Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

29.06.2022

19:04

Ukraine-Krieg

Russlandsanktionen: Großbritannien nimmt den „Nickel-König“ Potanin ins Visier

Von: Torsten Riecke

PremiumDer Putin-Vertraute und Rohstoff-Unternehmer Wladimir Potanin gilt als einer der reichsten Oligarchen Russlands. Bislang hatte ihn nur ein Land auf der Sanktionsliste.

Der Oligarch soll ein Vermögen von rund 37 Milliarden Dollar besitzen. Reuters

Wladimir Potanin

Der Oligarch soll ein Vermögen von rund 37 Milliarden Dollar besitzen.

London Die britische Regierung hat ihre Sanktionen gegen enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgeweitet. Betroffen davon ist unter anderem der Unternehmer Wladimir Potanin, der über sein Konglomerat Interros mit 36 Prozent an dem russischen Rohstoffgiganten Nornickel beteiligt ist und dort als Präsident fungiert. Potanin gilt als einer der reichsten Männer Russlands und wird auch der „Nickel-König“ genannt. Unklar ist, ob Nornickel ebenfalls von den Sanktionen betroffen ist.

Grund für die Strafmaßnahmen, zu denen Einreiseverbote und das Einfrieren von Finanzanlagen gehören, ist der von Putin befohlene Angriffskrieg auf die Ukraine. Das britische Außenministerium teilte am Mittwoch mit, Großbritannien werde „die russische Kriegsmaschinerie“ so lange mit Sanktionen schwächen, wie Putin seinen „verabscheuungswürdigen Angriff auf die Ukraine fortsetzt“. Die neuen Sanktionen zeigten, dass „nichts und niemand vom Tisch ist, auch nicht Putins innerer Kreis“.

Neben Potanin ist auch die Cousine des russischen Präsidenten, Anna Ziwilewa, von den Strafmaßnahmen betroffen. Die 50-Jährige führt das russische Kohlebergbauunternehmen JSC Kolmar Group. Auch der Konzern selbst wird von London sanktioniert.

Der Oligarch Potanin ist bislang weitgehend von westlichen Sanktionen verschont geblieben. Nur Kanada hatte ihn bereits auf der Liste. Nach Angaben des Finanzinformationsdienstes Bloomberg liegt das Vermögen des Russen bei rund 37 Milliarden Dollar.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    London geht auch gegen russische Finanzanlagen vor

    In der Mitteilung des britischen Außenministeriums heißt es, Potanin werde „immer reicher, da er Putins Regime unterstützt und seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine die Rosbank und Anteile an der Tinkoff Bank erworben hat“. Der 61-jährige Unternehmer habe „durch den Besitz oder die Kontrolle der Rosbank einen Vorteil von der russischen Regierung erlangt oder diese unterstützt“. Der von Potanin kontrollierte Rohstoffkonzern Norilsk (Nornickel) ist ein wichtiger Zulieferer von Nickel und Palladium für die Autoindustrie. Die Preise für die beiden Metalle stiegen an der Londoner Börse nach Bekanntgabe der Sanktionen um bis zu neun Prozent an.

    Die britische Regierung kündigte darüber hinaus an, zusammen mit ihren Verbündeten dafür zu sorgen, dass Russland britische Trusts künftig nicht mehr nutzen könne. Dabei handelt es sich um steuerbegünstigte Anlagegesellschaften. Insgesamt hat Großbritannien seit Beginn der russischen Invasion im Februar mehr als 1000 Privatpersonen und über 120 Unternehmen aus Russland mit Sanktionen belegt.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×