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10.05.2018

08:33 Uhr

Nahost

Israelische Armee meldet iranischen Angriff auf Golanhöhen

Entlang der Grenze zu Syrien geraten Stützpunkte der israelischen Armee unter Beschuss. Die macht den Iran verantwortlich – und antwortet.

Israel hat Kampfpanzer nahe der syrischen Grenze positioniert. dpa

Golanhöhen

Israel hat Kampfpanzer nahe der syrischen Grenze positioniert.

JerusalemIranische Streitkräfte haben nach Angaben der israelischen Armee 20 Raketen auf israelische Militärposten auf den Golanhöhen abgefeuert. Mehrere der von Syrien aus abgefeuerten Geschosse seien von dem israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden, sagte der Militärsprecher Jonathan Conricus in der Nacht zum Donnerstag. „Wir sehen diese iranische Attacke auf Israel als sehr schwerwiegend an.“ Der Armeesprecher sagte, für den Angriff seien nach israelischen Informationen die Al-Quds-Brigaden verantwortlich, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden. Es seien mehrere israelische Militärposten entlang der Grenze zu Syrien attackiert worden.

Es gebe keine Informationen zu israelischen Opfern. Man untersuche noch das Ausmaß des Schadens durch die Angriffe. Auf die Frage, woher Israel wisse, dass die iranischen Quds-Brigaden hinter dem Angriff stehen, sagte Conricus: „Wir wissen es einfach.“

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Israels Armee habe reagiert, sagte Conricus. Sage dazu dann aber nicht mehr. Dem Online-Auftritt der „Haaretz“ zufolge, habe das israelische Militär einen „umfassenden Vergeltungsschlag gegen iranische Ziele und Militärbasen in Syrien“ vollzogen. Informationen der Armee zufolge sei der Gegenangriff von Armeeflugzeugen ausgeführt worden, schreibt „Haaretz“ weiter. Gleichzeitig habe das Militär Syrien davor gewarnt, Panzerabwehrraketen gegen seine Flugzeuge zu verwenden. Sollte Syrien dem nicht nachgehen, würde auch auf syrische Panzerabwehrapparate geschossen werden.

Der libanesische TV-Sender Al-Mayadeen, der der syrischen Regierung nahesteht, berichtete von Angriffen auf mehrere israelische Militäreinrichtungen. Darunter seien das Quartier der Alpinisten- Einheit, ein Hubschrauber-Landeplatz und eine Späher-Einheit. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv wollte sich dazu nicht äußern.

Mit Hinweis auf Warnungen vor einem iranischen Angriff von Syrien aus hatte Israels Armee bereits am Dienstag Reservisten mobilisiert. Die Armee hatte zudem Ortschaften auf den Golanhöhen angewiesen, die Luftschutzbunker zu öffnen. Israel habe verdächtige Bewegungen iranischer Streitkräfte in Syrien identifiziert, hieß es zur Begründung.

Auch israelische Angriffe auf Ziele in Syrien

Beinahe zeitgleich berichteten syrische Staatsmedien in der Nacht zum Donnerstag von israelischen Angriffen auf Ziele in Syrien. Dabei sollen zahlreiche Raketen Ziele in der südwestsyrischen Provinz Quneitra getroffen haben.

Die syrische Staatsagentur Sana berichtete, die Raketen seien von den Golanhöhen abgefeuert worden und seien unter anderem in der Stadt Al-Baath eingeschlagen. Israel hatte die Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert.

Auch die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von israelischen Raketenangriffen, zudem seien israelische Kampfflugzeuge gesichtet worden. Über eventuelle Opfer der Angriffe lagen zunächst keine Angaben vor.

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Auch in der Nacht zuvor wurde ein mutmaßlicher israelischer Raketenangriff auf Ziele in Syrien gemeldet. Dabei kamen nach Angaben der Menschenrechts-Beobachter mindestens 15 Menschen ums Leben. Der Angriff habe einem Waffenlager der iranischen Revolutionsgarden gegolten. Das israelische Militär gibt grundsätzliche keine Erklärungen zu Einsätzen ab.

Teheran ist neben Russland und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah wichtigster Verbündeter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Der Iran hat nach israelischen Angaben in den vergangenen Monaten seine militärische Präsenz im Land weiter ausgebaut. Israel wird für Luftangriffe in Syrien verantwortlich gemacht, bei der auch Iraner getötet wurden. Teheran drohte mit Vergeltung.

USA sehen sich in ihrer Iran-Politik bestätigt

Nach dem mutmaßlichen Raketenangriff auf israelische Armeeposten sehen sich die USA in ihrem Vorgehen gegenüber dem Iran bestätigt. Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders wertete den Beschuss als „zusätzlichen Beweis, dass dem iranischen Regime nicht zu trauen ist“. Dies zeige, dass Präsident Donald Trump mit seinem Rückzug aus dem internationalen Atomabkommen die richtige Entscheidung getroffen habe.

Kommentare (13)

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Herr Richard Schmelzle

10.05.2018, 08:29 Uhr

Klar und für unser schlechtes wetter heute, machen ich den ...........verantwortlich.
Oder, seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen...
Genau wie vorhergesagt !!

Der Iran, so ist zu lesen, hat 2017 mit der Türkei einen Deal abgeschlossen, dass Öl und Gaslieferungen in der jeweiligen Landeswährung bezahlt werden kann/soll...
in der Türkei sollte Erdogan geputscht werden und der Iran wird wieder ( von Amiland ) sanktioniert...noch Fragen ??

Herr J. Teufel

10.05.2018, 11:28 Uhr

Israel bombardiert in Syrien regelmäßig und seit langem.. wenn schließlich zurückgeschossen wird, dann gilt dies für die andere Seite.
Der Krieg gegen den Iran muss stattfinden, da der Krieg in Korea abgesagt wurde und die Rüstungsindustrie Kriege benötigt. Deutschland täte gut daran, sich von diesen Kriegstreibern zu distanzieren und dies wäre auch im Sinne von Europa.

Unsere Russlandpolitik muss sich ändern, dann stehen die Kriegstreiber isoliert da und es könnte eventuell ein Frieden auch im nahen Osten ausbrechen. Und wer historische Verantwortung ernst nimmt, der sollte auch die 20 Millionen toten Russen des 2. WK nicht ausschliessen.
Die Menschen sind nicht für Kriege geschaffen, in keinem Lanf.

Herr Hans Send

10.05.2018, 11:51 Uhr

Wie lange möchten die Dame mit der Raute und der andere Herr im Kommunionanzug noch die verfehlte Außenpolitik dem deutschen Volk "verkaufen". Aber wir sind ja eigentlich gar nicht mehr gefragt; daher sollten wir auch unsere eigene Sicht der Weltpolitik von der der Kriegstreibern "abkoppeln".
Hab' ich da was falsch verstanden als der Jüngling aus der Grand Nation mit dem "unverdienten Karlspreis" dem "pösen Assad" seine Kampfjets als Bestätigung seines "Kampfeswillen" gezeigt hat?

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