Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2019

15:07

Proteste

Hongkonger Schüler planen Streik

Montag für Demokratie: Aktivisten protestieren mit kreativen Aktionen am Montagmorgen weiter gegen die Regierung. Die Polizei nimmt einige fest.

Schülerinnen tragen Gasmasken und Helme bei Protesten im St. Francis' Canossian College. dpa

Hongkong

Schülerinnen tragen Gasmasken und Helme bei Protesten im St. Francis' Canossian College.

Hongkong In Vorbereitung auf einen Streik haben Hongkonger Oberschüler ihre traditionellen weißen Schuluniformen um Gasmasken, Schutzbrillen und Helme ergänzt. Am Montag, dem ersten Tag nach den Sommerferien, wollten sie ihr Engagement für die Demokratiebewegung zeigen, die seit fast drei Monaten in der Sonderverwaltungszone demonstriert. Schüler planten, am Nachmittag (Ortszeit) den Unterricht zu schwänzen und sich an einer Protestversammlung auf einem Platz im Stadtteil Central zu beteiligen.

Am Morgen störten einige Aktivisten bereits den morgendlichen Nahverkehr, indem sie in etlichen Bahnhöfen die Zugtüren blockierten. Dem Zugriff von Polizisten versuchten sie sich durch schnelle Standortwechsel zwischen Haltestellen zu entziehen. Beamte an der Station Lok Fu bekamen einige Protestierende zu fassen, traktierten sie mit Schlagstöcken und nahmen eine Person fest. Drei weitere Aktivisten wurden an der Haltestelle Lai King festgenommen.

Uniformierte Schülerinnen der Mädchenschule St. Francis' Canossian College knieten in einer Reihe und hielten handgemalte Schilder hoch, auf denen stand: „Die fünf Hauptforderungen: Keine einzige ist entbehrlich.“

Zu den Forderungen, für die Teilnehmer mit Massendemonstrationen und anderen Protesten eingetreten sind, gehören demokratische Reformen und unabhängige Ermittlungen zu Polizeigewalt. Der kommunistischen Führung in Peking und der Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam werfen Aktivisten vor, die Autonomie und Bürgerrechte zu beschneiden, die der früheren britischen Kolonie bei deren Übergabe an China 1997 zugesagt wurden.

Hongkongs Bildungsminister Kevin Yeung sagte, er hoffe, dass die Schüler im Unterricht blieben. „Schulen sollten nicht als Orte für politische Forderungen oder zum Ausübung von Druck genutzt werden.“ Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums betonte, dass Peking die Polizei in Hongkong bei der Bekämpfung von Gewalt und Chaos unterstütze, um die Ordnung wieder herzustellen. In einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichten Warnung hieß es, die Demonstranten sollten „niemals die Entschlossenheit der Zentralregierung falsch einschätzen“. Die Proteste stünden vor dem Aus.

Nach einer Nacht gewaltsamer Auseinandersetzungen mit der Polizei hatten Protestierende am Sonntag erst nahe dem Internationalen Flughafen Straßen blockiert und an einem Bahnhof Schäden angerichtet. Demonstranten brannten Barrikaden nieder und warfen Brandsätze. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein. Der Zug- und teils auch der Busverkehr zum Flughafen auf der Insel Chek Lap Kok wurde unterbrochen, es kam zu Flugverzögerungen.

Seit mehr als drei Monaten gehen in Hongkong Tausende Menschen gegen wachsenden Einfluss Chinas auf die Straße.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×