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03.04.2017

20:09 Uhr

Türkei-Referendum

Erdogans Achillesferse

VonMathias Brüggmann

Erdogan will sich per Volksentscheid zum Sultan machen. Die EU muss schon vorher klarstellen, was die Folgen einer positiven Abstimmung wären. Der türkische Präsident hat eine Schwachstelle. Eine Analyse.

Für den türkischen Präsidenten wäre eine klare europäisch koordinierte Ansprache keineswegs eine willkommene Wahlkampfhilfe. dpa

Recep Tayyip Erdogan

Für den türkischen Präsidenten wäre eine klare europäisch koordinierte Ansprache keineswegs eine willkommene Wahlkampfhilfe.

Spitzelaffäre um Erdogan-Gegner, massive Einschüchterungen in der türkischen Gemeinschaft hierzulande, Nazi-Vorwürfe an Berlin und unangemessen heftiger Wahlkampf um die Deutschtürken: Das sind nur vier Stichworte, die zeigen, wie sehr das vom autokratischen Herrscher vom Bosporus angezettelte Verfassungsreferendum Deutschland spaltet – nicht nur die hier lebenden, aus der Türkei stammenden Menschen oder solche mit türkischen Eltern, egal ob mit deutschem, türkischem oder beiden Pässen.

Die ohnehin dadurch schon elektrisierte Politik wird noch mehr gefordert, wenn erst das Ergebnis des Verfassungsreferendums bekanntgegeben wird nach Schließen der Wahlurnen am 16. April und Recep Tayyip Erdogan zum Sultan per Volksentscheid werden sollte.

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Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

04.04.2017, 12:54 Uhr

Sehr geehrter Herr Brüggmann,

rein gefühlsmäßig gebe ich Ihnen in allen Punkten recht. "Aber..."

Zu dem "Aber" zählt zunächst, dass die Türkei 3 Millionen Flüchtlinge beherbergt. Zu dem "Aber" gehört auch, dass die Türkei ein wichtiges Nato-Mitglied ist und niemand Interesse daran haben kann, sie in die Arme von Putin zu treiben.

Das alles heißt nun nicht, dass Deutschland und die EU darauf verzichten sollten, ihre ureigenen Interessen zu verfolgen. Im Gegenteil. Ich bin für Festigkeit und auch dafür, die von Ihnen diskutierten Maßnahmen zu ergreifen.

"Aber". Schon wieder gibt es ein "Aber". Wir sollten den Türken nicht den Eindruck vermitteln, dass wir feindselig gesinnt sind und sie bestrafen wollen. Sagen wir ihnen doch jeden Tag aufs Neue, dass wir sehr gerne befreundet wären. Aber zu unseren Bedingungen. Zu den "unseren Bedingungen" gehört auch, dass die Türkei wirtschaftlich sehr stark von der EU abhängt.

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