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24.08.2019

09:28

Raketentests

„Er mag es, Raketen zu testen“ – Trump reagiert gelassen auf erneute Testraketen in Nordkorea

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben zum wiederholten Male Flugkörper ins Meer gefeuert. Doch der US-Präsident spielt die Ereignisse herunter.

Das Symbolbild zeigt den Abschuss einer Rakete in Nordkorea. AFP

Nordkorea

Das Symbolbild zeigt den Abschuss einer Rakete in Nordkorea.

Seoul Nordkorea hat nach südkoreanischen Militärangaben neue Raketentests vorgenommen. Zwei Kurzstreckenraketen seien von der nordkoreanischen Provinz Hamgyong vor der Ostküste abgefeuert worden und rund 380 Kilometer weit geflogen, teilte der Generalstab in Seoul mit. Demnach erreichten die Geschosse eine Höhe von maximal 97 Kilometern. Japans Regierung teilte mit, die Raketen hätten keinen Schaden angerichtet und seien auch nicht in ihren Hoheitsgewässern eingeschlagen.

US-Präsident Donald Trump spielte Raketentests herunter. „Kim Jong Un ist mir gegenüber ziemlich ehrlich gewesen, wissen Sie“, sagte Trump am Freitagabend vor Reportern am Weißen Haus. „Er mag es, Raketen zu testen, aber wir haben Kurzstreckenraketen nie beschränkt. Wir werden sehen, was passiert.“

Südkoreas nationaler Sicherheitsrat zeigte sich allerdings besorgt über die neuen Raketentests und forderte Pjöngjang zum Stopp solcher Aktionen auf, die militärische Spannungen verschärften. Mitglieder des Rats kündigten auch neue diplomatische Bemühungen an, um Nordkorea zur Rückkehr zu Atomgesprächen mit den USA zu bewegen, wie das Büro von Präsident Moon Jae In mitteilte.

Es war Nordkoreas siebter Raketentest binnen vier Wochen. Beobachter waren davon ausgegangen, dass Pjöngjang das Vorgehen nun einstellen würde, zumal die USA und Südkorea in dieser Woche ihre regelmäßigen Militärübungen beendeten. Die Führung um Machthaber Kim Jong Un sieht die Manöver als Vorbereitung einer Invasion.

Die nordkoreanischen Verbalattacken wegen der Militärübungen galten in erster Linie Südkorea, nicht den USA. Während der Manöver testete Pjöngjang zumeist Geschosse und Raketen mit einer kurzen Reichweite. Einige der Waffen deuteten auf die Entwicklung eines neuen Raketenartilleriesystems und zweier verschiedener mobiler Systeme für ballistische Raketen, die Nordkorea nach Angaben von Experten in die Lage versetzen könnten, Ziele in ganz Südkorea ins Visier zu nehmen.

Den Ton verschärft

Erst am Freitag verschärfte Nordkorea auch seinen Ton gegenüber der USA. Außenminister Ri Yong Ho erklärte, sein Land werde versuchen, „Amerikas größte Bedrohung“ zu bleiben, sollten die Vereinigten Staaten an den Sanktionen gegen Nordkorea festhalten.

Seinen US-Kollegen Mike Pompeo bezeichnete er zudem als „Giftpflanze der amerikanischen Diplomatie“. Er werde „den absurden Traum“ der USA zunichte machen, dass Pjöngjang mit Strafmaßnahmen zu einem Wandel gezwungen werden könne, ergänzte Ri.

Die feurige Rhetorik und die jüngsten Raketentests trüben die Aussichten für eine schnelle Wiederaufnahme der Nuklearverhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang. Dabei hatte der US-Sondergesandte für Nordkorea, Stephen Biegun, erst am Mittwoch deutlich gemacht, dass die USA zu einem neuen Anlauf für Gespräche bereit seien.

Die Atomdiplomatie geriet ins Stocken, nachdem Trump den Forderungen von Machthaber Kim nach einer weitreichenden Lockerung der Sanktionen im Gegenzug für Teilabrüstungsschritte bei ihrem zweiten Gipfel in Vietnam im Februar eine Absage erteilt hatte. Ende Juni trafen Trump und Kim an der innerkoreanischen Grenze zusammen und verständigten sich auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Mehr: Im Februar scheiterte ein Gipfel zwischen Nordkorea und den USA. Die USA sind nun bereit, die Verhandlungen über ein Atom-Abkommen wieder aufzunehmen.

Von

ap

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