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06.09.2017

15:59 Uhr

Nordkorea-Krise

Europäer spielen keine Rolle im Konflikt

Der jüngste Atomwaffentest verschärft den Nordkorea-Konflikt. Bei der Krisen-Lösung sollte Europa laut Grünen-Politiker Fischer aber keine direkte Rolle spielen – trotz seiner Erfahrungen.

Nordkorea ist die „heißeste Krise, die wir im Moment haben.“ dpa

Ehemaliger Außenminister Joschka Fischer

Nordkorea ist die „heißeste Krise, die wir im Moment haben.“

Berlin Der Grünen-Politiker Joschka Fischer sieht keine Rolle der Europäer bei der Lösung des Nordkorea-Konflikts. Zwar habe die EU einen wichtigen Anteil gehabt an der Nuklearvereinbarung mit dem Iran, sagte der ehemalige Außenminister am Mittwoch bei einer Buchvorstellung in Berlin. „Man könnte mit den Erfahrungen vielleicht etwas machen, wenn es gewünscht wird. Aber eine direkte Rolle sehe ich nicht, weil wir dort in dieser Form nicht präsent sind.“

Fischer bezeichnete Nordkorea als „heißeste Krise, die wir im Moment haben“. Die Frage eines Atomkriegs sei „plötzlich wieder virulent“ geworden. Eine militärische Lösung sei aber keine Option. „Wer die Zerstörung Südkoreas in Kauf nimmt oder die Gefährdung des Großraums Tokio, der kann dann darüber reden, ohne das halt ich das für nur Gerede“, sagte Fischer. „Bleibt nur der diplomatische Weg, und der wird schwer genug.“

Die USA werfen Nordkorea vor, einen Krieg provozieren zu wollen und dringen im UN-Sicherheitsrat auf „größtmögliche Sanktionen“ gegen Pjöngjang. Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Es war der sechste und bisher größte Atomtest des diplomatisch isolierten Landes seit 2006.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

06.09.2017, 16:33 Uhr

Das wirklich Schlimme an der heutigen geopolitischen Situation ist, dass das Schicksal ganzer Bevölkerungen von der Einsichtsfähigkeit, dem taktischen Geschick - und dem guten Willen einzelner Personen abhängt. So kann es in Zukunft einfach nicht weitergehen.

Die endlosen Diskussionen um das Für und Wider aller erdenklichen politischen "Maßnahmen" führt letzten Endes zu nichts. Das sollte uns die Erfahrung gerade der letzten zehn Jahre gelehrt haben.

Zum Thema der "Maßnahme" Sanktionen:

Man muss auch hier differenzieren. Im "Fall Erdogan" könnten sie (möglicherweise) tatsächlich etwas bewirken, weil durch ihre mit der Zeit immer schmerzhafteren wirtschaftlichen Auswirkungen für die Bevölkerung der "Druck von unten" auf ihn massiv wächst.

Aber im Falle Kim Jong Uns sind sie erwiesenermaßen wirkungslos.

Generell halte ich Sanktionen aber für ein Bestandteil eines obsoleten, d.h. aus der Zeit gefallenen Politikmodells. Das heute nur deshalb fortbestehen kann, weil diejenigen, die vom Status quo am meisten profitieren, beharrlich, mit aller Macht und mit allen Mitteln - gerade auch unter ethischen Aspekten illegitimen - daran festhalten. Und leider (noch) in der Lage sind, sich damit durchzusetzen.


PS: Raten Sie mal den Beruf der Person, der das Geld auf der Abbildung in diesem Link auf die heutige Ausgabe der Folha de Sao Paulo zugeordnet wird:
http://www1.folha.uol.com.br/colunas/bernardomellofranco/2017/09/1916206-tesouros-perdidos.shtml.

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