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15.03.2021

00:01

Sipri-Bericht

USA, Frankreich und Deutschland steigern ihre Rüstungsexporte

Von: Donata Riedel

PremiumLaut Friedensforschungsinstitut Sipri stagniert der Markt für Rüstungsgüter wie U-Boote und Panzer. Jedoch haben sich die Gewichte der Anbieterländer verschoben.

Ein Küstenschutzboot für Saudi-Arabien wird im Hafen Mukran auf ein Transportschiff verladen. dpa

Rüstungsexporte

Ein Küstenschutzboot für Saudi-Arabien wird im Hafen Mukran auf ein Transportschiff verladen.

Berlin Nach Jahren des Wachstums ist der weltweite Waffenmarkt jetzt erstmals leicht geschrumpft. Nach den neuesten Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri war das Volumen der Waffenlieferungen großer Rüstungsgüter, wie Panzer und U-Boote, in den Jahren 2016 bis 2020 im Vergleich zum vorherigen Fünfjahreszeitraum um 0,5 Prozent niedriger.

In dem stagnierenden Markt haben sich allerdings die Gewichte der Anbieterländer verschoben. Die USA, Frankreich und Deutschland erhöhten ihre Exporte, Russland und China dagegen verkauften weniger an ausländische Staaten.

Die größten Waffenkäufer blieben Saudi-Arabien, das seine Einkäufe um 61 Prozent steigerte, Ägypten (+ 136 Prozent) und Katar (+ 361 Prozent), so Sipri. Der mit Abstand größte Waffenexporteur sind die USA.

Sie erhöhten ihren Exportmarktanteil in den letzten fünf Jahren von 32 auf 37 Prozent. US-Waffensysteme gingen an 96 Staaten. Kein anderes Land der Welt hat so viele Abnehmer für Rüstungsgüter.

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    Fast die Hälfte der US-Waffenexporte ging in den Nahen Osten. Saudi-Arabien stand für 24 Prozent der Waffenverkäufe aus den USA. Russlands Anteil an den Waffenexporten sank dagegen von 22 auf 20 Prozent. Das lag vor allem daran, dass Indien nicht länger auf Waffen aus Russland setzt. Mehr Verkäufe nach China, Algerien und Ägypten konnten den Ausfall des Großkunden Indien für Russland nicht ausgleichen, so Sipri.

    Indien kauft weniger Waffen ein

    Indien kaufte insgesamt erheblich weniger Waffen als in der vorherigen Fünf-Jahres-Periode. Das liege aber vor allem an den langen Beschaffungszeiträumen der indischen Bürokratie, so Sipri. In den kommenden Jahren plane das Land umfangreiche Waffenkäufe aus verschiedenen Ländern.

    China steht auf Platz fünf der Liste der größten Waffenexporteure und lieferte vor allem an Pakistan, Bangladesch und Algerien. Deutschland liegt auf Platz vier und verkaufte nicht viel mehr als China: Sein Export-Weltmarktanteil liegt bei 5,5 Prozent. Die Exporte wurden gegenüber der vorherigen Periode um 21 Prozent gesteigert. Die meisten Rüstungsexporte gingen an Südkorea, Algerien und Ägypten.

    Frankreichs Waffenexporte legten sogar um 44 Prozent zu. Das Land kommt jetzt auf einen Anteil von 8,2 Prozent am Exportmarkt. Die größte Nachfrage nach Waffen kam in den vergangenen fünf Jahren aus den Kriegs- und Krisenstaaten des Nahen Ostens. Saudi-Arabien blieb der größte Waffenimporteur, gefolgt von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch Ägypten steigerte seine Importe, vor allem kaufte das Regime Kriegsschiffe.

    Großbritannien fällt zurück

    Stark zurückgefallen ist Großbritannien: Das Land steht nurmehr für 3,3 Prozent der weltweiten Waffenexporte. Zu den Briten schloss das kleinere Israel auf, das jetzt für drei Prozent aller Rüstungsexporte steht.

    „Es ist zu früh, um zu sagen, ob die Zeit des raschen Wachstums der Waffenlieferungen der vergangenen zwei Jahrzehnte vorbei ist“, sagte Sipri-Rüstungsexperte Pieter Wezeman. Manche Länder könnten ihre Waffeneinfuhren wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zwar überdenken. Zugleich hätten mehrere Staaten selbst auf der Höhe der Coronakrise 2020 – und den damit verbundenen hohen öffentlichen Kosten – große Rüstungsverträge unterzeichnet.

    Sipri untersucht in seinen Berichten langfristige internationale Trends. Da das Volumen der Waffenlieferungen von Jahr zu Jahr stark schwanken kann, legt das unabhängige Institut seinen Fokus auf Fünfjahreszeiträume statt auf einzelne Jahre.

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