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18.02.2022

18:41

Münchner Sicherheitskonferenz

Weltbank und Internationaler Währungsfonds warnen vor neuer Schuldenkrise

Von: Torsten Riecke

Die Pandemie hat die Weltwirtschaft gespalten. Die Zinswende erhöht den finanziellen Druck auf arme Länder. Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze fordert bessere Vorsorge.

Weltbank und IWF warnen vor neuer Schuldenkrise dpa

Frau im Südsudan

Arme Länder leiden besonders stark unter der Pandemie und ihren Folgen.

München Die führenden Vertreter von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) sehen die Welt am Rand einer neuen Schuldenkrise. „Wir müssen verhindern, dass die Welt weiter auseinanderdriftet“, forderte IWF-Chefin Kristalina Georgieva auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Sie mahnte ein Schuldenmoratorium für ärmere Länder an.

Unterstützt wurde die Bulgarin von Weltbank-Chef David Malpass. Der Amerikaner wies darauf hin, dass sich der finanzielle Druck auf Schwellen- und Entwicklungsländer durch die globale Zinswende noch verstärke. Höhere Zinsen erschwerten den Schuldendienst.

Die finanzielle Anfälligkeit in vielen ärmeren Ländern habe enorm zugenommen, sagte Malpass. „Hinzu kommt, dass viele Länder derzeit mehr Geld für die Rückzahlung ihrer Schulden aufbringen müssen, als sie an Finanzhilfen von den reicheren Ländern bekommen.“

Die Weltbank hat in ihrem neuen World Development Report (WDR) zudem darauf hingewiesen, dass mangelnde Transparenz die Risiken der weltweiten Verschuldung weiter erhöhe. „Wir haben herausgefunden, dass die tatsächliche Schuldenlast der einkommensschwachen Länder um 30 Prozent höher ist als angegeben“, hatte Malpass kürzlich in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt.

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    Um den finanziellen Druck zu vermindern, fordert er im Rahmen der Ende 2021 ausgelaufenen Initiative zur Aussetzung des Schuldendienstes (DSSI) wie Georgieva einen Zahlungsstopp für die ärmsten Länder.

    Auf die nach wie vor bestehende Ungleichheit bei der weltweiten Verteilung der Corona-Impfstoffe wies die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, hin. „Wir haben durch die Pandemie nicht dazugelernt“, sagte sie. Sie begrüßte, dass die EU sich für eine verstärkte Impfstoffproduktion in Afrika einsetzen wolle.

    Streit gebe es weiterhin über den Schutz des geistigen Eigentums in Form von Patenten. Mehr als 100 WTO-Mitglieder hätten sich dafür ausgesprochen, den Patentschutz für Covid-Impfstoffe auszusetzen. Doch viele reichere Länder seien dagegen. „Wir finden einen Kompromiss“, zeigte sich die Nigerianerin überzeugt.

    Resilienz der armen Länder stärken

    Die deutsche Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze (SPD) forderte ein Frühwarnsystem, um für kommende Pandemien besser gewappnet zu sein. „Wir müssen viel früher Daten und Informationen austauschen“, sagte Schulze. Zugleich müssten mit finanzieller Unterstützung der reichen Nationen die wichtigen Infrastrukturen geschaffen werden, um Schwellen- und Entwicklungsländer krisenfester zu machen.

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