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14.07.2019

12:28

Medienbericht

Trump soll Atomdeal mit dem Iran aus persönlichen Gründen gekündigt haben

Die „Mail on Sunday“ veröffentlicht ein weiteres Memo des ehemaligen britischen Botschafters Kim Darroch. Darin geht es um Trump und den Iran.

Der US-Präsident hatte im Mai 2018 den Atomvertrag mit dem Iran aufgekündigt. AP

Donald Trump

Der US-Präsident hatte im Mai 2018 den Atomvertrag mit dem Iran aufgekündigt.

London US-Präsident Donald Trump soll den Atomdeal mit dem Iran nur deshalb aufgekündigt haben, weil sein Vorgänger Barack Obama diesen ausgehandelt hatte. Das behauptet Kim Darroch, der ehemalige britische Botschafter in Washington, in einem Memo, aus dem die „Mail on Sunday“ zitiert.

In dem Bericht heißt es, dass Darroch im Mai 2018 an die britische Regierung geschrieben habe, Trump habe den internationalen Atomvertrag mit dem Iran aus persönlichen Motiven aufgekündigt, da er von Obama ausgehandelt wurde. Die Trump-Regierung setze auf „diplomatischen Vandalismus“.

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Demzufolge habe Boris Johnson, als er noch britischer Außenminister war, vergeblich versucht, Trump davon abzuhalten, den Atomdeal aufzukündigen. Auch bei US-Außenminister Mike Pompeo habe es Anzeichen gegeben, dass er mit Trumps Position nicht einverstanden war. Darroch beschrieb weiter, dass auch Berater von Trump nicht erklären konnten, warum der Präsident den Deal unbedingt streichen wollte.

Mit dem Wiener Atomabkommen von 2015 sollte verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug sollten Sanktionen und Handelsbarrieren des Westens fallen. Das Atomabkommen gilt als eines der wichtigsten, wenngleich auch als eines der umstrittensten internationalen Abkommen während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Obama.

Trump verkündete dann im Mai 2018 einseitig den Ausstieg der USA aus der Vereinbarung. Die US-Regierung verschärfte ihre Sanktionen, um die Führung in Teheran zum Abschluss eines neuen Abkommens mit schärferen Auflagen zu zwingen. Als Reaktion hält sich der Iran nicht mehr an alle Auflagen.

Polizei warnte Journalisten vor Veröffentlichung

Die „Mail on Sunday“ veröffentlichte Darrochs Memo, obwohl die britische Polizei am Freitag Journalisten davor gewarnt hatte, durchgestochene Informationen zu veröffentlichen. Auch dies könne ein Strafvergehen sein. Redakteure und Politiker kritisierten die Aussagen.

Die Polizei ermittelt aktuell im Zusammenhang mit Darrochs Rücktritt. Laut einem Zeitungsbericht hat sie dabei einen Erfolg verzeichnet. Sie wisse, wer die vertraulichen Memos des Botschafters Darroch durchgestochen habe, berichtete die „Sunday Times“ unter Berufung auf Regierungskreise. Ein Hackerangriff eines anderen Landes könne ausgeschlossen werden.

Veröffentlichungen über Darrochs Botschafterdepeschen in der „Mail“ hatten vergangene Woche einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Washington und London ausgelöst. US-Präsident Trump bezeichnete den britischen Botschafter unter anderem als „dummen Kerl“ und „aufgeblasenen Deppen“ und kündigte die Zusammenarbeit auf, weil der die US-Regierung in seinen E-Mails als „unfähig“ bezeichnet hatte. Darroch nahm daraufhin seinen Hut.

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