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27.09.2022

13:38

Iran

Proteste im Iran: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

Die Proteste im Iran gehen weiter und es kommt zu erneuten Zusammenstößen mit der Polizei. Die iranischen Politiker sind gespalten über dieses Vorgehen.

Die Proteste im Iran und weltweit gegen den Tod Mahsa Amini gehen weiter. Reuters

Proteste in Syrien

Die Proteste im Iran und weltweit gegen den Tod Mahsa Amini gehen weiter.

Teheran, Berlin Im Iran ist es staatlichen und sozialen Medien zufolge erneut zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und aufgebrachten Demonstranten gekommen. Ausschreitungen wurden am Dienstag aus Dutzenden Städten gemeldet. In einigen Fällen habe die Polizei Tränengas eingesetzt, berichtete das Staatsfernsehen.

Auslöser der Proteste ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Sie war vor eineinhalb Wochen in Teheran in Polizeigewahrsam gestorben. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die strenge islamische Kleiderordnung verstoßen und ihr Kopftuch nicht angemessen getragen haben soll. Bei der seitdem anhaltenden Protestwelle kamen nach offiziellen Angaben 41 Menschen ums Leben. Menschenrechtsgruppen gehen von höheren Zahlen aus.

Dass sich die Proteste mittlerweile auch allgemein gegen eine Einschränkung persönlicher Freiheitsrechte und die Führung im Iran richteten, wurde auch am Dienstag deutlich. Videos, die in sozialen Medien aus dem Iran heraus gepostet wurden, zeigten Demonstranten, die „Frau, Leben, Freiheit“ oder „Ich werde die töten, die meine Schwester getötet haben“ skandierten. Andere riefen „Tod dem Diktator“ in Anspielung auf den obersten politischen und religiösen Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei.

In einigen Social-Media-Beiträgen hieß es, mehrere Universitätsdozenten seien aus Protest gegen Aminis Tod von ihren Posten zurückgetreten. In einigen Universitäten seien Studenten den Vorlesungen ferngeblieben. Weder die Videos zu den Protesten noch die Angaben zu den Vorgängen an den Hochschulen ließen sich unabhängig überprüfen.

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    Das iranische Parlament ist nach dem harten Vorgehen von Justiz und Sicherheitskräften gegen die Protestwelle im Land gespalten. „Die jüngsten Randale sind von den Feinden des Irans organisiert worden“, sagte die Abgeordnete Sohreh Saadat-Ladschewardi laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Dienstag. Sie forderte ein konsequentes Durchgreifen gegen die Demonstranten.

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    Iran: Gerüchte über Streiks

    Dagegen sagte das Mitglied des innenpolitischen Ausschusses, Dschalah Raschidi Kutschi: „Solange wir uns nicht sachlich mit den aktuellen Themen befassen, wird im Land auch nichts funktionieren.“ Wilde Verschwörungstheorien, gegenseitige Unterstellungen, Gewalt und politische Heuchelei würden weder die Probleme lösen noch das Land weiterbringen.

    In den sozialen Medien kursieren vermehrt auch Gerüchte über geplante Streiks. Damit soll die bereits von den internationalen Sanktionen schwer getroffene Wirtschaft noch weiter geschwächt werden. Diese Gerüchte können nicht unabhängig verifiziert werden.

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