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25.04.2019

13:07

USA: Ex-Vizepräsident Joe Biden will 2020 gegen Trump antreten AP

Joe Biden

Über die Kandidatur von Biden war bereits seit Monaten spekuliert worden.

US-Präsidentschaftswahlen

Ex-Vizepräsident Biden will 2020 gegen Trump antreten

Der frühere Stellvertreter von Barack Obama gibt seine Kandidatur bekannt. Umfragen bescheinigen ihm die besten Chancen aller Bewerber der US-Demokraten.

Düsseldorf Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr US-Präsident Donald Trump herausfordern. Um 12 Uhr deutscher Zeit machte er dies mit einem Video auf seinem Twitter-Account offiziell. Die Grundwerte der USA, das Ansehen in der Welt, Amerika stünde auf dem Spiel, erklärte der 76-Jährige. „Deshalb kündige ich heute meine Kandidatur für den Präsidenten der Vereinigten Staaten an.“

In seinem Video sagte Biden außerdem: „Wenn wir Donald Trump acht Jahre im Weißen Haus geben, wird er für immer und grundlegend den Charakter dieser Nation ändern - wer wir sind. Und ich kann nicht daneben stehen und dem zusehen.“ Biden, der seine Erklärung um den Hashtag #Joe2020 ergänzte, will nach eigenen Angaben als „Obama-Biden-Demokrat“ in den Wahlkampf ziehen

Biden ist damit nun auch offiziell einer von 20 Bewerbern der Demokraten, die gegen Trump antreten wollen. Der Kandidat der Partei wird erst im kommenden Jahr gekürt, wenige Monate vor der Wahl. Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die eigentliche Wahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar 2020 in Iowa.

Biden, der von 2009 bis 2017 Vizepräsident unter Barack Obama und vorher fast vier Jahrzehnte Senator des Bundesstaates Delaware war, kandidierte bereits 1988 und 2008 erfolglos als Präsidentschaftskandidat für die Demokraten.

Dennoch wird Biden bereits seit Monaten als aussichtsreicher Kandidat gehandelt. Die Umfragen auf „Real Clear Politics“ bescheinigen ihm gegen Trump zurzeit die besten Chancen von allen Präsidentschaftsbewerbern seiner Partei. Biden belegt dort den ersten Platz, deutlich vor allen anderen Anwärtern.

In der neuesten Umfrage von „Morning Consult“ erhält Biden 30 Prozent, danach folgt Bernie Sanders mit 24 Prozent. Mit großem Abstand folgen Pete Buttigieg (9), Kamala Harris (8), Elizabeth Warren (7) und Beto O’Rourke (6). Die Zahlen sind jedoch nur begrenzt aussagekräftig. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen erhielten einige Kandidaten zwischenzeitlich starke Zustimmungswerte und schieden bei den anschließenden Vorwahlen trotzdem frühzeitig aus.

Als Schwachpunkt von Bidens Kandidatur gilt unter anderem sein hohes Alter. Außerdem war er in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten, weil er mehrfach Frauen unangemessen umarmt und berührt haben soll. In einem Video entschuldigte Biden sich für die Vorfälle. Er werde in Zukunft mehr Wert auf den persönlichen Raum legen, versprach er.

Daraufhin war Biden von Trump verhöhnt worden: In einer abgewandelten Version des Clips schleicht sich ein animierter Biden an den echten heran, umarmt und küsst ihn. Dazu twitterte Trump: „Willkommen zurück, Joe!“

Die US-Republikaner reagierten am Donnerstag auf Bidens Ankündigung. Ronna McDaniel, die Vorsitzende der Republikaner-Zentrale Republican National Committee, twitterte: „Innerhalb von acht Jahren haben Biden und Obama 193.000 Arbeitsplätze verloren. Trump hat innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren 453.000 Jobs geschaffen. Wir sollten uns von Biden nicht zurückwerfen lassen.“

Lob erhielt Biden dagegen von Ex-Präsident Obama. Es sei eine der besten Entscheidungen gewesen, dass er ihn 2008 zum Partner im Wahlkampf und designierten Vize gemacht habe. Er habe während der beiden Wahlkampagnen und in seiner gesamten Präsidentschaft auf Bidens Wissen und Urteilsvermögen zurückgegriffen, sagte Obamas Sprecherin.

Von

rot

Kommentare (2)

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Herr Christian Faust

25.04.2019, 13:45 Uhr

Alter schützt vor Torheit nicht...mit 76 sich nochmal so ein Amt antun, dass verdient Respekt.

Herr Helmut Metz

25.04.2019, 14:39 Uhr

Dann kommt zur Plutokratie und zum Korporatismus in den USA halt noch etwas mehr NEPOTISMUS dazu - und die orchestrierten "Regime Changes" wie in der Ukraine zahlen sich auch für Familienmitglieder des Präsidenten noch mehr aus:
"Joe Biden appears to have made a major tactical error last year when he bragged to an audience of foreign policy experts how he threatened to hurl Ukraine into bankruptcy if their top prosecutor, General Viktor Shokin, wasn't immediately fired (...)
"I said, ‘You’re not getting the billion.’ I’m going to be leaving here in, I think it was about six hours. I looked at them and said: ‘I’m leaving in six hours. If the prosecutor is not fired, you’re not getting the money" (...)
In what must be an amazing coincidence, the prosecutor was leading a wide-ranging corruption investigation into a natural gas firm - which BIDEN´S SON, HUNTER, SAT ON THE BOARD OF DIRECTORS."
https://www.zerohedge.com/news/2019-04-02/forget-creepy-biden-has-major-ukraine-problem

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