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13.06.2019

14:38

Der frühere Außenminister ist Favorit auf die Nachfolge von Theresa May. Reuters

Boris Johnson

Der frühere Außenminister ist Favorit auf die Nachfolge von Theresa May.

May-Nachfolge

Erste Wahlrunde bei den Torys: Johnson mit großem Abstand vorn – drei sind raus

Von: Kerstin Leitel

Nach der ersten Abstimmung sind nur noch sieben Kandidaten übrig. Johnson zementiert seine Rolle als Favorit für den Parteivorsitz der Konservativen.

London Die britische Regierungspartei hat auf der Suche nach einem neuen Premierminister für Großbritannien die erste Abstimmungsrunde abgehalten. Drei der zehn Kandidaten schieden dabei aus dem Rennen aus, Favorit Boris Johnson lag wie erwartet auf dem ersten Platz. Mit 114 der 313 Stimmen liegt er weit und scheinbar uneinholbar vorn. Der zweitplatzierte Kandidat war der aktuelle Außenminister Jeremy Hunt mit 43 Stimmen, auf Platz drei landete mit 37 Stimmen Landwirtschaftsminister Michael Gove.

Beide Frauen, die kandidiert hatten, sind nun aus dem Rennen: Weder Ex-Arbeitsministerin Esther McVey noch die ehemalige Ministerin für Parlamentsfragen Andrea Leadsom konnte ausreichend viele Stimmen einsammeln, um in der nächsten Runde anzutreten. Der ehemalige Fraktionsgeschäftsführer Mark Harper schied ebenfalls aus. Bei der ersten Wahl wurden all diejenigen Kandidaten aus dem Rennen geworfen, für die weniger als 17 Abgeordnete gestimmt hatten.

Für alle anderen ist das Rennen aber noch lange nicht zu Ende – auch nicht für Boris Johnson. Die nächsten Abstimmungsrunden finden in der kommenden Woche statt. In der zweiten Wahl am Dienstag sind mindestens 33 Stimmen nötig, um im Wettbewerb zu bleiben. In jeder Runde wird der Kandidat mit den wenigsten Stimmen ausgesiebt, bis nur noch zwei Namen auf dem Stimmzettel stehen. Das dürfte Ende der kommenden Woche soweit sein.

Dann kommen die rund 160.000 Parteimitglieder per Briefwahl zum Zug, sie bestimmen den Sieger. Vier Wochen später, um den 22. Juli herum, sollte der neue Premierminister feststehen. Bis dahin bleibt die Anfang Juni offiziell zurückgetretene Theresa May im Amt.

Johnson galt von Anfang an als Favorit. Am Mittwoch hatte der 54-jährige Ex-Außenminister offiziell seinen Wahlkampf gestartet. Er versprach, einen neuen Vertrag mit der Europäischen Union aushandeln zu wollen. Ein Brexit ohne Deal sei nicht seine bevorzugte Option – auch wenn er die Vorbereitungen dafür „energisch und ernsthaft“ vorantreiben wolle.

Experten halten Johnsons Brexit-Versprechen für unrealistisch

Am 31. Oktober müsse Großbritannien aus der EU ausscheiden, bekräftigte Johnson, auch wenn immer mehr Experten das für unrealistisch halten und erwarten, dass der Brexit-Termin wieder verschoben werden dürfte.

Am Vorabend war im Londoner Parlament ein Antrag abgelehnt worden, mit dem ein No-Deal-Brexit verhindert werden sollte. Sollte der nächste Premierminister das planen, habe das Parlament keine Möglichkeiten mehr, diese Option auszuschließen, erklärte der einflussreiche Abgeordnete Oliver Letwin. Ihm falle zumindest keine mehr ein.

Mehr: Lesen Sie hier nach, was Johnson bei seinem Wahlkampfauftakt am Mittwoch gesagt hat.

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