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20.09.2017

11:20 Uhr

Pläne zur Abspaltung

Spanische Polizei nimmt katalanische Politiker fest

VonSandra Louven

Bei Durchsuchungen von Regierungsgebäuden der katalanischen Regierung haben spanische Polizisten zwölf Politiker und Beamte verhaftet. Auf den Straßen versammeln sich Hunderte zu spontanen Protesten.

Proteste in Katalonien

Ausschreitungen wegen gestopptem Referundum

Proteste in Katalonien: Ausschreitungen wegen gestopptem Referundum

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MadridDer Konflikt zwischen Spanien und Katalonien spitzt sich zu: Am heutigen Mittwoch hat die spanische Polizei zwölf Mitglieder der katalanischen Regierung und Beamte festgenommen. Auf den Straßen von Barcelona versammelten sich spontan hunderte Bürger zu Protesten.

Unter den Verhafteten ist laut spanischen Zeitungen auch den Staatssekretär für Wirtschaft und Finanzen Josep Maria Jove, der direkt an den stellvertretenden katalanischen Regierungschef Oriol Junqueras berichtet. Die Polizei durchsuchte die Räume des katalanischen Wirtschaftsministeriums, um Wahlunterlagen für das illegale Referendum über die Abspaltung von Spanien zu beschlagnahmen. „Sie greifen die Institutionen des Landes an und damit auch seine Bürger. Das werden wir nicht erlauben“, sagte Junqueras nach den Verhaftungen. Der katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont rief eine Krisensitzung ein.

Die katalanische Regierung hat für den 1. Oktober ein Referendum angesetzt und will binnen 48 Stunden einen eigenen Staat ausrufen, falls da die Ja-Stimmen überwiegen. Das Referendum verstößt gegen die spanische Verfassung, die Zentralregierung in Madrid will es deshalb mit allen Mitteln verhindern und durchsucht dazu unter anderem Druckereien sowie die Räume der katalanischen Regierung.

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Der Streit um die Abspaltung Kataloniens stürzt Spanien in eine institutionelle Krise. Wenn am 3. Oktober tatsächlich ein neuer Staat ausgerufen werden sollte, könnte das aber nicht nur für die Iberer ein Problem sein.

Die große Gefahr ist, dass sich der Konflikt nun von der Politik auf die Straße überträgt: Vor den Räumen des katalanischen Wirtschaftsministeriums versammelten sich mehrere hundert Menschen, um gegen die Verhaftungen und Durchsuchungen zu protestieren. Auch am Dienstagabend musste die Polizei bereist Protestanten wegtragen, die in einer Sitzblockade den Zugang zu einer Druckerei versperrt hatte, in der die Polizei Unterlagen für das Referendum vermutete.

Bisher sind alle Proteste der Separatisten friedlich verlaufen, ebenso wie die Demonstrationen zum Nationalfeiertag Kataloniens, bei der Hunderttausende auf den Straßen von Barcelona für die Unabhängigkeit der Region demonstrieren. Sie fühlen sich in ihrer Kultur und Tradition von Madrid nicht anerkannt und monieren zudem, dass sie als eine der wirtschaftsstärksten Regionen zwar hohe Steuereinnahmen nach Madrid überweisen, im Gegenzug aber bei staatlichen Investitionen benachteiligt werden.

Kommentare (3)

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Herr Toni Ebert

20.09.2017, 11:56 Uhr

Ja, das kann man wirklich nicht zulassen.

wo kommen wir denn da hin, wenn die arbeitsamen Katalanen die Dolce-Vita Typen in Rest von Spanien nicht mehr durchfüttern wollen. So etwas muss unterbunden werden.

Wenn so etwas Schule macht, dann wollen die arbeitenden Menschen von der BRD am ende auch nicht mehr mit 1 Billion € / Jahr die Dolche-Vita typen hier im Ländle durchfüttern.

Herr Peter Spiegel

20.09.2017, 12:23 Uhr

Spanien ist Teil der Wertegemeinschaft und da kommen all die beschriebenen Umstände nicht vor. Alles Fake-News von der AfD.

Herr Franz Giegl

20.09.2017, 12:51 Uhr

das klingt für mich nach lupenreiner Demokratie

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