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02.02.2019

03:00

US-Vorwahlkampf

Ist Cory Booker der neue Barack Obama?

Der demokratische Senator Cory Booker will im US-Präsidentschaftswahlkampf antreten. Die politische Szene beobachtet den Vorwahlkampf mit gemischten Gefühlen.

Der demokratische Senator Cory Booker aus New Jersey verkündete am Freitag seinen Einstieg in den Vorwahlkampf zur Präsidentschaft 2020. Er ist der zweite afroamerikanische Kandidat der Demokraten neben Kamala Harris. Booker werden Redequalitäten wie einst Barack Obama bescheinigt. AFP

Cory Booker

Der demokratische Senator Cory Booker aus New Jersey verkündete am Freitag seinen Einstieg in den Vorwahlkampf zur Präsidentschaft 2020. Er ist der zweite afroamerikanische Kandidat der Demokraten neben Kamala Harris. Booker werden Redequalitäten wie einst Barack Obama bescheinigt.

San Francisco/ WashingtonDen Tag für die Bekanntgabe seiner Kandidatur im Präsidentschaftswahlkampf hatte Cory Booker mit Bedacht gewählt. Der erste Februar ist in den USA der Start des „Black History Month“, des Gedenkmonats der afroamerikanischen Kultur und Geschichte in den USA.

Booker ist einer von bislang zwei schwarzen Bewerbern im demokratischen Vorwahlkampf. Er rief zu Optimismus auf. „Liebe ist nicht einfach“, sagte er zu Reportern vor seinem Haus in Newark im US-Staat New Jersey. „Die Menschen, die ich bewundere, sind die Menschen, die anführen, indem sie das Beste von dem hervorrufen, wer wir sind, und nicht das Schlechteste. Also kandidiere ich für das Präsidentenamt, weil ich an uns glaube. Ich glaube an diese Werte“, sagte Booker.

Sein Erfolg im Wettbewerb gegen unter anderen die Senatorin aus Massachusetts, Elizabeth Warren, die Senatorin aus Kalifornien, Kamala Harris, und die Senatorin aus New York, Kirsten Gillibrand, könnte davon abhängen, ob die Wählerschaft sich für die Art von Redetalent begeistern lässt, die damals Barack Obama geholfen hatte, 2008 zum Präsidenten der USA gewählt zu werden und die auch Booker auszeichnet.

Der 49-jährige Booker ist ehemaliger Bürgermeister der Stadt Newark. Er ist dafür bekannt, zu Zeiten von Selfies und sozialen Medien gut mit Wählern zu können. Sein Video zum Start seiner Bewerbung betonte seine Abstammung aus einer einkommensschwachen Gemeinde, der er geholfen habe, ein Comeback zu feiern. Booker gewann 2013 eine Sonderwahl zum Senat und 2014 eine vollständige Amtszeit als Senator.

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Booker telefonierte am Freitag mit drei Radioshows, die bei schwarzen und hispanischstämmigen Zuhörern beliebt sind. Er trat auch in der Fernsehsendung „The View“ von ABC auf, die von weiblichem Publikum geschaut wird. Seine Mutter war im Publikum.

Auf die Frage, wie ein überzeugter Veganer Fans bei der auf Fleisch und Butter konzentrierten Messe im US-Staat Iowa gewinnen könne, sagte Booker, er esse gerne „viel frittiertes Zeug“. Er betonte auch seine Familienbeziehungen zu Iowa, das ein wichtiger Staat im Präsidentschaftsvorwahlkampf ist. Seine Großmutter sei in Iowa geboren.

Booker kann neben seiner Präsidentschaftsbewerbung auch für eine Wiederwahl als Senator 2020 kandidieren. Er begibt sich in ein Präsidentschaftsbewerberfeld, das von Woche zu Woche immer voller und verschiedenartiger wird. Bis zu fünf weitere demokratische Senatoren könnten demnächst ihre Vorwahlkandidatur starten. Dem Rennen könnten noch der frühere Vizepräsident Joe Biden und der Senator von Vermont, Bernie Sanders, beitreten. Von letzterem distanzierte sich Booker am Freitag schon einmal. Der Auswahlprozess der Partei beginnt in Iowa.

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Booker könnte Probleme haben, Wähler der Demokratischen Partei zu erreichen, weil er in der Vergangenheit Finanzbeziehungen zu Banken- und Pharmainteressen hatte. Booker sagte, er werde aufhören, Zuwendungen von Pharmaunternehmen anzunehmen. 2017 hatte er mit Sanders ein Gesetz unterstützt, um die Einfuhr von preisgünstigeren verschreibungspflichtigen Medikamenten aus Kanada zu ermöglichen.

Booker sagte, „der einzige Weg, wie wir Veränderung machen können ist, wenn Menschen zusammenkommen“. Und in einem Video auf seiner Homepage betont er: „Ich glaube daran, dass wir ein Land aufbauen können, in dem niemand vergessen, in dem niemand zurückgelassen wird“.

Die politische Szene in Washington beobachtet den demokratischen Vorwahlkampf mit gemischten Gefühlen. Es könnte ein ähnlich großes Feld wie bei den Republikanern in 2016 werden. Der mit absoluter Härte geführte Vorwahlkampf hatte am Ende nur verbrannte Erde, demoralisierte Kandidaten, eine zerstrittene Partei und Donald Trump als Kandidaten zurückgelassen.

Eine ähnliche Entwicklung könnte am Ende dazu führen, dass für einen in internen Scharmützeln ramponierten demokratischen Kandidaten die Chancen, Trump als US-Präsident abzulösen, eher sinken, als steigen.

Brexit 2019

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