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11.08.2019

18:18

Nach Sexhandelsring-Skandal

Mysteriöser Tod des Finanziers Jeffrey Epstein ruft Justizminister auf den Plan

Von: Katharina Kort

Sein Prozess wegen eines Sexhandelsrings war mit Spannung erwartet worden. Nun ist der Hauptangeklagte tot. Einige Prominente dürften nun aufatmen.

New York

Milliardär Jeffrey Epstein tot im Gefängnis aufgefunden

New York: Milliardär Jeffrey Epstein tot im Gefängnis aufgefunden

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New York Er war befreundet mit Bill Clinton, Donald Trump und Prince Andrew – und er soll Minderjährige sexuell missbraucht und an reiche Freunde vermittelt haben. Nun ist der US-Investmentbanker Jeffrey Epstein tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Er war 66 Jahre alt.

Damit fehlt dem mit Spannung erwarteten Prozess in New York der Hauptangeklagte. Viele seiner mächtigen Freunde können wohl aufatmen. Laut Medienberichten wären in dem Prozess noch viele andere bekannte Namen ans Licht gekommen.

Epstein hatte seine Karriere bei der Investmentbank Bear Stearns begonnen, bevor er seine eigene Investmentfirma in Florida gründete. Er war bestens mit den Reichen und Mächtigen vernetzt und beschränkte seine Dienste nicht nur auf Finanzen. Bereits 2008 wurde er wegen sexueller Belästigung von Minderjährigen zu 13 Monaten Haft verurteilt.

Im Juli dieses Jahres war er in New York erneut verhaftet worden. Laut Anklageschrift habe Epstein zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut. Einige der Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen.

Der Tod im Gefängnis wirft nun viele Fragen auf, zumal Epstein bereits einmal mit Schnittwunden in der Zelle aufgefunden wurde. Er galt deshalb als selbstmordgefährdet und stand unter besonderer Beobachtung. Laut der „New York Times“, die sich auf Ermittlerkreise beruft, sollen aber die Aufseher nicht wie vorgeschrieben, alle 30 Minuten in seine Zelle hineingesehen haben. Zudem sei Epstein am Samstagabend allein in der Zelle gewesen.

Sowohl das FBI als auch das Justizministerium ermitteln nun wegen des Tods von Epstein. „Herr Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen“, sagte der Justizminister William Barr.

Auch der New Yorker Bürgermeister Bill De Blasio, der Ambitionen auf die Präsidentschaft hat, schaltete sich ein und versicherte, dass der Prozess weitergehe: „Jeffrey Epstein mag seinem Tag vor Gericht entkommen sein, aber wenn die wohlhabenden Raubtiere, die an seinem Sexring beteiligt waren, glauben, dass sie gerade davongekommen sind, liegen sie falsch.“

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