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25.04.2017

09:28 Uhr

Syrien und Irak

Türkische Jets greifen Kurdenstellungen an

Türkische Jets sollen Kurdenstellungen in Syrien und im Irak angegriffen haben. Insgesamt sollen drei Menschen ums Leben gekommen sein. Die angegriffenen Kurdenmiliz kooperiert mit den westlichen Streitkräften.

Bei den türkischen Luftangriffen wurden drei Kämpfer der Kurdenmiliz YPG getötet. Die YPG kämpft mit westlichen Streitkräften gegen den Islamischen Staat. dpa

YPG

Bei den türkischen Luftangriffen wurden drei Kämpfer der Kurdenmiliz YPG getötet. Die YPG kämpft mit westlichen Streitkräften gegen den Islamischen Staat.

IstanbulBei türkischen Luftangriffen auf Kurdenstellungen im Norden Syriens und des Iraks sind Aktivisten zufolge mindestens drei Menschen getötet worden. Die Jets bombardierten die mit den USA verbündete Kurden-Miliz YPG sowie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag meldete. Die syrische Kurdenmiliz YPG erklärte, ein Medienzentrum sei getroffen worden. Dabei seien Kämpfer getötet und verletzt worden.

Die türkische Armee bestätigte, sie habe am frühen Dienstagmorgen Luftangriffe gegen die PKK „und die Verlängerungen dieser Organisation in Syrien und im Irak“ geflogen. Ziel sei die „Zerstörung dieser Terrornester“ in Nordostsyrien und im Nordirak gewesen, hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte.

Die wichtigsten Akteure im Syrien-Krieg

Regierung

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad beherrschen die großen Städte des Landes. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte die Rebellen aber dank massiver russischer und iranischer Hilfe in vielen Gebieten zurückdrängen, unter anderem aus der Großstadt Aleppo. Assad sitzt derzeit fest im Sattel.

Rebellen

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die mächtigen Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Moskau ist von seiner Forderung abgerückt, diese beiden auf die Terrorliste zu setzen. Dschaisch al-Islam wird in Genf an den Verhandlungen teilnehmen.

Politische Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul, die in Genf mit Repräsentanten vertreten sein wird.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz beherrscht im Norden und Osten weiterhin riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken. Sie sind an keinerlei Verhandlungen beteiligt. Für sie und andere Terrorgruppen gilt auch die landesweite Waffenruhe nicht.

Al-Kaida

Auch die Al-Kaida-nahe Fatah-al-Scham-Front (Ex-Al-Nusra-Front) ist von der Feuerpause aufgenommen. Sie hat sich mit anderen Gruppen zu einer Allianz zusammengetan und kämpft mit anderen Rebellen um die Vorherrschaft im Nordwesten Syriens.

Die Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Allerdings sind weder die wichtigste Kurdenpartei PYD noch die größte Kurdenmiliz YPG in Genf dabei. Die Türkei betrachtet sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deshalb.

Russland

Moskau ist wichtigster Verbündeter der Regierung. Seit September 2015 fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind.

Iran

Teheran ist ein treuer Unterstützer der Assad-Regierung. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah sowie andere bewaffnete Gruppen sind in Syrien an Assads Seite im Einsatz.

Die Türkei

Sie ist mittlerweile der einflussreichste Partner der Rebellen. Ankara war neben Moskau maßgeblich daran beteiligt, dass es zu einer neuen Waffenruhe kam. Türkische Truppen sind in Nordsyrien im Einsatz, wo sie Rebellen im Kampf gegen den IS unterstützen.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien und ein Flugzeug zur Luftbetankung. In den jetzigen Verhandlungen spielt der Westen nur eine Nebenrolle.

Die Ziele seien präzise getroffen worden. Von den angegriffenen Regionen aus drängen Terroristen in die Türkei ein und brächten Waffen und Sprengstoff ins Land, teilten die Streitkräfte weiter mit. Durch diese Terroristen würden Anschläge in der Türkei verübt. Die YPG ist in Syrien der wichtigste Partner des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Türkei sieht in der Kurdenmiliz einen Ableger der PKK und bekämpft sie deswegen.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Günther Schemutat

25.04.2017, 12:03 Uhr

Indirekt greifen Deutsche Politiker die Kurdenstellungen mit an und dann noch Kurden , die gegen den IS kämpfen.

Die Aufklärungsbilder der BW in der Türkei werden missbraucht von Türken und
als Bürger muss ich machtlos zusehen, wie eine Politik betrieben wird , die auf
Egoismus und Eigenliebe besteht und Deutsche Interessen verkauft werden.

Es gibt keine einzige Schutzfunktion gegen politischen Missbrauch in unseren Land.
Das GG eignet sich auch nicht dazu, da in ihren Reihen ehemalige Parteizugehörige sitzen.

Die Opposition ist so schwach, dass ein Hilfeschrei einer Ameise lauter ist .

Armes kaputtes Deutschland. Historiker werden eines Tages von der Deutschen Merkel Katastrophe sprechen .

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