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07.11.2019

14:08

Paula White

„Nein zu Trump ist Nein zu Gott“ – US-Präsident holt Fernsehpredigerin ins Weiße Haus

Von: Claudia Scholz

Die Pastorin Paula White ist für ihre umstrittenen Auftritte bekannt und hat immer wieder öffentlich für Donald Trump gebetet. Nun bekommt sie einen Regierungsposten.

Die Predigerin und Motivationstrainerin gilt als spirituelle Beraterin und Vertraute des US-Präsidenten Donald Trump und bekommt nun eine Aufgabe im Weißen Haus. AP

Paula White

Die Predigerin und Motivationstrainerin gilt als spirituelle Beraterin und Vertraute des US-Präsidenten Donald Trump und bekommt nun eine Aufgabe im Weißen Haus.

Düsseldorf Sie betete bei der Amtseinführung des US-Präsidenten und preist diesen in der gleichen Tonalität: „Nein zu Trump ist Nein zu Gott“. Die Fernsehpredigerin Paula White gilt als spirituelle Beraterin und Vertraute von Donald Trump. Sie soll ihm nun inmitten der Querelen um ein Amtsenthebungsverfahren zur Wiederwahl verhelfen und evangelikale Wähler mobilisieren. Bereits im Wahlkampf 2016 unterstützte sie ihn.

White soll sich im Weißen Haus um die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der „Faith and Opportunity Initiative“ kümmern, die der Präsident 2018 gestartet hat. Das berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Das Glaubensbüro soll Kirchen und religiösen Verbänden helfen, ihre Stimmen im Regierungsgeschäft einzubringen.

Die 53-Jährige gehört zu einer Gruppe evangelikaler und pfingstkirchlich orientierter Pastoren und vertritt die Auffassung, dass Wohlstand und Gesundheit ein Zeichen für ein gottgefälliges Leben seien. Wer erfolgreich ist, sei von Gott auserwählt. Für sie ist Trump als reicher, berühmter Geschäftsmann und Präsident eine Verkörperung des gottgefälligen Lebens.

In einer ihrer Predigten sagt White: „Wenn ich auf dem Boden des Weißen Hauses gehe, geht Gott auf dem Boden des Weißen Hauses. Ich hatte jedes Recht, den Boden des Weißen Hauses heiligzusprechen, weil ich dort stand. Und wo ich stand, ist es heilig.“

Selbst unter evangelikalen Christen ist sie mit ihrer Haltung umstritten. Kritiker werfen ihr vor, Reichtum und Wohlstand zu glorifizieren, was der christlichen Lehre und Jesus widerspreche, der sich für die Armen, Schwachen und Kranken eingesetzt habe.

Die Predigerin White wird sich im Weißen Haus um die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der „Faith and Opportunity Initiative“ kümmern. Diese soll Kirchen helfen, ihre Stimmen im Regierungsgeschäft einzubringen. AP

Donald Trump und Paula White

Die Predigerin White wird sich im Weißen Haus um die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der „Faith and Opportunity Initiative“ kümmern. Diese soll Kirchen helfen, ihre Stimmen im Regierungsgeschäft einzubringen.

Dass die religiöse Motivationstrainerin aus Florida, Trumps neuem Hauptwohnsitz kommt, ist ein weiterer Faktor, der aus seiner Sicht für sie spricht. Trump und White kennen sich seit vielen Jahren, einmal die Woche sollen sie miteinander sprechen. White kaufte ein Apartment im New Yorker Trump Tower und sie war beim Finale von Trumps früherer Show „The Apprentice” dabei, wo sie für die Crew betete.

Whites Aufstieg in den evangelikalen Kreisen Amerikas ähnele dem Aufstieg Trumps innerhalb der Amerikaner, analysiert die „New York Times“. Als Außenseiter hätten sie es geschafft, mit der Zeit eine große Anhängerschaft hinter sich zu versammeln, die ihre unkonventionellen Ansichten unterstützt.

Ohnehin: Trump und White sind sich nicht unähnlich. Beide haben mehrere Scheidungen hinter sich, sind wohlhabend – Whites Vermögen wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt, Trump soll Milliardär sein – und beide sind durch das Fernsehen bekannt geworden.

Zudem fallen beide durch ihr Luxusleben und Intransparenz bei ihren Finanzen auf. 2007 untersuchte der US-Senat Whites intransparentes Geschäftsgebaren, eine Straftat konnte ihr aber nicht nachgewiesen werden. Trump verweigert die Offenlegung seiner Steuererklärungen. Dies ist auch Teil eines laufenden Verfahrens gegen den US-Präsidenten, in dem die Staatsanwaltschaft mögliche Schweigegeldzahlungen untersucht.

Mehr: Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl ist Donald Trump geschwächt durch Konflikte und ein drohendes Impeachment. Doch eine zweite Amtszeit ist weiter möglich.

Kommentare (2)

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Herr Frank Krebs

07.11.2019, 16:06 Uhr

Es bleibt festzuhalten: Die USA haben einen wirklich unerschöpflichen Vorrat an Bekloppten und Bescheuerten.

Herr Hans Schönenberg

07.11.2019, 17:32 Uhr

Jetzt fehlt nur noch jemand im Weißen Haus, der die Dämonen und die bösen Geister austreibt.

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