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Ruhestand im Ausland

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Vorschriften der Behörden werden zum Problem

Dunsbach ist Mitglied im Vergabeausschuss des Deutschen Hilfsvereins in Thailand, der über Unterstützung für in Not geratene Menschen entscheidet. Infrage kommen aber nur Personen, deren Notlage unverschuldet eingetreten ist. Wer hingegen keine Krankenversicherung abgeschlossen hat, um so Geld zu sparen, und dann Krankenhausrechnungen von mehreren Zehntausend Euro anhäuft, kann nicht auf Hilfen hoffen. „Das wird von den Betroffenen nicht gerne gehört und erzeugt oft Ärger“, sagt Dunsbach.

Zu einem Problem für Auslandsrentner können auch die Vorschriften der Behörden werden. Um ein sogenanntes Rentnervisum zu erhalten, müssen Ruheständler in Thailand ein Monatseinkommen von mindestens 65.000 Baht nachweisen. Vor fünf Jahren waren das knapp 1.500 Euro. Inzwischen sind wegen des schlechteren Wechselkurses rund 1.900 Euro nötig.

Alternativ müssen 800.000 Baht auf einem thailändischen Bankkonto liegen. Auch diese Hürde ist nun für viele schwieriger zu bewältigen. Rentner Hilbig, der momentan noch als Tourist gilt, weiß nicht, wie er diese Summe zusammenbringen kann.

Hoffnung auf eine baldige Entspannung auf dem Devisenmarkt besteht indes kaum. Zwar gibt es bereits ersten politischen Druck auf die Zentralbank zur Intervention. Denn Thailands Wirtschaft, die auf Tourismus und Exporte angewiesen ist, leidet unter der Stärke des Baht. Doch die Notenbanker sehen kaum Spielraum, kurzfristig etwas an der Lage zu ändern.

Der Leitzins ist mit 1,75 Prozent bereits einer der niedrigsten der Region. Eine weitere Absenkung würde den Wechselkurs ihrer Ansicht nach kaum beeinflussen, teilte die Zentralbank Mitte Juli mit. Analysten zufolge sehen Investoren Anlagen in Thailand derzeit als sicheren Hafen in der Region – und treiben so den Kurs nach oben.

International

Devisenchart Baht

Die Folgen bekommen auch Auswanderer mit vergleichsweise hohem Einkommen zu spüren. Christoph Ladisch ist 58 Jahre alt und lebt seit dreieinhalb Jahren mit seiner Frau in der nordthailändischen Stadt Chiang Mai. In Deutschland war er die meiste Zeit selbstständig, gründete mehrere Unternehmen, arbeitete freiberuflich als Unternehmensberater und führte zuletzt ein Restaurant in Hamburg.

Die Arbeitszeit wurde ihm mit mehr als 100 Stunden pro Woche aber am Ende zu viel. Als er jemanden fand, der einen guten Preis für das Restaurant zahlte, packten Ladisch und seine Frau ihre Koffer. „Wir haben ein schönes Haus an einem See, was ich mir in Deutschland so nicht leisten könnte“, sagt Ladisch über sein neues Leben.

Weil er für die Rente noch zu jung ist und später keinen wirklich nennenswerten Betrag erwartet, lebt er von den Dividenden seiner Aktienanlagen. 2.200 Euro hat das Paar eigenen Angaben zufolge so jeden Monat zur Verfügung – genug für zwei Autos, gutes Essen und viele Reisen.

Kalkuliert habe er beim Umzug mit einem Wechselkurs von 40. „Nun erhalten wir 15 Prozent weniger.“ Das bedeute, dass er und seine Frau seltener in teuren Restaurants essen, hin und wieder eine Massage weniger buchen und sich bei Ausflügen innerhalb des Landes mit Drei-Sterne-Hotels begnügen.

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