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03.05.2019

13:17

Der Grünen-Politiker fordert die Bundesregierung auf, Grenells Drohungen zurückzuweisen. dpa

Jürgen Trittin

Der Grünen-Politiker fordert die Bundesregierung auf, Grenells Drohungen zurückzuweisen.

Ostsee-Pipeline

„Gegen Grenells Brachial-Marketing wehren“ – Trittin greift US-Fracking an

Der Grünen-Politiker weist die neuen Sanktionsdrohungen des US-Botschafters gegen deutsche Firmen, die an der Ostsee-Pipeline beteiligt sind, zurück.

Berlin, DüsseldorfDer US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, bekräftigt die Sanktionsdrohungen gegen an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beteiligte deutsche Unternehmen. „Aus amerikanischer Sicht fördert die Pipeline nicht nur Gas, sondern ein erhöhtes Sanktionsrisiko“, sagte Grenell dem Magazin „Focus“. Europäische Länder machten sich durch die Gazprom-Pipeline abhängig von Russland.

Zu den deutschen Unternehmen, die sich an Nord Stream 2 beteiligen, zählen der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper sowie der Kasseler Öl- und Gasproduzent Wintershall Dea. Die Bundesregierung verteidigt die Gasleitung durch die Ostsee als Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Grenell kritisierte zudem die Zaghaftigkeit Europas im Umgang mit Russland. Es hätte vor wenigen Jahrzehnten „absurd geklungen, dass es Europa Russland durchgehen lassen würde, die Krim zu besetzen, ein Flugzeug abzuschießen, Wahlen zu manipulieren und chemische Waffen einzusetzen. Undenkbar! Heute wissen wir: Genau so ist es gekommen“, sagte Grenell.

Nach Überzeugung des Grünen-Politikers Jürgen Trittin zielt Grenells Kritik an Nord Stream 2 darauf ab, in Europa den Weg für verflüssigtes Erdgas aus den USA zu ebnen. „Gerade wer Nord Stream 2 für überflüssig hält, muss sich gegen Grenells Brachial-Marketing für klimaschädliches US-Frackings-Gas wehren. Die Bundesregierung aber duckt sich lieber weg“, sagte Trittin dem Handelsblatt.

Die Bundesregierung müsse die Drohungen Grenells zurückweisen, forderte Trittin. „Altmaier, Maas und Merkel müssen endlich für wirksame europäische Schutzmechanismen für unsere Unternehmen gegen illegale Sanktionsregimes der USA sorgen. In Europa gilt europäisches Recht – nicht US-Recht. Das gilt für die Iran-Sanktionen ebenso wie für die neuen geplanten US-Vergeltungssanktionen gegen Russland“, sagte der Grünen-Politiker.

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Deutschland will die umstrittene Gaspipeline – Manfred Weber nicht. Das Torpedieren des Projekts soll vor allem eines: ihn zum Kommissionschef machen.

„Das Denken in Einflusssphären erlebt wieder eine Renaissance – da sind sich Trump und Putin einig. Aber Europa ist keine davon. Europa und die USA sollten zu ihrem partnerschaftlichen Verhältnis zurückkehren, von dem beide Seite profitieren können“, sagte Trittin.

Mario Mehren, Vorsitzender von Wintershall Dea, sagte am Mittwoch im Interview mit dem Handelsblatt, dass das Unternehmen den Bau der Ostsee-Pipeline unterstützen werde: „Nord Stream 2 ist aus unserer Sicht dreierlei: gut, richtig und wichtig für Europa.“ Nord Stream 2 sei ein weiterer Baustein in der europäischen Gasinfrastruktur und werde helfen, die Versorgung Europas kostengünstig zu gewährleisten. „Wer Nord Stream 2 nicht will, verlängert die Laufzeit der Kohle“, sagte Mehren.

Kritik an der Pipeline kommt nicht nur aus den USA: Kurz vor der Europawahl Ende Mai hatte Manfred Weber (CSU), Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, erst kürzlich angekündigt, die Leitung blockieren zu wollen, falls er Chef der EU-Behörde werde.

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Kommentare (6)

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Herr Knut Aigner

03.05.2019, 09:05 Uhr

Man sollte diesen "Botschafter" nach USA zurück Schicken!!!!!!

Herr Hans Henseler

03.05.2019, 10:30 Uhr

Offenbar hat Herr Grenell mittlerweile auch Herrn Weber von der CSU eingekauft. Wenn wir
den waehlen, sind wir selbst schuld.

Herr Helmut da Silva

03.05.2019, 11:09 Uhr

Wann wird dieser Botschafter zur Persona non grata erklärt??
Wir haben nicht Russlands Einfluss auf uns zu fürchten sondern die unverholenen Drohnungen der USA.

Also reichen wir doch besser Russland die Hand und zeigen Trump wo der Hammer hängt, wir sind nicht USA-Vasallen sondern ein freies Land.

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