Der Iran habe im Konflikt mit den USA jedoch „den Weg des Widerstands“ gewählt, denn Verhandlungen mit Washington seien „wie ein Gift“.

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Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten in den vergangenen Tagen massiv zugenommen. US-Präsident Trump hält dem Iran vor, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Das US-Verteidigungsministerium hatte zuletzt unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt und dies damit begründet, dass es Hinweise darauf habe, dass der Iran Angriffe auf US-Truppen unternehmen könne.

Angeheizt wurde die Lage zusätzlich durch Sabotageakte in der Golfregion. In Saudi-Arabien wurde am Dienstag eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes von mit Sprengstoff beladenen Drohnen angegriffen - möglicherweise von jemenitischen Huthi-Rebellen. Sie werden vom Iran unterstützt. Am Wochenende waren aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden.

Bei dem Vorfall in Saudi-Arabien wurden Regierungsangaben zufolge zwei Pumpstationen der Ost-West-Pipeline im Zentrum des arabischen Königreiches angegriffen. Sieben Drohnen hätten Angriffe gegen wichtige Ziele in Saudi-Arabien ausgeführt, berichtete das jemenitische Medienunternehmen Al-Masirah mit Verweis auf Militärkreise der Huthis. Das Medienunternehmen steht unter Kontrolle der Rebellen.

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Ein Huthi-Sprecher bezeichnete die Angriffe als Vergeltungsaktion für die Angriffe Saudi-Arabiens im Jemen. Der Iran und das von den USA unterstützte Saudi-Arabien sind Erzfeinde.

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Aus Sicherheitsgründen sei der Betrieb der Pipeline in Saudi-Arabien, die vor allem für den Öltransport nach Europa und die USA wichtig ist, vorläufig eingestellt worden, teilte das staatliche Energieunternehmen Saudi Aramco mit. Es habe keine Opfer und nur leichte Sachschäden gegeben.

Der iranische Außenminister Dschawad Sarif warnte angesichts der Entwicklungen vor einer Eskalation. „Wir hatten es schon vorhergesehen, dass solche dubiosen Zwischenfälle passieren könnten, um Spannungen in der Region zu provozieren“, sagte er laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna.

Russland zeigt sich besorgt wegen der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Er hoffe, dass an den Gerüchten über eine Verlegung von US-Truppen in den Nahen Osten nichts dran sei, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Sotschi bei dem Treffen mit Pompeo.

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Die „New York Times“ hatte von Überlegungen berichtet, 120.000 Soldaten zu entsenden. Lawrow räumte ein, sein Land und die USA hatten viele Differenzen in Bezug auf das iranische Nuklearprogramm.

US-Präsident Trump dementierte unterdessen einen Bericht über eine massive Entsendung von Soldaten in die Region. Trump bezeichnete dies als „Fake News“ und sagte mit Blick auf die Nachricht: „Würde ich das machen? Absolut. Aber das haben wir nicht geplant. Hoffentlich werden wir das nicht planen müssen. Und wenn wir müssten, würden wir verdammt viel mehr Truppen schicken.“

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