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19.06.2019

19:27

Tory-Parteivorsitz

Boris Johnson baut seinen Vorsprung aus – Außenseiter Stewart ist raus

Von: Kerstin Leitel

Die dritte Abstimmungsrunde auf der Suche nach dem neuen Premier ist beendet: Ex-Außenminister Boris Johnson liegt weiter mit deutlichem Abstand vorn.

Dem ehemaligen Bürgermeister von London trauen es die meisten Konservativen zu, den EU-Ausstieg durchzuziehen. Reuters

Boris Johnson

Dem ehemaligen Bürgermeister von London trauen es die meisten Konservativen zu, den EU-Ausstieg durchzuziehen.

LondonAuf der Suche nach dem neuen britischen Premierminister hat die konservative Regierungspartei am Mittwoch ihre dritte Abstimmungsrunde abgehalten. Ex-Außenminister Boris Johnson konnte dabei seine Position als Favorit ausbauen: Er erhielt 143 der insgesamt 313 Stimmen von Abgeordneten der konservativen Partei und sammelte damit 17 Stimmen mehr ein als bei der vorangegangenen Wahl am Dienstag.

Entwicklungshilfeminister Rory Stewart landete mit 27 Stimmen auf dem letzten Platz der fünf Kandidaten und musste damit aus dem Rennen ausscheiden.

Noch dabei sind hingegen Außenminister Jeremy Hunt mit 54 Stimmen, Landwirtschaftsminister Michael Gove (51 Stimmen) und Innenminister Sajid Javid (38). Am Donnerstag geht die Suche weiter: Die Abgeordneten werden im Laufe des Tages so lange Wahlen abhalten, bei denen jeweils der letztplatzierte Kandidat ausscheidet, bis nur noch zwei Namen auf dem Wahlzettel stehen.

Dann kommen die rund 160.000 Parteimitglieder zum Zug: Sie bestimmen per Briefwahl den Sieger – und Umfragen zufolge dürfte das Ex-Außenminister Johnson sein. Der 55-Jährige, der an diesem Mittwoch Geburtstag hatte, war als haushoher Favorit in das Rennen gegangen. Dem ehemaligen Bürgermeister von London trauen es die meisten zu, den EU-Ausstieg durchzuziehen und enttäuschte Brexit-Befürworter, die sich derzeit besser von der Brexit-Partei von Nigel Farage vertreten fühlen, wieder auf die Seite der konservativen Partei zu holen.

Hunt und Gove stellen sich ebenfalls als Brexit-Hardliner dar und wollen wie Johnson notfalls im Herbst einen EU-Ausstieg ohne Abkommen mit der EU durchziehen. Allein Rory Stewart hatte eine andere Meinung vertreten: Der 46-jährige Entwicklungshilfeminister kritisierte seine Konkurrenten für ihre Brexit-Haltung und wollte stattdessen versuchen, dem Parlament den vorliegenden EU-Deal schmackhaft zu machen – für den Premierministerin Theresa May dreimal von den Abgeordneten eine herbe Abfuhr kassiert hatte.

Dass Stewart sich so lange im Rennen halten konnte und die ersten beiden Abstimmungsrunden überstanden hatte, hatte viele Beobachter überrascht. Doch der schlaksige Politiker hatte sich in TV-Debatten, seiner Wahlkampagne und unzähligen Interviews geschickt als „Anti-Boris“ vermarktet und immer mehr Unterstützer gewonnen. Dennoch musste er sich nun geschlagen geben.

Um den 22. Juli herum sollte der neue Premierminister feststehen. Bis dahin bleibt die Anfang Juni offiziell zurückgetretene Theresa May im Amt. Anfangs hatten elf Mitglieder der konservativen Partei für ihre Nachfolge kandidiert. Die zwei Frauen, die kandidiert hatten, waren schon nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden, weil sie nicht die erforderliche Mindestanzahl an Stimmen erhalten hatten.

Brexit 2019

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