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18.06.2019

11:54

Iran-Konflikt

USA verstärken Truppen und beschuldigen Iran mit neuen Fotos zu Öltanker-Angriff

Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA spitzt sich weiter zu. Die US-Regierung sieht ihre Interessen in der Region bedroht – und entsendet 1000 weitere Soldaten.

Golf von Oman

USA veröffentlicht angebliche Beweisfotos des iranischen Angriffs auf einen Öltanker

Golf von Oman: USA veröffentlicht angebliche Beweisfotos des iranischen Angriffs auf einen Öltanker

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Washington US-Präsident Donald Trump schickt im eskalierenden Konflikt mit dem Iran rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Die Soldaten würden zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan am Montag (Ortszeit) in Washington mit.

Die USA machen den Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman am vergangenen Donnerstag verantwortlich. Teheran weist das zurück. Mehrere EU-Außenminister machten am Montag klar, dass die Vorwürfe der USA von den europäischen Partnern vorerst nicht geschlossen mitgetragen werden.

Shanahan sagte in Washington, die mutmaßlichen iranischen Angriffe auf die beiden Tanker bekräftigten Geheimdienstinformationen über das feindliche Verhalten, das vom Iran und seinen Verbündeten ausgehe. Dadurch seien die Interessen der Vereinigten Staaten in der gesamten Region bedroht. Er betonte zugleich: „Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem Iran an.“ Bei den zusätzlich US-Soldaten handelt es sich Regierungskreisen zufolge um Spezialisten für die Luftüberwachung und Aufklärungseinsätze.

Teheran habe Haftminen eingesetzt, erklärte die US-Regierung, genauso, wie es bereits zuvor mutmaßlich andere Öltanker an der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ins Visier genommen habe. In den 1980er Jahren setzte die Islamische Republik Haftminen gegen Öltanker ein.

Russland reagiert besorgt auf die US-Pläne, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Und das allein schon der Tatsache wegen, dass eine starke Konzentration von Kräften und Mitteln das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer unerwünschten Zuspitzung erhöht.“ Allerdings sei noch nicht ganz klar, worauf Washington mit einem solchen Schritt abziele, sagte Rjabkow.

Neue Fotos sollen Vorwürfe untermauern

Bereits am Donnerstag hatte das US-Zentralkommando Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt, ein Video dazu veröffentlicht. Das US-Militär erklärte, die Videobilder zeigten, dass die Revolutionsgarden für die Angriffe verantwortlich seien. Denn die iranischen Eliteeinheiten hätten die nötige Kenntnis, um eine nicht-explodierte Haftmine von einem der Tanker schnell zu entfernen, was auf den Bildern zu sehen sei.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte am Montag zugleich neue Fotos zu den Angriffen auf die beiden Öltanker im Golf von Oman, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die Bilder zeigen nach Pentagon-Angaben unter anderem das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf eines der Öltanker namens „Kokuka Courageous“ gerissen haben soll.

Dieses neu vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt nach Angaben der US-Marine das Verbundwerkstoff von einer nicht explodierten, aber entfernten Haft-Mine an der Bordwand des Tankers. Uncredited/US Department of Defense/dpa

Bordwand der „Kokuka Courageous“

Dieses neu vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt nach Angaben der US-Marine das Verbundwerkstoff von einer nicht explodierten, aber entfernten Haft-Mine an der Bordwand des Tankers.

Ein weiteres der insgesamt elf neuen Fotos vom Montag zeigt nach US-Darstellung Rückstände einer weiteren, nicht explodierten Haftmine, die nach dem Angriff von Soldaten der Revolutionsgarden vom Schiffsrumpf entfernt worden sein soll, um Beweise zu vernichten. Auf einem von einem US-Hubschrauber aus aufgenommenen Foto soll das Schnellboot mit den Soldaten zu sehen sein, die die Mine entfernten.

Das Foto zeigt nach Angaben der US-Marine das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf des Öltankers gerissen haben soll. Uncredited/US Department of Defense/dpa

Schaden an der „Kokuka Courageous“

Das Foto zeigt nach Angaben der US-Marine das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf des Öltankers gerissen haben soll.

Das Bild zeigt nach Angaben der US-Marine angeblich Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden in einem Boot, nachdem sie eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers „Kokuka Courageous“ entfernt hatten. Uncredited/US Department of Defense/dpa

Von einem Hubschrauber der US-Marine aufgenommenes Foto

Das Bild zeigt nach Angaben der US-Marine angeblich Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden in einem Boot, nachdem sie eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers „Kokuka Courageous“ entfernt hatten.

Unmittelbar vor Shanahans Ankündigung versetzte der Iran den Bemühungen der EU um eine Deeskalation der Krise im Nahen Osten einen erheblichen Dämpfer. Die Führung in Teheran kündigte an, bereits vom 27. Juni an einen Teil ihrer Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen nicht mehr zu erfüllen.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen seit Monaten zu. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der „anhaltenden Bedrohung“ durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt, was Sorgen vor einem militärischen Konflikt aufkommen ließ.

Bundesaußenminister Heiko Maas und seine Amtskollegen aus Luxemburg, Österreich und den Niederlanden betonten am Montag bei einem Treffen in Luxemburg, dass sie zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Anschuldigungen gegen den Iran erheben wollen. Maas bezeichnete die Gesamtlage als „extrem explosiv“. Jeder müsse nun wirklich aktive Schritte zur Deeskalation beitragen.

Atomabkommen könnte Geschichte sein

Der Iran kündigte an, dass er bereits am Donnerstag kommender Woche eine im Atomabkommen festgelegte Obergrenze für Vorräte mit niedrig angereichertem Uran überschreiten werde. Zudem erklärte die Islamische Republik, umgehend bereit zu sein, auch das Anreicherungslimit von 3,67 Prozent zu brechen. Auf 90 Prozent hoch angereichertes Uran kann für Atombomben benutzt werden.

Die Ansage Teherans spitzt die Lage und die Debatte über den Umgang mit dem Iran deutlich zu. Sollte das Land seine Verpflichtungen nicht mehr einhalten, könnte das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe bis zum Jahresende Geschichte sein.

Grafik

Bei den schweren Zwischenfällen im Golf von Oman waren am Donnerstag zwei Tanker beschädigt worden. Die „Front Altair“ einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der „Kokuka Courageous“ berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.

Die US-Regierung bemüht sich intensiv darum, internationale Partner von ihrer Sichtweise zu überzeugen, dass die iranischen Revolutionsgarden hinter dem Angriff stecken. Außenminister Mike Pompeo telefonierte deswegen am Wochenende mit Amtskollegen aus aller Welt. Bislang haben sich aber nur Großbritannien und Saudi-Arabien in der Frage öffentlich an die Seite der Amerikaner gestellt.

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Kommentare (2)

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Herr Helmut Oser

18.06.2019, 10:48 Uhr

Wahnsinn was die uns die USA für Miniaturminen zeigen, gerade mal 3 cm im Durchmesser. Damit sollen Tanker mit mehreren cm dicken Stahlwänden zwerstört worden sein??? Verarschen die uns jetz auf eine ganz saudumme Art oder halten und die USA für beklopt??
Was soll das Boot beweisen ohne Zusammenhang???
Mit der 2cm Zwillings-Schnellfeuer-Kanone kann man keinen Tanker ernsthaft beschädigen.
Also abwarten bis Hollywood besseres Material produziert hat, diese Material hat das Niveau eines dritten Welt- Lands.

Herr Hans Henseler

18.06.2019, 11:22 Uhr

Richtig, Herr Silva. Das erinnert an den erbaermlichen Power-Point-Vortrag von Powell vor
der UN. Wenn wir schon verarscht werden sollen, dann wenigstens von Profis. Was ist nur
aus der CIA geworden?

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