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22.08.2022

07:56

Ukraine – Die Lage am Morgen

Russlands Flugabwehr wieder über Krim aktiv – Ukraine wehrt offenbar Angriffe im Osten und Süden ab

Erneut schießt die russische Luftabwehr auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim auf Ziele am Himmel. Selenski verleiht Orden an besonders engagierte Ukrainer.

Am Wochenende warf die Krim-Verwaltung der Ukraine nun gleich mehrere Angriffsversuche vor – die aber alle abgewehrt worden seien. IMAGO/ITAR-TASS

Russische Soldaten auf der Krim

Am Wochenende warf die Krim-Verwaltung der Ukraine nun gleich mehrere Angriffsversuche vor – die aber alle abgewehrt worden seien.

Kiew Knapp ein halbes Jahr nach Russlands Einmarsch in die Ukraine rückt die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim immer mehr in den Fokus des Kriegsgeschehens. Am Wochenende warf die Krim-Verwaltung der Ukraine nun gleich mehrere Angriffsversuche vor – die aber alle abgewehrt worden seien.

In Russlands kremltreuen Kreisen ist unterdessen weiter das Entsetzen groß, nachdem die Tochter des rechtsnationalistischen Ideologen Alexander Dugin offenbar Opfer eines Bombenanschlags wurde.

In der Ukraine hat Präsident Wolodimir Selenski mehrere Landsleute für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet. Bundeskanzler Olaf Scholz beriet sich mit US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Boris Johnson über weitere Hilfen für das angegriffene Land.

Gouverneur: Russische Flugabwehr erneut über Krim aktiv

Über der Krim ist laut Behördenangaben angeblich erneut ein ukrainischer Angriffsversuch abgewehrt worden. Die russische Flugabwehr habe „Objekte“ getroffen, die im Anflug auf den Militärflugplatz Belbek bei Sewastopol gewesen seien, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf Telegram.

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    Erst am Samstag hatte es in Sewastopol eine Explosion gegeben, nachdem russischen Angaben zufolge eine Drohne am Stab der Schwarzmeerflotte von der Luftabwehr abgeschossen worden sein soll. Opfer gab es demnach keine.

    Auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden, aber von Russland annektierten Krim kam es zuletzt immer wieder zu teils schweren Explosionen, darunter in einem Munitionslager. IMAGO/ITAR-TASS

    Rauch über Munitionslager auf der Krim

    Auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden, aber von Russland annektierten Krim kam es zuletzt immer wieder zu teils schweren Explosionen, darunter in einem Munitionslager.

    Auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden, aber von Russland annektierten Krim kam es zuletzt immer wieder zu teils schweren Explosionen, darunter in einem Munitionslager. Die Ukraine hatte das mit Genugtuung aufgenommen, allerdings nicht die Verantwortung für die Detonationen übernommen.

    Kiew: Russische Angriffe im Osten und Süden abgewehrt

    Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge mehrere russische Angriffe im Osten und Süden des Landes abgewehrt. So seien russische Vorstöße etwa im östlichen Gebiet Donezk in Richtung der Städte Slowjansk, Kramatorsk und Awdijiwka zurückgeschlagen worden, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntagabend mit. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

    Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge mehrere russische Angriffe im Osten und Süden des Landes abgewehrt. dpa

    Awdijiwka

    Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge mehrere russische Angriffe im Osten und Süden des Landes abgewehrt.

    Aus Kiew hieß es weiterhin, Russland wolle ab Montag in Teilen der an die Ukraine grenzenden Gebiete Woronesch und Belgorod sowie in einigen Bereichen des etwas weiter im Landesinneren gelegenen Gebiets Lipezk den Luftraum für einige Tage sperren. Von russischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

    Selenski zeichnet besonders engagierte Ukrainer mit Orden aus

    Den Orden „Nationale Legende der Ukraine“ erhielt unter anderem Fußball-Legende Andrij Schewtschenko, der seine Berühmtheit nutze, um der Ukraine zu helfen, teilte Selenski in der Nacht zum Montag auf Telegram mit.

    Den Orden „Nationale Legende der Ukraine“ erhielt unter anderem Fußball-Legende Andrij Schewtschenko. IMAGO/Cover-Images

    Selenski zeichnet besonders engagierte Ukrainer mit Orden aus

    Den Orden „Nationale Legende der Ukraine“ erhielt unter anderem Fußball-Legende Andrij Schewtschenko.

    Zu den Geehrten zählt außerdem ein Zugschaffner, der fliehende Menschen aus besonders umkämpften Gebieten brachte und dessen Frau bei einer der Fahrten getötet wurde.

    Selenski warnt vor Schauprozess gegen ukrainische Kriegsgefangene

    Selenski hat zudem vor einem Schauprozess gegen Soldaten in russischer Kriegsgefangenschaft gewarnt. Wenn Russland ein solches Tribunal gegen ukrainische Gefangene organisiere, dann sei das eine „Linie“, nach der keine Verhandlungen mehr möglich seien. Das sagte Selenski in seiner in der Nacht zum Montag verbreiteten Videobotschaft.

    Er bezog sich auf Medienberichte, nach denen in der von moskautreuen Separatisten und russischen Truppen in der eingenommenen Hafenstadt Mariupol ein solcher Gerichtsprozess geplant werde.

    Vor einem international nicht anerkannten Gericht könnten demnach die ukrainischen Kriegsgefangenen auch zur Todesstrafe verurteilt werden. Die Besatzungsbehörden werfen ihnen Kriegsverbrechen vor. Selenski kritisierte das Verfahren gegen die Verteidiger und Helden der Ukraine als „ekelhaft und absurd“ und als Verstoß gegen alle internationalen Rechtsnormen. „Russland schneidet sich selbst von den Verhandlungen ab“, sagte er.

    Schock in Moskau nach Tod von Dugin-Tochter Darja

    In Moskau ist der Schock über den mutmaßlichen Mord an Darja Dugina, Tochter des rechtsnationalistischen Ideologen Alexander Dugin, groß. „Alexander Geljewitsch, Ihre Tragödie ist zum Schmerz von Millionen geworden“, richtete sich die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, im Nachrichtenkanal Telegram an Dugin.

    So berichtet das Handelsblatt über den Ukraine-Krieg und die Folgen:

    Duginas Auto war nach Angaben der Ermittler am Samstagabend während der Fahrt in einer Vorstadtsiedlung im Moskauer Gebiet explodiert. Die 29-Jährige galt als Verfechterin des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Ukraine wies eine Beteiligung an dem Vorfall zurück.

    Scholz spricht mit Biden, Macron und Johnson über internationale Lage

    Bundeskanzler Scholz telefonierte am Sonntag mit US-Präsident Biden, Frankreichs Staatschef Macron und dem britischen Premierminister Johnson. Sie seien sich einig gewesen, „dass die Unterstützung der Ukraine in der Abwehr der russischen Aggression nachhaltig fortgesetzt werde“, teilte der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit.

    Mit Blick auf die Lage am von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja forderten die Staats- und Regierungschefs demnach militärische Zurückhaltung in dessen Umgebung und einen raschen Besuch vor Ort durch die Internationale Atomenergie-Organisation.

    Baerbock verteidigt Waffenlieferungen an Kiew

    Außenministerin Annalena Baerbock verteidigte die deutschen Waffenlieferungen zur Unterstützung der Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin weigere sich, über simpelste Fragen wie das humanitäre Völkerrecht zu verhandeln, auf Vermittlungsversuche gebe es keine Resonanz, kritisierte die Grünen-Politikerin im Auswärtigen Amt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) kündigte unterdessen einen Besuch in Kiew im Spätsommer oder im Herbst an.

    Was am Montag wichtig wird

    Bundeskanzler Scholz spricht am Montag in Montreal mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau – unter anderem über Hilfe für die Ukraine. Scholz ist gemeinsam mit Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck drei Tage lang in Kanada unterwegs.

    Von

    dpa

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