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22.09.2019

11:32

Iran

Ruhani kritisiert ausländische Militärpräsenz

Truppen am Persischen Golf gefährden die Energiesicherheit der Welt, meint der iranische Präsident Ruhani. Er will einen Friedensplan vorlegen.

Der Iran streckte seinen Nachbarn seine „Hand der Freundschaft und der Brüderlichkeit“ zu. dpa

Hassan Ruhani

Der Iran streckte seinen Nachbarn seine „Hand der Freundschaft und der Brüderlichkeit“ zu.

Teheran Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat die zunehmende ausländische Militärpräsenz am Persischen Golf als potenzielle Gefahr für die Energiesicherheit der Welt bezeichnet. Bei einer Militärparade zum 39. Jahrestag des Kriegs mit dem Irak bot er am Sonntag an, der Iran könnte am Golf und insbesondere der Straße von Hormus für Sicherheit sorgen.

Dazu strecke der Iran seine „Hand der Freundschaft und der Brüderlichkeit“ zu seinen Nachbarn aus. Bei der UN-Generaldebatte in New York werde er einen regionalen Friedensplan anbieten. Die iranische Führung nahm das Gedenken an den Krieg gegen den Irak von 1980 bis 1988 zum Anlass, mit Paraden bei Teheran und in anderen Städten militärische Stärke zu demonstrieren.

Ruhani sprach am Schrein des verstorbenen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini, der erstes geistliches Oberhaupt Irans nach dem Sturz des Schahs 1979 war. Die Paraden kamen einen Tag nach der Ankündigung der USA, nach dem schweren Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen weitere Truppen und militärisches Gerät in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu stationieren.

Die USA führen zudem ein Marinebündnis im Persischen Golf, dem sich neben Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Bahrain, Großbritannien und Australien angeschlossen haben. Es soll die Schifffahrtswege schützen; durch die Straße von Hormus gehen ein Fünftel der globalen Ölexporte.

Die Spannungen am Persischen Golf haben zugenommen, als der Iran begann, schrittweise im internationalen Atomabkommen vereinbarte Regeln zur Begrenzung seines Nuklearprogramms aufzukündigen. Er begann damit ein Jahr nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Rückzug aus dem 2015 geschlossenen Vertrag. Die USA haben seitdem wieder harte Sanktionen gegen den Iran verhängt.

Seit Mai gab es mehrere Angriffe auf die Ölinfrastruktur am Persischen Golf, den bislang schwersten am 14. September auf die Ölraffinerie Abkaik – die größte der Welt – und das Churais-Ölfeld. Saudi-Arabiens Ölproduktion ging zeitweise drastisch zurück, die Menge entsprach rund fünf Prozent der täglichen weltweiten Ölversorgung.

Bei diesem wie auch bei anderen Zwischenfällen fiel der Verdacht der Urheberschaft auf den Iran – der das entschieden zurückwies. Zum Angriff auf die saudischen Ölanlagen bekannten sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. US-Verteidigungsminister Mark Esper teilte am Freitag mit, die USA würden weitere Truppen und militärischen Gerät an den Golf verlegen.

Das sei ein erster Schritt, dem weitere Maßnahmen folgen könnten. Die Verstärkung der militärischen Präsenz am Persischen Golf erfolge auf Bitten Saudi-Arabiens und der Emirate. Beide Länder wollten ihre Luft- und Raketenabwehr verstärken. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte in New York vor einem Vergeltungsschlag gegen sein Land.

Das würde zu Krieg führen. Der Kommandeur der Revolutionsgarde, Generalmajor Hossein Salami, sagte am Samstag, seine Elitetruppen seien „auf jedes Szenario“ vorbereitet. „Wenn jemand die Grenze überschreitet, werden wir ihn schlagen.“

Von

ap

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