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05.09.2017

15:42 Uhr

Rohingya-Krise

Muslimische Minderheit flieht aus Myanmar

Mehr und mehr Muslime fliehen aus Myanmar. Aus dem Ausland werden Forderungen nach einem Ende der Gewalt gegen die Minderheit laut. Insbesondere die Europäische Union macht sich für Unterstützung stark.

Krieg und Verfolgung in Myanmar

„Wenn wir in unser Land gehen, wird die Armee uns töten“

Krieg und Verfolgung in Myanmar: „Wenn wir in unser Land gehen, wird die Armee uns töten“

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BangkokRund 123 000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya sind im Laufe der vergangenen eineinhalb Wochen aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Das teilte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Vivian Tan, am Dienstag mit. Europäische Politiker riefen Myanmar auf, keine Gewalt gegen die Rohingya auszuüben.

In der von den Rohingya bewohnten myanmarischen Region Rakhine kommt es seit dem 25. August erneut zu Gewalt. Das UNHCR habe die Zahl der Flüchtenden durch Zählungen in Flüchtlingslagern ermittelt, sagte Tan. „Die Zahlen sind sehr besorgniserregend. Sie steigen sehr schnell“, sagte sie. Tausende hätten Probleme dabei, Unterschlupf zu finden.

Die Europäische Union forderte vollen humanitären Zugang zu den Rohingya. EU-Kommissar Christos Stylianides sagte, viele Rohingya litten sehr, was sie zu der Flucht aus dem Land treibe. Die EU unterstütze Bangladesch dabei, die Flüchtlinge zu schützen. Es sei sehr wichtig, für diese zu sorgen, bis sie in ihre Heimat zurückkehren können. Die EU werde helfen, sagte Stylianides. Viele Flüchtlingslager sind bereits überlaufen.

Rohingya-Krise: Indonesische Außenministerin will vermitteln

Rohingya-Krise

Indonesische Außenministerin will vermitteln

Zehntausende Rohingya in Myanmar sind auf der Flucht, weil das Militär nach einem Angriff muslimischer Extremisten Vergeltungsangriffe verübte. Die indonesische Außenministerin Retno Marsudi will nun vermitteln.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach telefonisch mit der myanmarischen Spitzenpolitikerin Aung San Suu Kyi über Gewalt gegen die Rohingya, wie Mitarbeiter seines Büros mitteilten. Er habe gesagt, dass die Angelegenheit global große Sorgen hervorrufe, insbesondere in der muslimischen Welt. Unangemessene Gewalt gegen Rohingya solle vermieden werden und es solle Sorge getragen werden, dass Zivilisten nicht zu Schaden kämen, habe Erdogan gesagt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu werde am Mittwoch nach Bangladesch reisen, um dort über die Lage der Rohingya zu sprechen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Hilfsorganisationen nehmen sich zunehmend der fliehenden Rohingya an. Die Organisation Migrant Offshore Aid Station verlegt ein Rettungsschiff aus dem Mittelmeer in den Golf von Bengalen. Das Schiff solle die Hilfsbemühungen im Grenzgebiet zwischen Myanmar und Bangladesch unterstützen, wo sich „ein tödlicher Exodus“ entwickele, teilte die maltesische Organisation mit. Die „Phoenix“ der MOAS hat im Mittelmeer seit 2014 Flüchtlinge gerettet, wo die Zahl der Flüchtenden mittlerweile wieder abnimmt.

Papst Franziskus rief zu internationaler Unterstützung auf, um den Rohingya zu helfen.

Myanmar: Tausende flüchten nach Brandschatzungen

Myanmar

Tausende flüchten nach Brandschatzungen

Die muslimische Volksgruppe der Rohingya wird in Myanmar weiter angegriffen. Allein in der vergangenen Woche wurde unzählige Häuser niedergebrannt. Zehntausende Menschen sind schon nach Bangladesch geflohen.

Aufständische Rohingya hatten am 25. August Polizeiposten angegriffen. Myanmarische Sicherheitskräfte reagierten darauf mit sogenannten Räumungseinsätzen, brannten Dörfer nieder und erschossen Zivilisten, wie Hilfsorganisationen berichteten.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit vielen Jahren diskriminiert. 2012 kamen mehr als 100 000 Rohingya nach Übergriffen radikaler Buddhisten in Flüchtlingslager, wo viele von ihnen bis zuletzt lebten.

Von

ap

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