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30.04.2017

11:02 Uhr

Neuwahlen in Großbritannien

Druck auf May – Opposition holt deutlich auf

Die oppositionelle Labour Party kann knapp sechs Wochen vor der Neuwahl in Großbritannien Boden gut machen. Die regierenden Tories unter Premierministerin May verloren in einer Umfrage hingegen um vier Prozent.

Die Labour Party holt einer Umfrage zufolge auf die regierenden Tories auf. AFP

Neuwahl in Großbritannien

Die Labour Party holt einer Umfrage zufolge auf die regierenden Tories auf.

LondonKnapp sechs Wochen vor der Neuwahl in Großbritannien kann die oppositionelle Labour Party einer Umfrage zufolge Zugewinne verbuchen. Einer am Sonntag veröffentlichten Erhebung des Instituts Yougov zufolge kommen die konservativen Tories von Regierungschefin Theresa May auf 44 Prozent der Stimmen, nach 48 Prozent in der Vorwoche.

Labour kann sich hingegen von 25 auf 31 Prozent steigern. Das Institut ORB kam in einer Umfrage für den „Sunday Telegraph“ auf 42 Prozent für die Tories und 31 Prozent für Labour. Hier gab es keine Zahlen aus der Vorwoche.

Darum will May im Juni wählen lassen

Rückenwind für EU-Verhandlungen

Die Premierministerin steht mit ihrem Mantra „Brexit heißt Brexit“ inzwischen für den EU-Austritt. Die Verhandlungen werden zäh und kompliziert werden, und es gilt als sicher, dass sie Großbritannien erst einmal einiges kosten werden - May will sich beim Volk ein Mandat dafür holen und die Stimmen der Kritiker im Parlament dämpfen.

Komfortable Mehrheit

Die konservativen Tories regieren allein, haben aber nur eine Mehrheit von 17 Stimmen. Wie schon ihr Vorgänger David Cameron hat May mit „Rebellen“ in den eigenen Reihen zu kämpfen, vor allem den ultra-konservativen Hardlinern. Eine größere Mehrheit würde Gruppierungen innerhalb der Tories-Fraktion schwächen.

Gegner am Boden

Labour, die große Oppositionspartei, ist in desolatem Zustand - spätestens, seit die sozialdemokratische Basis den Parteilinken Jeremy Corbyn gegen den Willen seiner Fraktion an die Spitze gewählt hat. Nicht mal jeder sechste Brite traut ihm das Amt des Premiers zu, alles sieht nach einem klarem Sieg für May aus.

Eigenes Mandat

Nicht May hat die jüngste Wahl gewonnen, sondern David Cameron. Nach dem Brexit-Referendum ging sie aus einem ziemlich unschönen Machtkampf als seine Nachfolgerin hervor. An ihrer Machtstellung zweifelt zwar niemand - trotzdem würde ein Wahlsieg ihre Position noch einmal stärken.

Besser jetzt als später

Wer weiß, was 2020 ist? Bis dahin könnte Labour einen neuen Chef haben und sich berappeln, die britische Wirtschaft könnte nach dem Brexit straucheln, die Stimmung im Land könnte gekippt sein. Wenn am 8. Juni gewählt wird, haben Mays Tories die Macht bis 2022.

May hatte Mitte April überraschend Neuwahlen für den 8. Juni angekündigt. Sie will damit unter anderem ihre Position in den Brexit-Verhandlungen mit der EU stärken.

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Von

rtr

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