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07.09.2022

01:04

Lebensmittelkrise

Steigende Preise sind die weltweit größte Sorge

Von: Nicole Bastian

Weltweit fürchten Menschen, ihre Familien nicht mehr ernähren zu können – auch in europäischen Ländern. Die Gefahr schwerer politischer Unruhen steigt.

Die Probleme der Inflation - im Supermarkt werden sie für die Bürgerinnen und Bürger begreifbar. dpa

Lebensmittel in Einkaufswagen im Supermarkt

Die Probleme der Inflation - im Supermarkt werden sie für die Bürgerinnen und Bürger begreifbar.

Düsseldorf Die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise treiben weltweit die meisten Menschen um. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 20.000 Frauen und Männern in 22 Ländern. Damit steht die Teuerung noch vor Arbeitslosigkeit, Korruption oder Gesundheitsproblemen auf der Liste der Sorgen ganz oben.

Die Ergebnisse der Studie, die im Auftrag der von George Soros gegründeten Open Society Foundations durchgeführt wurde, lagen dem Handelsblatt vorab vor.

In den befragten osteuropäischen Ländern (Polen, Serbien, Moldawien, Ukraine) fürchten zwei Drittel der Menschen, dass ihre Familien hungern könnten. Das sind mehr als in Indien (59 Prozent). Größer sind die Sorgen nur in Lateinamerika und Afrika.

Mark Malloch-Brown, Präsident der Open Society Foundations und ehemaliger Vize-Generalsekretär der Vereinten Nationen, ist alarmiert: „Ich erwarte schwere politische Unruhen in Entwicklungsländern.“ Die Gefahr sei derzeit, dass sich die Regierungen der Industriestaaten auf die Linderung ihrer inländischen Energie- und Lebensmittelpreisprobleme konzentrierten, eine wichtige globale gemeinsame Kraftanstrengung gegen Hunger, Klimawandel und Ungleichheit aber unterbleibe, fürchtet Malloch-Brown.

Malloch-Brown bezeichnete auch die Lage in den Industriestaaten als „sehr herausfordernd“. In Polen etwa stieg die Inflationsrate im August auf mehr als 16 Prozent im Jahresvergleich an, obwohl die Zentralbank früh mit Zinsanhebungen gegensteuerte. Preistreiber war vor allem Energie, aber auch die Nahrungsmittelpreise stiegen um mehr als 17 Prozent. In Serbien verschärft die Dürre und der damit verbundene Ausfall von Wasserkraft die Energiekrise derzeit.

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Nach einer anderen aktuellen Studie nimmt die Gefahr sozialer Unruhen durch stark steigende Preise auch in den Ländern der EU zu: So fürchten nach einer Umfrage der Nichtregierungsorganisation More in Common 75 Prozent der Polen entsprechende Auswirkungen. In Frankreich glauben das 69 Prozent, in Deutschland 64 Prozent der Befragten.

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