MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2019

13:04

Streit mit den USA

Iran erhöht Druck auf Europäer im Atomstreit

Der Iran will künftig Uran wieder stärker anreichern und sich damit nicht mehr an die Auflagen des Atomabkommens halten. Europa gerät dabei unter Druck.

Iran erhöht Druck auf Europäer im Atomstreit dpa

Blick auf Teheran

TeheranDer Iran will sich nicht mehr an zentrale Auflagen aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen halten. Teheran werde Uran künftig wieder so hoch anreichern, wie es der Bedarf des Landes erfordere, und zwar bis zu 20 Prozent, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, am Montag. Zudem werde man binnen zehn Tagen den vereinbarten Grenzwert für Uranvorräte überschreiten. Noch reiche die Zeit, um das zu verhindern. Dazu aber müssten die Europäer handeln. Allerdings hätten diese indirekt angedeutet, dass sie dazu nicht in der Lage seien.

US-Präsident Donald Trump war bereits vor mehr als einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen, das die Regierung seines Vorgängers Barack Obama gemeinsam mit den übrigen UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran ausgehandelt hatte. Zudem verhängten die USA neue Sanktionen gegen Teheran.

Anfang Mai kündigte die dortige Regierung als Reaktion an, Teile des Atomabkommens auszusetzen. Als ersten Schritt werde Teheran nicht mehr wie im Abkommen vorgesehen überschüssiges Uran und sogenanntes schweres Wasser aus seinem Atomprogramm exportieren, sagte Präsident Hassan Ruhani damals in einer Fernsehansprache. Gleichzeitig kündigte er an, Uran wieder höher anzureichern, wenn es binnen 60 Tagen kein neu geregeltes Abkommen gebe.

Seitdem sind erst 40 Tage vergangen. Doch seit der vergangenen Woche waren die Spannungen zwischen Iran und den USA dramatisch gestiegen. Washington machte Teheran für mutmaßliche Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Der Iran dementiert eine Verwicklung.

Sprecher Kamalwandi äußerte sich am Montag in einer live im iranischen Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz am Schwerwasserreaktor in Arak. Er sagte, sein Land habe seine Produktion von niedrig angereichertem Uran bereits vervierfacht. Doch künftig könnte das Uran auf über die 3,67 Prozent angereichert werden, die im Atomabkommen vereinbart wurden. Der Iran brauche Uran, das zu 20 Prozent angereichert sei, sagte Kamalwandi weiter. Ein solcher Wert ist nur noch einen technischen Schritt entfernt von waffenfähigem Uran mit 90 Prozent.

Die Weltgemeinschaft will verhindern, dass der Iran solch waffenfähiges Uran herstellt. Die Führung in Teheran hatte stets beteuert, sie verfolge ihr Atomprogramm nur für zivile Zwecke.

Mehr: Nach dem Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman droht die Lage zu eskalieren. Die Lage im Überblick.

Brexit 2019

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hans Henseler

17.06.2019, 11:20 Uhr

Was gibts da zu veschaerfen? Die USA haben das Abkommen gekuendigt, die anderen
Westmaechte halten sich de facto nicht mehr daran. Und die Amerikaner produzieren
fake-news mit laecherlichen Schuldzuweisungen. Die Amerikaner koennen Bomben ab-
werfen und die Iraner haben noch keine Atom-Bomben, die sie als Drohung einsetzen
koennten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×