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06.08.2022

03:49

Konflikt

Taiwan beschießt chinesische Drohnen mit Leuchtraketen

China führt weiter Manöver in den Gewässern rund um den Inselstaat durch, eine Reaktion auf den Besuch der US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan.

China führte in den vergangenen Tagen Militärübungen nahe Taiwan durch. IMAGO/Xinhua

Konfliktzone

China führte in den vergangenen Tagen Militärübungen nahe Taiwan durch.

Taipeh China hat seine großangelegten Manöver um Taiwan am Samstag fortgesetzt. Chinesische Militärflugzeuge und Kriegsschiffe stellten die taiwanischen Streitkräfte weiter auf die Probe. Allein am Vortag hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee in Taipeh eine „Rekordzahl“ von 68 Militärmaschinen und 13 Marineschiffe in Gewässer nahe der demokratischen Inselrepublik geschickt, wie das Außenministerium in Taipeh berichtete.

Viele von ihnen hätten auch die inoffizielle, aber bislang von beiden Seiten meist respektierte Mittellinie in der 130 Kilometer breiten Meerenge der Taiwanstraße überquert, die das Festland und Taiwan trennt. Taiwans Außenminister Jason Wu verurteilte „diese gefährliche militärische Eskalation der militärischen Bedrohung, die Frieden und Stabilität in der Region zerstört“, wie es in einem Tweet hieß.

Taiwan hingegen schloss mit Leuchtraketen zur Warnung auf chinesische Drohnen, die über den taiwanesischen Kinmen-Inseln, zwei Kilometer vor der Küste Chinas flogen. Weitere Leuchtraketen wurden zur Warnung bei nicht identifizierten Flugzeugen über den Matsu-Inseln eingesetzt. Dies gab das Verteidigungsministerium in Taiwan am Samstag bekannt.

Beide taiwanesischen Inselgruppen liegen direkt vor der Küste des chinesischen Festlands. Das Ministerium erklärte, seine Truppen seien in beiden Gebieten in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.

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    Bei den Manövern hatte China am Donnerstag auch elf ballistische Raketen in Richtung Taiwan gestartet, von denen nach Berichten eine sogar erstmals direkt über Taiwan und unweit der Hauptstadt Taipeh geflogen ist. Fünf landeten östlich von Taiwan in der nahe gelegenen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Japans, was auch als Warnung an Tokio gewertet wurde, sich aus dem Konflikt herauszuhalten.

    China hatte die bis Sonntag angekündigten Manöver als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan gestartet. Es war die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert. China ist verärgert, weil es Taiwan für sich beansprucht. Es sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an und lehnt offiziellen Kontakte anderer Länder vehement ab. Die Insel versteht sich aber schon lange als unabhängig.

    Als weitere Reaktion setzte China den Dialog mit den USA im Klimaschutz und über verschiedene Militärkanäle aus. Auch wurden andere Kooperation wie im Kampf gegen Verbrechen, Drogen und zur Rückführung illegal eingereister Menschen ganz gestrichen. Zusätzlich verhängte Peking nicht näher beschriebene Sanktionen gegen Pelosi und sogar gegen direkte Familienmitglieder. Chinas Führung wirft ihr vor, sich „ernsthaft in innere Angelegenheiten eingemischt“ zu haben.

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