MenüZurück
Wird geladen.

13.03.2019

19:55

Nach Absturz

USA erlassen Flugverbot für Boeing 737 Max

Von: Tobias Döring, Katharina Kort

Donald Trump zieht nach: Der US-Präsident ordnet ein Flugverbot für den umstrittenen Mittelstreckenjet an. Die Anweisung gilt ab sofort.

Laut US-Medienberichten soll es ein Telefonat zwischen Boeing-Chef Dennis Muilenburg und Trump gegeben haben. AFP

Boeing 737 Max

Laut US-Medienberichten soll es ein Telefonat zwischen Boeing-Chef Dennis Muilenburg und Trump gegeben haben.

Düsseldorf/WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat ein Flugverbot für die Boeing 737 Max in den USA erlassen. Trump sagte an diesem Mittwoch, die US-Luftfahrtbehörde FAA werde das Startverbot veranlassen. Die Order gelte ab sofort. Die Ankündigung des Präsidenten kommt überraschend.

Noch in der Nacht auf Mittwoch hatte die US-Luftfahrtaufsicht FAA mitgeteilt, dass die Untersuchungen weitergehen, ohne jedoch die Nutzung der Boeing 737 Max zu verbieten. Zuletzt stand aber nicht nur Boeing, sondern auch die FAA immer stärker in der Kritik. Am Mittwoch hatte auch Kanada die 737 am Boden gelassen. Außerdem hatten gleich zwei Gewerkschaften von Flugbegleitern und Politiker beider Parteien Druck gemacht, das Modell so lange am Boden zu lassen, bis die Unfallursache bekannt ist.

Die Boeing-Aktien verloren nach der Entscheidung an der Wall Street weitere knapp zwei Prozent.

Laut US-Medienberichten soll es zuvor ein Telefonat zwischen Boeing-Chef Dennis Muilenburg und Trump gegeben haben, in dem das Unternehmen gegen ein Startverbot votiert habe. Flugbegleiter und US-Politiker protestierten und warben dafür, baugleiche Maschinen vorsichtshalber am Boden zu lassen. Die FAA hatte bis zuletzt erklärt, die Maschinen seien flugtauglich und dürften sich im US-Luftraum bewegen.

Alan Diehl, ein ehemaliger Luftsicherheits-Ermittler des National Transportation Safety Board, der heute als Berater arbeitet, schätzte, dass es die jüngsten Entwicklungen waren, die den Präsidenten und vielleicht auch die FAA umgestimmt haben. „Der Pilot von Ethiopian hat Probleme kommuniziert, und verschiedene Piloten haben zuvor ebenfalls Probleme mit der automatischen Steuerung gehabt“, sagte er. Das sei wohl ausschlaggebend gewesen.

Auch der Flugzeugbauer hat sich bereits geäußert: „Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit dieses Flugzeugs“, teilte das Unternehmen fest. Dennoch unterstütze es nach Absprache mit den Sicherheitsbehörden die Entscheidung, die vorübergehende Suspension der gesamten Flotte der 737 Max sei in Absprache mit der FAA.

Die Fluggesellschaften seien damit einverstanden, sagte Trump. Boeing sei ein „unglaubliches Unternehmen“, das derzeit sehr hart arbeite und hoffentlich bald mit den Antworten komme.

US-Flugzeugbauer: Die 737-Krise könnte Boeing Milliarden kosten

US-Flugzeugbauer

Die 737-Krise könnte Boeing Milliarden kosten

Fast 4700 der Mittelstreckenjets sind bestellt. Die USA erteilen Startverbot für die Boeing 737 Max 8, und erste Airlines überdenken ihre Orders. Deren Wert: 55 Milliarden Dollar.

Zuvor hatten Europa, weite Teilen Asiens und zuletzt Kanada den Flugzeugtyp mit einem Startverbot belegt. Mindestens 240 der seit 2017 rund 370 ausgelieferten Maschinen stehen inzwischen am Boden.

Auslöser der Flugverbote war der Absturz einer Maschine der Ethiopian Airlines, bei dem am Sonntag 157 Menschen ums Leben gekommen waren. Der Crash ähnelte einem ersten Unfall mit der 737 Max vor einigen Monaten in Indonesien mit 189 Toten.

Für den Boeing-Konzern könnte das jüngste Unglück weitaus mehr als nur eine Imagekrise bedeuten. Die 737-Max-Serie ist der gefragteste Flugzeugtyp des Airbus-Rivalen. Der zweite Absturz einer neuen Boeing-Maschine binnen weniger Monate hatte wachsende Zweifel am Markt ausgelöst. Bei andauernden Problemen mit dem Kassenschlager könnten somit auch massive Umrüstungskosten und Geschäftseinbußen drohen.

An den deutschen Flughäfen gab es am Mittwoch für die Passagiere nur geringe Einschränkungen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt waren von dem am Dienstag verhängten europaweiten Flugverbot lediglich zwei Flüge betroffen, in anderen Städten gab es gar keine Auswirkungen.

Mit Agenturmaterial.


Brexit 2019

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×