MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2017

10:09 Uhr

Nordkorea

Pjöngjang droht bei neuen Sanktionen mit „Gegenoffensive“

Der UN-Sicherheitsrat ringt um neue Sanktionen gegen Nordkorea. Die USA drängen auf harte Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang, während Putin einen Dialog fordert – Nordkorea droht derweil mit einer „Gegenoffensive“.

Nordkoreas Diktator protzt mit Wasserstoffbombe

Südkorea übt Angriff auf Kim Jong-un

Nordkoreas Diktator protzt mit Wasserstoffbombe: Südkorea übt Angriff auf Kim Jong-un

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Seoul/New YorkNach seinem weltweit verurteilten Atomtest hat Nordkorea für den Fall neuer Sanktionen mit Gegenmaßnahmen gedroht. Das Außenministerium in Pjöngjang unterstellte den USA, eine feindselige Politik und dazu eine „hektische Sanktionskampagne“ zu betreiben. „Wir werden auf die verabscheuungswürdigen Sanktionen und den Druck der USA mit unserer eigenen Art der Gegenoffensive antworten“, wurde ein Sprecher am Dienstagabend von den Staatsmedien zitiert. Welche Art von Maßnahmen ergriffen werden sollen, blieb unklar.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte zuvor an alle Staaten appelliert, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel unbedingt verhindert werden müsse. Die USA werfen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor, einen Krieg provozieren zu wollen und dringen im UN-Sicherheitsrat auf „größtmögliche Sanktionen“ gegen Pjöngjang. Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen (ICBM) bestückt werden sollen. Es war der sechste und bisher größte Atomtest des diplomatisch isolierten Landes seit 2006. Sein Raketen- und Atomprogramm wird weltweit als ernste Gefahr angesehen.

Nordkorea-Krise: „Kim bettelt um Krieg“

Nordkorea-Krise

„Kim bettelt um Krieg“

Südkorea hebt mit Zustimmung der USA die Nutzlast für seine Raketen auf. So soll der Druck auf Nordkorea erhöht werden. Kanzlerin Merkel sichert dem US-Präsidenten zu, sich in der EU für schärfere Sanktionen einzusetzen.

Die USA sollten keinen Moment vergessen, dass Nordkorea eine „voll entwickelte Atommacht ist, die im Besitz von ICBM wie auch einer Atom- und Wasserstoffbombe“ sei, sagte der Ministeriumssprecher in Pjöngjang. Er antwortete dabei auf eine Frage bezüglich neuer Sanktionen. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump habe Nordkorea seine Anstrengungen „verdoppelt, um die staatlichen Atomstreitkräfte zu stärken“.

Südkorea und die USA befürchten, dass Nordkorea nach zwei ICBM-Tests im Juli und dem Start einer neuerlichen Mittelstreckenrakete in der vergangenen Woche, die dabei über Japan hinweg in den Pazifik flog, schon bald weitere Raketenversuche unternehmen wird.

Das Risiko eines Nuklear-Konflikts mit Nordkorea sei derzeit die „gefährlichste Krise“ der Welt, sagte UN-Chef Guterres am Dienstag in New York. „Die möglichen Konsequenzen einer Militäraktion sind zu schrecklich.“ Er verurteilte erneut den neuerlichen Atomtest. Nordkorea müsse sich an internationale Verpflichtungen halten.

Wie Nordkorea die Welt provoziert

Kim Jong Un als Alleinherrscher

Seit Kim Jong Un, Sohn des langjährigen Alleinherrschers Kim Jong Il, Ende 2011 die Macht in Nordkorea übernommen hat, sorgt das abgeschottete Land immer wieder für internationale Spannungen. Das kommunistische Regime sieht sich von den USA und anderen Ländern bedroht.

April 2012

Nach internationaler Kritik an einem gescheiterten Raketentest fühlt sich Nordkorea nicht mehr an ein Abkommen mit den USA gebunden, das unter anderem den Verzicht auf Atomversuche vorsah.

Dezember 2012

Trotz internationaler Warnungen befördert das Regime einen Satelliten ins All. Die USA und Südkorea befürchten, dass damit eine Interkontinentalrakete getestet werden sollte, die einer Weltraumrakete ähnlich ist.

Februar/März 2013

Allen Warnungen zum Trotz unternimmt Pjöngjang einen weiteren unterirdischen Atomversuch. Der UN-Sicherheitsrat antwortet mit Sanktionen.

Mai 2015

Nordkoreas staatliche Medien berichten, das Land habe erstmals erfolgreich von einem U-Boot eine neuartige ballistische Rakete abgefeuert.

August 2015

Landminen an der innerkoreanischen Grenze verletzen zwei südkoreanische Soldaten. Nach einem Schusswechsel an der Grenze droht Pjöngjang mit einem Militärschlag. In zähen Krisengesprächen wenden Süd- und Nordkorea eine Eskalation ab.

Januar 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich gezündet und löst damit weltweit Empörung aus. Atomexperten in Südkorea und anderen Ländern bestätigen einen Kernwaffentest, bezweifeln aber, dass eine Wasserstoffbombe detonierte.

Februar 2016

Das Regime in Pjöngjang schießt erneut einen Satelliten ins Weltall und brüskiert damit die Weltgemeinschaft.

März 2016

Der UN-Sicherheitsrat verhängt seine bislang schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea. Der kommunistische Staat sorgt mit neuen Raketentests für Unruhe.

Februar 2017

Pjöngjang testet eine ballistische Rakete, die über Tausende Kilometer einen Atomsprengkopf transportieren könnte.

März 2017

Nordkorea feuert vier ballistische Raketen ab; drei davon seien erst in der 200-Seemeilen-Zone vor Japan ins Meer gestürzt, heißt es aus Tokio.

28. Juli 2017

Nordkorea testet erneut eine Interkontinentalrakete, die die USA erreichen könnte.

5. August 2017

Einstimmig verhängt der UN-Sicherheitsrat weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea. Die Ausfuhr wichtiger Handelsgüter wird verboten. Hauptabnehmer war China.

9. August

Nordkoreas Militär heizt den Konflikt mit der Drohung an, die US-Pazifikinsel Guam mit Raketen anzugreifen. US-Präsident Donald Trump droht „Feuer, Zorn und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat“ für den Fall an, dass die Provokationen andauern. Nach heftigen Wortgefechten zieht Kim Jong Il Tage später die Drohung zurück.

29. August 2017

Unbeeindruckt von allen Sanktionen feuert Nordkorea eine Rakete von großer Reichweite über Japan hinweg in Richtung offenes Meer ab.

3. September 2017

Nordkorea unternimmt seinen sechsten Atomwaffentest - nach Auswertungen in den Nachbarländern könnte es der bisher größte sein. Nach Angaben aus Pjöngjang wurde dabei eine Wasserstoffbombe eingesetzt.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Vortag in der südchinesischen Hafenstadt Xiamen vor einer „globalen Katastrophe und vielen Opfern“ gewarnt und einen Dialog mit Pjöngjang gefordert. Er bekräftigte seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In der Agentur Tass zufolge, dass er den „nuklearen Status Nordkoreas nicht anerkennen werde“. Pjöngjang stelle eine Gefahr für die Sicherheit in der Region dar.

„Ohne politische und diplomatische Instrumente wird es sehr schwer, sich in dieser Situation zu bewegen. Um genauer zu sein, ich halte das für unmöglich“, sagte Putin in Wladiwostok am Mittwoch nach einem Gespräch mit Moon Jae In. Sanktionen hätten den Konflikt mit Nordkorea nicht gelöst. „Es ist klar, dass es nicht möglich ist, die Probleme auf der koreanischen Halbinsel nur mit Sanktionen und Druck zu lösen“, sagte der Kremlchef. „Wir sollten nicht unseren Emotionen erliegen und Nordkorea in die Ecke drängen.“

Die USA sehen Forderungen nach einem Dialog mit Pjöngjang allerdings kritisch. Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hatte einen Katalog mit härteren Maßnahmen gegen Nordkorea angekündigt, über den der Sicherheitsrat am kommenden Montag abstimmen solle. Den USA geht es besonders um eine Aussetzung der Öllieferungen aus China nach Nordkorea. Peking, das wie Moskau zu Zurückhaltung mahnt, befürchtet einen Kollaps des Nachbarlandes mit unkalkulierbaren Folgen.

Peking süß-sauer

Nordkoreas mysteriöse Touristen

Peking süß-sauer: Nordkoreas mysteriöse Touristen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Andreas Kertscher

06.09.2017, 09:44 Uhr

Sanktionen sind eine DEFENSIVE Maßnahme, um Staaten zum Umdenken zu bewegen. "Gegenoffensive" deutet dagegen auf eine AGGRESSIVE Handlung hin.
Es ist doch wohl eindeutig, wer hier der Aggressor ist und wer eine friedliche Lösung anstrebt.

Herr Carlos Santos

06.09.2017, 10:21 Uhr

Nordkorea-Konflikt
Wild gewordener Diktator: Hat jetzt auch China seinen Einfluss auf Kim verloren?
Raketentests und Wasserstoffbombe - die Welt sieht mit Sorge auf die Provokationen Kim Jong Uns. Der letzte Verbündete China hält sich auffällig zurück - und verzichtet noch immer auf angekündigte radikale Sanktionen.

-------------------------------------------------------------------

CHINA und RUSSLAND haben keinen Interesse an eine Wiedervereinigung von Nord und Süd Korea !!!

CHINA WILL NICHT EXPORTE VERLIEREN UND NUR DESWEGEN KÜNDIGTE CHINA DIE HARTE SANKTIONEN AN, AM ENDE ZEIGT CHINA SEIN WAHRES GESICHT UND HILFT PERMANENT NORDKOREA SICH WEITERHIN ALS DIKTATORISCHE MACHT ZU BEHAUPTEN !!!

DIE BEVÖLKERUNG NORDKOREAS HUNGERT !!!

WOHER KOMMEN DIE GELDER FÜR DEN STÄNDIGEN INVESTITIONEN IN NEUES MATERIAL FÜR DIE BOMBEN ???

FINANZIERT CHINA UND RUSSLAND VERSTECKTER WEISE NORDKOREA UM DIE USA DURCH DIE HINTERTÜR FERTIG ZU MACHEN ZU WOLLEN DURCH EINEN ERSTSCHLAG DASS DANN DIE AMERIKANER EVENTUELL ZUERST MACHEN WÜRDEN !!!

WOLLEN ALLE DREI DEN USA ALS EINZIGSTER AGRESSOR HINSTELLEN ???

Herr Peter Spiegel

06.09.2017, 10:21 Uhr

Hoffentlich schickt Korea weiter Getreide in den Westen, andernfalls stehen wie vor einer Hungersnot.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×