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23.11.2022

15:28

Kernkraft

Trotz Atomabkommen: Iran reichert in weiterer Anlage Uran auf 60 Prozent an – und weist Kritik zurück

Im Iran wird Uran in einer Nuklearanlage weit über das vom internationalen Atomabkommen erlaubte Maß angereichert. Aus Europa folgt scharfe Kritik.

Der Chef des iranischen Atomprogramms informierte die UN-Atombehörde IAEA über die Urananreicherung. dpa

Mohammad Eslami

Der Chef des iranischen Atomprogramms informierte die UN-Atombehörde IAEA über die Urananreicherung.

Dubai, Washington, Teheran Der Iran hat internationale Kritik an der Urananreicherung in der Untergrundanlage Fordo zurückgewiesen. Dies sei Irans Recht, sagte Atomchef Mohammed Eslami nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch. Er räumte zugleich ein, dass der Schritt als Reaktion auf eine Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vergangene Woche getroffen wurde. Diese bezeichnete er als „grundlos“ und politisch motiviert.

Der Iran hat nach eigenen Angaben am Dienstag in der Untergrundanlage Fordo im Zentraliran mit der Urananreicherung auf 60 Prozent begonnen und dabei die neuen, schnelleren IR-6 Zentrifugen verwendet. Im Atomabkommen von 2015 war eine Obergrenze von 3,67 Prozent festgelegt. Für Atomwaffen muss Uran auf 90 Prozent angereichert werden.

Der Vorgang wurde international kritisiert. Für diesen Ausbau gebe es „keine zivile Begründung“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Der Schritt berge ein „signifikantes Risiko“ einer militärischen Nutzung von Atomtechnologie.

Teheran betont, das Atomprogramm sei ziviler Natur. Eslami wies Vorwürfe über „Geheimanlagen“ im Land erneut zurück. „Die IAEA erklärt einen Kuhstall und einen Schuppen für Altmetall als Standort für eine geheime Atomanlage“, sagte der Atomchef weiter. Hintergrund sind Fragen der IAEA zu radioaktiven Spuren an drei bisher nicht deklarierten Standorten.

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    Das IAEA-Lenkungsgremium hatte in der Resolution dem Iran mangelnde Transparenz in Bezug auf das iranische Atomprogramm vorgeworfen und indirekt mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats gedroht. Eine entsprechende Resolution wurde in Wien verabschiedet. Teheran hatte kurz danach mit „angemessenen Gegenmaßnahmen“ gedroht.

    Nachdem die USA im Jahr 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausstiegen, begann Teheran die in dem Deal vereinbarten Beschränkungen zu brechen und IAEA-Kontrollen zu erschweren.

    Von

    rtr

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