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24.09.2018

11:28 Uhr

Right Livelihood Award

Alternativer Nobelpreis ehrt den Kampf gegen Korruption

VonHelmut Steuer

Zu den bekanntesten Preisträgern zählt der Whistleblower Edward Snowden. In diesem Jahr werden erstmals auch Personen aus Saudi-Arabien ausgezeichnet.

Den undotierten Ehrenpreis erhalten die beiden Juristen, weil sie in Guatemala Machtmissbrauch aufdecken und Korruption verfolgen. dpa

Thelma Aldana und Ivan Velásquez

Den undotierten Ehrenpreis erhalten die beiden Juristen, weil sie in Guatemala Machtmissbrauch aufdecken und Korruption verfolgen.

StockholmFür ihre Einsätze in der Korruptionsbekämpfung und dem Klimaschutz erhalten in diesem Jahr Persönlichkeiten aus Guatemala, Burkina Faso, Australien und Saudi-Arabien den Right Livelihood Award. Die besser als Alternativer Nobelpreis bekannte Auszeichnung geht an Thelma Aldana und Ivan Velásquez aus Guatemala.

Die beiden Juristen teilen sich den undotierten Ehrenpreis. Sie kämpfen seit vielen Jahren in ihrem Heimatland gegen Machtmissbrauch und Korruption. Beide erhalten die Auszeichnung „für ihre wegweisende Arbeit zur Aufdeckung von Machtmissbrauch und Verfolgung von Korruption und für die Wiederherstellung von Vertrauen in öffentliche Institutionen“, hob die Jury hervor.

Aldana arbeitete bis zum Frühjahr als Generalstaatsanwältin und initiierte zusammen mit Velásquez die Ermittlungen gegen den mittlerweile inhaftierten Präsidenten Otto Perez Molina. Velásquez leitet die Internationale Kommission gegen Straflosigkeit der Vereinten Nationen.

„Der Right Livelihood Award ist eine Anerkennung des Kampfes der Bevölkerung Guatemalas gegen die Korruption“, erklärte Aldana. „Dieser Preis kommt zu einem besonders dramatischen Zeitpunkt im Kampf gegen Straflosigkeit und Korruption“, ergänzte Velásquez.

Die mit drei Millionen Kronen (290.000 Euro) dotierten Geldpreise teilen sich in diesem Jahr die saudi-arabischen Menschenrechtler Abdullah al-Hamid, Mohammed Fahad al-Qahtani und Waleed Abu al-Khair, der Umweltschützer Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und der australische Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo.

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Die drei Menschenrechtskämpfer aus Saudi-Arabien zählen zu den prominentesten Menschenrechtlern und arbeiten für den politischen Wandel in ihrem Land, das von der königlichen Familie totalitär geführt wird. Alle drei sitzen wegen „Anstiftung zur Unruhe“ derzeit im Gefängnis. Es ist das erste Mal in der fast 40-jährigen Geschichte der Alternativen Nobelpreise, dass Personen aus Saudi-Arabien ausgezeichnet werden.

Sawadogo und Rinaudo werden für ihren Kampf gegen die Dürre in Afrika geehrt. Die Preis-Jury erklärte, Sawadogo sei bekannt als „Mann, der die Wüste aufhielt“. Er habe mit Hilfe von Pflanzengruben den Bauern geholfen, ihre Ernteerträge deutlich zu steigern. Die traditionellen Pflanzengruben speichern Biomasse, Wasser und Bodenkrumen und ermöglichen es den Bauern, auch in Dürrejahren Getreide anzubauen.

Auch der australische Agrarwissenschaftler Rinaudo arbeitet hauptsächlich in Afrika, wo er als „Waldmacher“ gilt. Er habe eine Lösung für die extreme Entwaldung und Wüstenbildung in der Sahelzone entwickelt, erklärte die Right-Livelihood-Stiftung.

Die Grundidee seiner Methode besteht darin, Bäume aus bestehenden, meist noch intakten Wurzelsystemen heranzuziehen und so die Wüstenbildung zu stoppen. Seine Methode habe das Potenzial, unfruchtbare Trockengebiete von der Größe Indiens wieder zu begrünen, sagte Ole von Uexkull, Leiter der Right-Livelihood-Stiftung.

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Die Right Livelihood Awards, wie die Auszeichnungen offiziell heißen, werden am 23. November in Stockholm überreicht. In diesem Jahr gab es 107 Nominierungen aus 50 Ländern. Zu den bekanntesten Preisträgern zählt neben dem Whistleblower Edward Snowden auch die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.

1982 hatte die Mitbegründerin der Grünen, Petra Kelly, die Auszeichnung erhalten. Die Preise wurden erstmals 1980 vergeben. Es sollen Personen oder Organisationen ausgezeichnet werden, die Lösungen für die wirklichen Probleme unserer Zeit gefunden haben.

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