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19.09.2022

14:03

Kommentar

Erdogans Bruch mit dem Westen ist ein Fehler – und eine Herausforderung für die Nato

Von: Ozan Demircan

PremiumDas Nato-Mitglied Türkei will einem anderen, China-dominierten Bündnis beitreten. Das ist auch eine große Herausforderung für das westliche Sicherheitsbündnis.

Dass Recep Tayyip Erdogan nicht viel für den „Westen“ übrighat, daraus hat der türkische Präsident nie einen Hehl gemacht. Nun könnte er allerdings einen Schritt gehen, der den tatsächlichen Bruch mit dem Westen einläutet: Erdogan will der China-dominierten Shanghai Cooperation Organisation (SCO) beitreten.

Die Organisation versteht sich als Antipode zum Westen – vor allem auch in sicherheitspolitischer Hinsicht. Sie ist also eine Konkurrenz zur Nato, in der die Türkei ebenfalls Mitglied ist. Sie repräsentiert außerdem 40 Prozent der Weltbevölkerung – und hat mit China, Russland, Indien oder Pakistan hauptsächlich antiwestliche Staaten als Mitglieder.

Der Beitritt eines Nato-Mitglieds zu einem konkurrierenden Bündnis wäre ein sicherheitspolitisches Novum – und aus türkischer Sicht ist der Schritt ein strategischer Fehler. Die Türkei kann nicht Mitglied in zwei Organisationen sein, die sich als Konkurrenten sehen.

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Kommentare (8)

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19.09.2022, 15:39 Uhr

Nicht nur in der NATO geben (ausschließlich) die USA den Ton an, sondern auch in der EU-Politik, wie es in dem diesjährigen Ukraine-Konflikt für die ganze Welt sichtbar wurde. Deutschland und die anderen Länder Europas werden von den Amerikanern zu einer selbst-zerstörenden Politik genötigt und gedrängt, und unsere Politiker ist durch US-Organisationen de-facto infiltriert. ❎ Warum sollten diese Bündnisse für andere Länder also interessant sein?

Im Gegensatz zu Deutschland, Frankreich&Co handelt die Türkei nach ihren eigenen Regeln und Interessen. Partnerschaften und Bündnisse werden, wie im privaten Leben auch, nicht auf Lebzeit geschlossen, sondern können sich auch ändern. Die EU hat die Türkei nicht nur stiefmütterlich, sondern ihr immer wieder die Tür zugeschlagen. Das rächt sich jetzt natürlich, ist aber die logische Konsequenz fehlerhafter Politik vieler Jahrzehnte. Ein Vorgeschmack war hierbei die Eskalation und Auslösung der Flüchtlingswelle 2015.

Das türkische Interesse am Shanghai-Paket ist somit absolut nachvollziehbar, und dennoch mutig für ein Nato-Mitglied, handelt es sich schließlich um nichts anderes als ein Sicherheitsbündnis Asiens; die USA werden diese Doppelehe sicherlich nicht tolerieren. Für die EU wäre bzw. ist ein Abwenden der Türkei fatal, denn nachdem man es sich mit Russland auf lange Sicht verscherzt hat ist das Land noch die einzige Verbindung nach Asien. Und genau dort spielt zukünftig die Musik.

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