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26.05.2019

09:18

Staatsbesuch in Japan

Trump golft mit Abe – und spricht Nordkoreas Kim Jong Un das Vertrauen aus

Der US-Präsident wird in Japan hofiert. Themen sind Nordkorea und der Handel: Eine umfassende Vereinbarung hierzu zwischen den USA und Japan braucht aber noch Zeit.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (r.) und US-Präsident Donald Trump. PRIME MINISTERÕS OFFICE, JAPAN

Selfie auf dem Golfplatz

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (r.) und US-Präsident Donald Trump.

TokioUS-Präsident Donald Trump hat dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ungeachtet jüngster Spannungen das Vertrauen ausgesprochen. „Ich habe Vertrauen, dass Vorsitzender Kim sein Versprechen mir gegenüber einhält“, schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) während eines Staatsbesuchs in Japan auf Twitter.

Beide Politiker hatten sich in Singapur und Hanoi bei zwei Gipfeltreffen ausgetauscht, das zweite Treffen in Hanoi scheiterte. Nordkorea knüpft die grundsätzliche Zusage Kims zur atomaren Abrüstung an Bedingungen, unter anderem eine vorherige Lockerung von Sanktionen.

Er habe schmunzeln müssen, als Kim Jong Un seinem möglichen Widersacher bei der im nächsten Jahr anstehenden Präsidentschaftswahl, dem Demokraten und früheren Vizepräsidenten Joe Biden, einen „niedrigen IQ“ attestierte, schrieb Trump weiter. „Vielleicht sendet mir das ein Signal?“, fragte Trump.

Biden hatte in den vergangenen Tagen auf die Spitzen aus Nordkorea reagiert und nach Medienberichten erklärt, es sei kein Wunder, dass Nordkorea Trump als US-Präsidenten bevorzuge. Dieser habe einen Hang zu Diktatoren und verprelle dafür alte Verbündete.

Nordkorea hatte zuletzt wieder Raketen getestet. Die Tests wurden vom Weißen Haus jedoch nicht als eine entscheidende Zuspitzung der Situation gewertet. „Nordkorea hat ein paar kleinere Waffen abgefeuert, was einige meiner Leute und andere beunruhigte, mich aber nicht“, schrieb Trump weiter.

Das Thema Nordkorea spielt bei dem Staatsbesuch Trumps in Japan ebenfalls eine Rolle. Der US-Präsident Donald Trump kam am Sonntag mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zu einer Runde Golf zusammen. Trump traf am Morgen (Ortszeit) per Hubschrauber im Mobara Country Club in der Nähe von Tokio ein. Er wurde von Abe im Golfcart abgeholt.

Tokios Wahrzeichen in US-Farben

Dem Populisten aus dem Weißen und dem rechtskonservativen japanischen Premier wird eine gute persönliche Beziehung nachgesagt, nicht nur wegen des gemeinsamen Hobbies Golf. Abe ließ am Samstagabend zu Ehren Trumps den Skytree – einen Turm, der zum inoffiziellen Wahrzeichen Tokios geworden ist – in den Farben der Vereinigten Staaten illuminieren.

Am Nachmittag wollen beide gemeinsam mit ihren Ehefrauen eine Kampfveranstaltung im traditionellen Sumo-Ringen in Tokio besuchen. Trump will dem siegreichen Kämpfer eine eigens geschaffene Trophäe, den „President's Cup“ überreichen, wie das Weiße Haus bekanntgab.

Am Montag steht eine Begegnung mit Kaiser Naruhito auf dem Programm der Staatsgäste aus Washington. Insgesamt ist der Besuch auf vier Tage angesetzt.

Eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan kommt nach Darstellung von Trump in den nächsten Wochen nicht zustande. „Vieles wird bis nach ihren Juli-Wahlen warten, wo ich große Zahlen erwarte“, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Im Juli wird in Japan ein Teil des Parlaments neu gewählt.

Mit zu Trumps Delegation gehört auch der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer. „In unseren Handelsgesprächen mit Japan sind große Fortschritte erzielt worden“, schrieb Trump am Sonntag. Er nannte Agrarprodukte und Rindfleisch, über die gesprochen werde. Zu Rindfleisch-Exporten aus den USA nach Japan hatte es allerdings schon vor Tagen eine Einigung gegeben.

Mehr: Japans Regierungschef Abe hat sich als Trumps engster ausländischer Vertrauter etabliert. Doch die Männerfreundschaft führt nur teilweise zu Erfolgen.

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dpa

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