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18.04.2017

18:16 Uhr

Türkei nach dem Referendum

Erdogan gegen das halbe Volk

VonGerd Höhler, Donata Riedel, Christoph Schlautmann

Der Umbau der Türkei von einer parlamentarischen Demokratie zu einer Präsidialrepublik könnte schneller gehen als geplant. In der deutschen Wirtschaft wächst die Sorge über Erdogans Kurs.

Das knappe Ergebnis des Referendums zeigt, wie gespalten die Türkei ist. dpa

Unterstützer des Nein-Lagers

Das knappe Ergebnis des Referendums zeigt, wie gespalten die Türkei ist.

Die Zeit für Debatten sei vorbei, es sei „Zeit, an die Arbeit zu gehen“, rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am zweiten Tag nach dem Referendum seine Anhänger in Ankara auf. Auch Premierminister Binali Yildirim forderte die Opposition auf, das Ergebnis zu akzeptieren. Die Entscheidung für das Präsidialsystem sei gefallen. „Alle Versuche, durch das Verbreiten von Betrugsgerüchten einen Schatten auf das Ergebnis der Abstimmung zu werfen, sind nutzlos und vergeblich“, sagte Yildirim vor der Fraktion der Regierungspartei AKP. Das Volk habe an der Wahlurne seinen Willen kundgetan, damit sei „diese Angelegenheit vorbei“.

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Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

19.04.2017, 10:56 Uhr

"Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen", meinte einst Mark Twain. Das gilt natürlich auch für die Türkei.

Über Ihre Vorstellungen kann ich nur den Kopf schütteln. Das beginnt schon mit Ihrem Vorspann. Ich lese von einem Umbau der Demokratie zu einer Präsidialrepublik. Ist das ein neues Wort für eine lupenreine Diktatur?

Was der Herr Diktator wohl so vorhat? Ihrer Meinung nach nur das Wohl des Volkes. Deshalb will er die Wirtschaft ankurbeln und jedem einen gut bezahlten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen.

Und meine Meinung? Ich glaube, dass Diktatoren das Wohl des Volkes in einem unvorstellbaren Maße gleichgültig ist. Dass sie ausschließlich darauf aus sind, Macht zu erringen, auszubauen und abzusichern. Dass sie deshalb auch nicht davor zurückscheuen, angebliche politische Gegner (Kurden, Anhänger der Gülen-Bewegung) zu verfolgen und um Laib und Leben zu bringen. Und ich glaube weiter, dass Diktatoren sehr gerne einen äußeren Feind suchen und bekämpfen.

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