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10.10.2019

02:13

USA

Trump verteidigt US-Rückzug aus Syrien gegen Kritik aus der eigenen Partei

Nach dem Rückzug aus Syrien spielt Trump eine mögliche Gefahr von Islamisten-Angriffen für die USA herunter. Auch Außenminister Pompeo verteidigt den Truppenrückzug.

Massive Kritik aus den eigenen Reihen: US-Präsident Donald Trump sieht nach dem Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien keine Gefahr für die USA. AFP

USA

Massive Kritik aus den eigenen Reihen: US-Präsident Donald Trump sieht nach dem Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien keine Gefahr für die USA.

Washington US-Präsident Donald Trump verteidigt den Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien gegen Kritik auch aus der eignen Partei. Zu den Vorhaltungen, einige inhaftierte Kämpfer des islamischen Staats (IS) könnten im Chaos der türkischen Angriffe entkommen und woanders eine Bedrohung darstellen, spielte Trump eine Gefahr für sein Heimatland herunter. „Nun, sie werden nach Europa fliehen. Dort wollen sie hin“, sagte er am Mittwoch.

Republikaner Senator Lindsey Graham - einer der engsten Vertrauten von Trump im Kongress - kritisierte den Präsidenten offen: „Dies ist die Mentalität vor dem 11. September, die den Weg für den 11. September ebnete: Was in Afghanistan passiert, geht uns nichts an. Wenn er damit weitermacht, ist dies der größte Fehler seiner Präsidentschaft“, sagte Graham dem Sender „Fox News“ mit Blick auf die Angriffe von Islamisten in den USA mit vier gekaperten Flugzeugen im Jahr 2001.

Auch Liz Cheney aus der Fraktionsführung der Republikaner im Repräsentantenhaus kritisierte Trump. Seine Entscheidung werde „schlimme und vorhersehbare Folgen“ haben. „Die USA lassen unsere verbündeten Kurden im Stich, die vor Ort gegen den islamischen Staat (IS) gekämpft und zum Schutz des US-Heimatlandes beigetragen haben. Diese Entscheidung hilft den Gegnern der USA, Russland, dem Iran und der Türkei und ebnet den Weg für ein Wiederaufleben des IS.“ Sie kündigte an: „Der Kongress muss und wird handeln, um die katastrophalen Auswirkungen dieser Entscheidung zu begrenzen.“,

US-Außenminister Mike Pompeo verteidigt den Truppenrückzug. „Die Vereinigten Staaten haben der Türkei kein grünes Licht für eine Invasion in Syrien gegeben“, sagte er dem Sender PBS. Er fügte hinzu, Ankara habe „berechtigte Sicherheitsbedenken“ und Präsident Donald Trump habe beschlossen, amerikanische Soldaten in Sicherheit zu bringen.

Mit dem Truppenabzug ebneten die USA den Weg für einen Militäreinsatz der Türkei gegen die Kurden-Miliz YPG in Nordsyrien. Ungeachtet massiver internationaler Kritik hat am Mittwoch der türkische Militäreinsatz im Nordosten Syriens begonnen.

Mehr: Erdogan gibt den Befehl für die Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien – Trump kritisiert den Einmarsch

Von

ap

Kommentare (1)

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Frau Marianne Schad

10.10.2019, 09:33 Uhr

Ich höre keinen Aufschrei der Europäer, der Bundesregierung. Man lässt Erdogan gewähren, es ist völkerrechtswidrig in Syrien einzumarschieren. Kurz vorher war Herr Seehofer bei Erdogan, er wusste also von den bevorstehenden Kriegshandlungen. Die Flüchtlinge landen dann wieder in Deutschland, da wir ja keine Grenzen schützen können. Wo ist da die Verteidigung unserer Werte, wie unsere Kanzlerin immer zu sagen pflegt. Es ist zum Schreien, diese Verlogenheit unserer Politiker.

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