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22.09.2017

07:32 Uhr

Kim Jong Un über Trump

„Ich werde den geisteskranken US-Greis mit Feuer bändigen“

Der Streit zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim erreicht erneut neue Dimensionen. Nordkorea attackiert Trump nach der Rede vor der UN-Generalversammlung scharf – und droht mit einem neuen Atomtest.

Nordkoreakonflikt

Kim Jong-un: „Trump ist ein geistesgestörter Greis“

Nordkoreakonflikt: Kim Jong-un: „Trump ist ein geistesgestörter Greis“

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PjöngjangDer nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen Drohungen gegen Pjöngjang persönlich angegriffen und mit Vergeltung gedroht. „Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen“, zitierte ihn am Freitag die nordkoreanische Staatsagentur KCNA.

Kim Jong Un erklärte, Trump müsse seine Drohungen gegen Pjöngjang „teuer bezahlen“. „Was auch immer Trump erwartet haben könnte, werde er nun mit Folgen jenseits seiner Erwartungen konfrontiert“, sagte Kim. Trump hatte am Dienstag bei der UN-Vollversammlung in New York gedroht, Nordkorea bei einem Angriff „total zu zerstören“. Das Atomprogramm des Landes stellte er als Gefahr für die ganze Welt dar.

Kim sagte, Trumps Äußerungen seien „die grimmigste Kriegserklärung in der Geschichte“. Sie hätten ihn aber nicht eingeschüchtert und würden ihn auch nicht aufhalten, betonte Kim. Er sei vielmehr überzeugt, den richtigen Pfad gewählt zu haben und dass er diesem Weg bis zum Schluss folgen müsse.

Korea-Konflikt – die Positionen der Akteure

Generaldebatte in New York

Die alljährliche Generaldebatte der Vereinten Nationen bot Raum für einen ausgiebigen Schlagabtausch zum Atomkonflikt mit Nordkorea – die Bandbreite reichte von „total zerstören“ bis „noch Hoffnung auf Frieden“.

Südkorea

Nach den Worten von Präsident Moon Jae In strebt Südkorea ein friedliches Nebeneinander mit seinem Nachbar Nordkorea an. „Wir wünschen keinen Kollaps Nordkoreas.“ Südkorea strebe auch keine Wiedervereinigung mit dem kommunistisch regierten Staat durch „künstliche Mittel“ oder durch „Verschlucken“ an. Seoul und die Weltgemeinschaft unternähmen alles nur mögliche, um den Atomkonflikt mit Pjöngjang friedlich beizulegen. Zwischen beiden Ländern gilt seit Ende des Korea-Krieges (1950-1953) ein Waffenstillstand. Ein Friedensvertrag wurde bis zum heutigen Tag nicht geschlossen.

China

Auch China will Frieden auf der koreanischen Halbinsel, wie Außenminister Wang Yi sagte - und dafür gebe es „noch Hoffnung“. Er forderte Nordkorea allerdings auf, „nicht weiter in die eingeschlagene gefährliche Richtung zu gehen“. China setze sich weiter für eine entnuklearisierte koreanische Halbinsel ein und fordere alle Beteiligten auf, dazu konstruktiv beizutragen. Der einzige Weg zu diesem Ziel sei politischer Dialog.

USA

US-Präsident Donald Trump brandmarkte das isolierte Regime und drohte ihm mit völliger Zerstörung. „Wenn (die USA) gezwungen sind, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, dann haben wir keine Wahl, als Nordkorea total zu zerstören.“ Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un bezeichnete er als „Raketenmann auf einer Selbstmordmission“. Das Atomprogramm des Landes stelle eine Gefahr für die ganze Welt dar. „Keine Nation der Welt hat ein Interesse daran, dabei zuzusehen, wie diese Bande von Kriminellen sich mit Raketen und Nuklearwaffen ausrüstet“, erklärte Trump.

Japan

Wie die USA sieht auch Japan „alle Optionen auf dem Tisch“. Der Konflikt sei eine „ernste Bedrohung ohne Beispiel“, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe. Nordkorea sei derzeit dabei, „mit einem süffisanten Lächeln“ alle Abrüstungsbemühungen der vergangenen Jahre vom Tisch zu wischen. „Es ist eine Krise mit einer komplett neuen Dimension.“ Nordkorea müsse dazu gebracht werden, sein Nuklear- und Raketenprogramm komplett und überprüfbar aufzugeben. „Was gebraucht wird, ist nicht Dialog, sondern Druck.“

Nordkorea

„Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen“, zitierte die nordkoreanische Staatsagentur KCNA Machthaber Kim Jong Un. Außenminister Ri bezeichnete die Ansprache von Trump als „Hundegebell“ und sagte, Trumps Berater täten ihm leid. „Wenn er wirklich dachte, er könne uns mit dem Geräusch von Hundegebell Angst einjagen, ist das der Traum eines Hundes“, sagte Ri laut CNN. Die Wendung „Traum eines Hundes“ bedeutet auf Koreanisch etwas Absurdes, das wenig Sinn ergibt.

Derweil kündigte nach den USA auch die Europäische Union neue Sanktionen gegen Pjöngjang an. Dabei soll es um ein Verbot von Investitionen in Nordkorea gehen, das für sämtliche Wirtschaftszweige gelten soll, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß. Die Rede von Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York wird am Samstag erwartet.

Ri Yong Ho drohte ungeachtet der Sanktionen laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag mit einem möglichen neuen Atomtest. Bei diesem könne es die „stärkste Explosion einer Wasserstoffbombe“ im Pazifischen Ozean geben, wurde Ri Yong Ho zitiert. Ri habe das in New York in Anspielung auf die Drohung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit „einer harten Gegenmaßnahme auf höchstem Niveau“ gegen die USA gesagt.

Japanische Regierungsvertreter sagten nach Ris Drohung, falls Nordkorea im Pazifik eine Wasserstoffbombe testet, könne es sein, dass die Rakete mit der Atombombe über Japan hinwegfliegt. Nordkorea wird möglicherweise eine Mittelstrecken- oder eine Interkontinentalrakete für den Wasserstoffbombentest verwenden, sagte der japanische Außenminister Itsunori Onodera.

Kommentare (11)

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Herr Günther Schemutat

22.09.2017, 08:38 Uhr

Die Welt steht am Rand eines Krieges und das liegt nicht allein an NK. Türkische Soldaten stehen massiv vor der Kurden Region im Irak und auf der anderen Seite zieht der Iran seine Soldaten zusammen. Die Abmachung beider Staaten wurde schon vor Monaten abgesprochen. Was dann passiert kann sich jeder denken.
Deutsche Soldaten die im Kurdengebiet den Kurden gegen den IS helfen , werden bei Gefangennahme von den Türken sicher gefoltert Die Amerikaner können nicht zusehen wie Türken und Iraner die Kurden auslöschen . Deutschland wird wieder
von Diplomatie reden und unsere Soldaten aufgeben ,wie im Moment die ganzen Gefangenen die aus Deutschland kommen.

Wenn Kim Jong tatsächlich eine Wasserstoffbombe im Pazifik zündet , dann hat er
den Bogen überspannt und dann muss alles getan werden um ihn abzuschaffen.
Dazu sind alle Mittel recht. Eine Drohne bei einer Veranstaltung wo er Auftritt genügt da schon, sicher aber keine Atombomben.

Vor einer neuen Regierung bei uns habe ich große Angst , Wir treten nicht als Staat auf selbstbewusst ,Souverän, frei sondern sind immer noch ein Bündel von Amerika , wie es gestern ein Moderator zum ersten mal erstaunlich aussprach .

Deutschland soll aufgelöst werden und nicht mehr erkennbar als Deutscher Staat.
Das ist gelungen , alle Politiker haben diesen Eid an Amerika geleistet.
Andere Staaten wehren sich gegen Amerika und dann gibt es meist Krieg.

Wir waren bis heute demütig!

Herr Andreas Kertscher

22.09.2017, 08:42 Uhr

Unser heutiger Journalismus treibt schon merkwürdige Blüten.
Da verkündet der NDR todernst, dass Kim seit Jahren ein friedfertiges Atomprogramm zur Selbstverteidigung propagiert, konsequent verfolgt und damit berechenbar ist.
Im Gegensatz dazu sei Trump völlig unberechenbar und damit schlecht.
Nun erinnere ich mich, dass auch Hitler schon in "Mein Kampf" seine Ziele propagierte und konsequent verfolgte, damit also sehr berechenbar war.
Im Gegensatz dazu war Roosevelt völlig unberechenbar. Und damit schlecht?
Kein Wort von Angriffslust, Massenmord und Konzentrationslagern der beiden "berechenbaren" Diktatoren.
Der NDR beurteilt Menschen also nach ihren "Versprechungen", nicht nach den Greueltaten.
Nun darf bei uns ja jeder sagen, was er will (mit einigen Einschränkungen) und das ist gut so.
Aber dass der Bürger gezwungen wird, für diesen Unsinn GEZ-Gebühren zu zahlen, ist nicht so gut.

Frau Stephanie Maurer

22.09.2017, 08:57 Uhr

Soll uns der als vermeintliches Zitat gesetzte Titel "... geisteskranken US-Greis ...." suggerieren, das Trump gefährlicher ist als "Kim Jong Un beim Apfelpflücken"?  Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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