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28.12.2010

14:30

Neue Aufsichtsbehörden

EU-Finanzpolizisten sollen Krisen verhindern

Von: Holger Alich, Marietta Kurm-Engels, Michael Maisch, Christoph Sandt

ExklusivDie Europäische Union schafft zum Jahreswechsel neue Aufsichtsbehörden. Doch das Führungspersonal dafür muss sie erst noch auswählen. Fest steht bislang nur, dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet den Vorsitz des sogenannten Risikorats übernimmt.

Übernimmt den Vorsatzn des Risikorats: Jean-Claude Trichet DAPD

Übernimmt den Vorsatzn des Risikorats: Jean-Claude Trichet

PARIS, FRANKFURT, LONDON. Amerikanische Häuslebauer nehmen Kredite auf, die sie sich eigentlich nicht leisten können - und zwingen dadurch über viele Zwischenschritte letztlich den deutschen Steuerzahler, deutsche Banken mit hohen Milliardenbeträgen vor dem Kollaps zu retten. Oder die Europäische Union (EU), Mitgliedsstaaten vor der Pleite zu bewahren. Damit solche Krisen wie derzeit mit unvorhersehbaren Kettenreaktionen sich nicht wiederholen, hat die EU ein neues Aufsichtssystem geschaffen, das Anfang Januar startet. Zunächst einmal aber wird es mit seinem eigenen Aufbau beschäftigt sein.

EU-Kommissar Michael Barnier zufolge gibt es rund 300 Bewerber für die sechs neuen Spitzenjobs bei drei der neuen Behörden - den jeweiligen Chef und den Generalsekretär. Fest steht die Spitze bislang nur für das vierte neue Gremium, den Europäischen Rat für Systemrisiken (ESRB), oder kurz Risikorat. Kurz vor Weihnachten übernahm der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, den Vorsitz. Sein Stellvertreter ist der britische Notenbankchef Mervyn King.

Der Risikorat soll den Blick fürs Ganze behalten und möglichst früh warnen, wenn sich Gefahren abzeichnen oder Banken, Hedge-Fonds oder Versicherer Geschäfte tätigen, von denen sie lieber die Finger lassen sollten. Im Fachjargon heißt das "makroprudenzielle Aufsicht". EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia spricht von einem "Meilenstein, um die Unausgewogenheit der Finanzsysteme sowie die Schwächen unserer Finanzaufsichtssysteme zu bewältigen, die zumindest teilweise für die Finanzkrise verantwortlich waren."

Den einzelnen Unternehmen und Akteuren auf die Finger schauen zudem die neuen europäischen Aufsichtsbehörden für Banken (EBA), für Börsen (ESMA) und für Versicherer (EIOPA). Sie sind auf die größten EU-Staaten verteilt: Die EBA sitzt in London, die ESMA in Paris und die EIOPA in Frankfurt. Die drei Institute hatten Vorläuferorganisationen, die aber nur als Arbeitsgemeinschaften organisiert waren. Mit dem Jahreswechsel werden daraus Behörden mit weitgehenden Eingriffsrechten in Krisenzeiten.

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    Test für die Glaubwürdigkeit der neuen Behörde

    Gefordert ist gleich zu Beginn des neuen Jahres die neue Bankenaufsicht, denn bereits im Februar testet sie die Belastungsfähigkeit der europäischen Kreditinstitute. Ihre Autorität wird auch davon abhängen, wie sie diese erste große Aufgabe bewältigt. "Die Tests der EBA müssen von den Märkten akzeptiert werden, das ist die einzige Chance, der Behörde Glaubwürdigkeit zu gewinnen", meinen die Experten des britischen Brokers Olivetree.

    Kommentare (5)

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    Micha

    28.12.2010, 08:56 Uhr

    Wieder neue Aufsichtsbehörden? Was machen die über tausend hochbezahlten beamten der EZb den ganzen Tag? Krisen lassen sich einfach vermeiden: Undurchsichtige und nicht nachvollziebare Finanzderivate verbieten. biLLiONEN von Euro sind in Finanzderivaten verschachtelt. Da steht die nächste blase/Krise vor der Tür! banken sollen sich auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren und nicht auf das Eigengeschäft! Dann benötigen wir auch keine weitere Aufsichtsbehörden mit hochbezahlten und lobbyunterstützten beamten, die im Krisenfall nur erklären, warum sie die Krise nicht vorhersehen konnten! Das Geld und die zusätzliche bürokratie können wir uns sparen! Letztendlich bezahlt das ja doch wieder der Deutsche Steuerzahler...

    Leertasche

    28.12.2010, 15:50 Uhr

    A U F H Ö R E N !
    Wie jeder vernünftige deutsche Staatsbürger, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, erwarte ich von der deutschen bundesregierung eine beendigung dieses unsäglichen blödsinns.
    Durch Wiederholung in den Medien wird aus Katzendreck kein brotteig, aus dem etwas werden könnte.
    RiEN NE VAS PLUS !

    Siggi40

    28.12.2010, 15:56 Uhr

    ... Amerikanische Häuslesbauer nehmen Kredite auf, die sie sich eigentlich nicht leisten können.
    Und damit wurde die Weltwirtschaftskrise ausgelöst? Aber Hallo. Ausgelöst wurde die Krise, weil der benzinpreis explodierte und die Amis, die 50, 70 und noch mehr km zur Arbeit fahren, näher zur Stadt, zur Arbeitsstätte ziehen und ihre Häuser verkaufen wollten. Durch das Überangebot und einer wegbrechenden Nachfrage sanken die immobilienpreise. Viele Kredite waren jetzt höher als der Wert. Und man konnte das Haus auch nicht mehr als Kreditkarten nutzen und weiterhin auf Pump leben. Das war der Auslöser. Doch der Grund für die größte Krise aller Zeiten war ein ganz anderer.

    Das Gesamtkreditvolumen der US-Hypotheken liegt so bei ca. 12 bio. Dollar. Die hätte Obama sogar komplett erlassen können, um die größte Krise zu vermeiden. Daran lag es nicht.

    Aus den ca. 12 bio. Dollar Hypothekenkrediten zauberten die investmentgangster ein Anlagevolumen durch Verbriefungen in Höhe von ca. 600 bio. Dollar. Es kann auch die doppelte Summe sein, so genau weiß das niemand.
    Und weil diese Verbriefungen absolut wertlos geworden sind, kracht das Finanzsystem auch zusammen. Die bankster haben erst einen bruchteil der Ausfälle in den bilanzen korrigiert.
    Sonst wären alle banker auf einmal pleite. Aber das Armageddon soll noch a bissl rausgeschoben werden.

    Eine europäische Finanzaufsicht benötigen wir auch nicht, wenn nicht mal die deutsche Finanzaufsicht ihre Pflichten erfüllt. Die haben sich lieber Pornos angeschaut, als ihre Arbeit zu verrichten, für die sie vom deutschen Steuerzahler hoch bezahlt werden.

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