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26.07.2019

20:38

Lagarde-Nachfolge

Frankreich nennt fünf Kandidaten für IWF-Chefsessel und sucht baldigen Konsens

Von: Thomas Hanke

Die Europäer haben sich auf eine Kandidaten-Shortlist für die Nachfolge von Christine Lagarde geeinigt. In einer wichtigen Frage gibt es bereits einen Konsens.

Die Liste der Kandidaten lichtet sich. AFP

IWF-Logo

Die Liste der Kandidaten lichtet sich.

Paris Fünf offizielle Kandidaten gibt es nach Aussage des französischen Finanzministeriums für die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Es handele sich dabei um die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño, die bulgarische Politikerin Kristalina Georgieva, Leiterin der Weltbank-Tochter IBRD, den portugiesischen Finanzminister Mario Centeno, den Niederländer Jeroen Dijsselbloem, Ex-Finanzminister und früherer Chef der Eurogruppe,  sowie den Finnen Oli Rehn, derzeit Chef der Zentralbank seines Landes und ehemaliger EU-Kommissar.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire habe in dieser Woche mehrfach mit seinen europäischen Kollegen telefoniert, um einen Konsens über einen Nachfolgekandidaten herzustellen. Man sei sich darüber einig, dass die oder der gemeinsame europäische Kandidat oder Kandidatin große internationale Erfahrung sowie das nötige Fachwissen mitbringen solle.

Das bisherige Ergebnis der Beratungen sei die genannte Shortlist. In den nächsten Tagen werde Le Maire die Konsultationen intensivieren mit dem Ziel, sich auf einen Kandidaten zu einigen. 

Interessant ist der Hinweis des Pariser Finanzministeriums, es gebe einen Konsens darüber, die Altersgrenze für das Spitzenamt im IWF anzuheben. Georgieva, die Frankreichs Unterstützung haben soll, überschreitet nämlich das geltende Limit von 65 Jahren, sie wird Mitte August 66.

„Es gibt einen Konsens darüber, die Regel für die Altersgrenze zu verändern, aber noch ist keine Entscheidung gefallen“, sagte eine Sprecherin von Le Maire. Deshalb sei eine Debatte im Verwaltungsrat IWF über eine neue Altersregel gestartet worden.

Aus anderen Hauptstädten hatte es in den vergangenen Tagen  geheißen, eine Anhebung des Alterslimits werde von mehreren  europäischen Regierungen abgelehnt. Sollte es tatsächlich Einigkeit darüber geben, die Hürde der 65 Jahre zu kippen, wäre das eine Art Vorentscheidung zugunsten von Georgieva.

Schon an diesem Wochenende werde in der Minister die nächste Runde der Abstimmung unter den europäischen Partnern vorantreiben, teilt das Finanzministerium mit. Frankreich hat derzeit den Vorsitz in der Siebenergruppe der wichtigsten Industriestaaten (G7) und leitet deshalb den Abstimmungsprozess.

Traditionell ist es so, dass ein Amerikaner die Weltbank führt und ein Europäer den IWF. Die Nachfolgeregelung wird nötig, weil Lagarde im Herbst Präsidentin der Europäischen Zentralbank wird.

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