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07.04.2017

06:35 Uhr

US-Angriff auf Syrien – die Analyse

Trump zieht in den Krieg

VonMoritz Koch

Mit einem gezielten Raketenbeschuss will der US-Präsident das syrische Regime für den Einsatz von Giftgas gegen Zivilisten bestrafen. Er könnte eine Eskalation in Gang bringen, deren Ausgang völlig offen ist.

US-Angriff auf Syrien

Reaktion auf Giftgasangriff – Trump fordert das Ende des Blutvergießens

US-Angriff auf Syrien: Reaktion auf Giftgasangriff – Trump fordert Ende des Blutvergießens

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WashingtonDer Angriff erfolgte irgendwo im östlichen Mittelmeer, nicht weit von der syrischen Küste entfernt. In der Nacht zum Freitag feuerten amerikanische Kriegsschiffe mehr als 50 Tomahawk-Raketen ab, die Marschflugkörper schlugen in der Region Homs ein. Offenbar zerstörten sie einen Luftwaffenstützpunkt.

Mit dem Feuerbefehl will US-Präsident Donald Trump Härte zeigen. Die Schreckensbilder der Giftgasattacke auf die von Regimegegnern gehaltene syrische Stadt Khan Scheikhun haben ihn aufgewühlt – und sie haben ihn verändert. Noch vor ein paar Tagen hatte seine Regierung angedeutet, sich mit dem Herrschaftsanspruch des syrischen Despoten Baschar al-Assads abfinden zu können. Nun, nur 72 Stunden nach dem Gasangriff mit Dutzenden zivilen Opfern, übten die Vereinigten Staaten Vergeltung.

Washington hat keinen Zweifel daran, dass Assad für das Kriegsverbrechen verantwortlich ist. Nach Darstellung des Weißen Hauses sind die syrischen Kampfflugzeuge, die die Giftgasbomben über dem Rebellengebiet abgeworfen haben sollen, von der beschossenen Flugbasis aufgestiegen.

Zunächst einmalige Strafaktion

Die US-Regierung sieht die Raketensalve als zunächst einmalige Strafaktion – nicht als Beginn einer Militärkampagne zum Sturz Assads. Darum nahmen die Amerikaner auch nicht die syrischen Luftabwehrsysteme unter Beschuss und setzten mit Marschflugkörpern Abstandswaffen ein, statt das Leben von Kampfpiloten zu riskieren.

Während die Raketenblitze den Himmel über Homs durchzuckten, speiste Trump in seinem Golfressort in Florida mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Um zehn Uhr Ortszeit unterbrach er den bilateralen Gipfel. Trump trat vor die Kameras und las unter einem protzigen Kristallkronleuchter ein Statement vom Teleprompter ab. Es sind Bilder, an die sich die Welt gewöhnen muss, nun da der exzentrische Milliardär die USA regiert.

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Er habe einen „gezielten Luftschlag“ angeordnet, sagte Trump, dieser sei im nationalen Sicherheitsinteresse gewesen. Trump sprach ergriffen von den Opfern des Gasangriffs, von erloschenen Leben „wunderschöner Babys“. Er rief die „zivilisierten Nationen“ dazu auf, sich Amerika anzuschließen, um das Blutvergießen in Syrien zu beenden.

Der Präsident verfolgte aber auch ein innenpolitisches Ziel, als er den Vergeltungsschlag anordnete: Er wollte demonstrieren, dass er anders als sein Vorgänger Barack Obama seinen Worten Taten folgen lässt. Obama war im Sommer 2013 davor zurückgeschreckt, Assad für den Einsatz von Chemiewaffen zu bestrafen. Unter anderem, weil er eine Eskalationsspirale fürchtete und verhindern wollte, dass Amerika tiefer und tiefer in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen wird.

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Kommentare (62)

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Herr Hofmann Marc

07.04.2017, 08:09 Uhr

End.lich ist freigeschaltet, ich warte schon seit 7:50 Uhr darauf.
Denn mit diesem Thema bin ich hin und her gerissen.
Natürlich finde ich es gut das Trump zeigt wo der Hammer hängt......er zaudert eben nicht wie unser Hosenanzug, ist eben ein Macher der handelt.
Aber jetzt legt er sich ausgerechnet mit Assad an, dem best buddy von Putin.
Jeder hier weiss wie ich Putin verehre......blöde Situation, ausgerechnet meine beiden demokratischen Idole verärgern sich jetzt gegenseitig.
Unsere Grünsozialistische Merkelregierung schaut natürlich nur zu und macht sich nicht solche Gedanen wie ich.Danke

Rainer von Horn

07.04.2017, 08:11 Uhr

Die amerikanische Führung signalisiert, mit Assad als politischer Führung leben zu können und 72 Stunden später macht Assad jede Annäherung zunichte, indem er Giftgasbomben wirft?

Ich finde das komisch.

Herr Hofmann Marc

07.04.2017, 08:15 Uhr

Rainer von Horn07.04.2017, 08:11 Uhr
Die amerikanische Führung signalisiert, mit Assad als politischer Führung leben zu können und 72 Stunden später macht Assad jede Annäherung zunichte, indem er Giftgasbomben wirft?

Ich finde das komisch.

Woher wissen Sie das es Assad war?
Woher haben Sie diese Informationen?
Putin glaubt es nicht und das ist ein echter Demokrat.
Trump ist eben ein bißchen hitzig und hat halt mal gepoltert..
Echte Kerle eben, anders als unter unserer Grünsozialistischen Merkelregierung.

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