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22.10.2019

14:44

USA

US-Präsident Trump bezeichnet Amtsenthebungsverfahren als „Lynchmord“

Der US-Präsident sorgt erneut mit einer Formulierung für Entsetzen. Der Begriff „Lynchmord“ wird in den USA mit rassistisch motivierten Tötungen in Verbindung gebracht.

US-Präsident Trump hatte das Vorgehen gegen ihn Anfang Oktober bereits als „Putsch“ bezeichnet. AP

Donald Trump

US-Präsident Trump hatte das Vorgehen gegen ihn Anfang Oktober bereits als „Putsch“ bezeichnet.

Washington US-Präsident Donald Trump hat das von den Demokraten gegen ihn angestrengte Amtsenthebungsverfahren als „Lynchmord“ bezeichnet. Er werde jedoch als Sieger aus dem Verfahren hervorgehen, zeigte sich Trump am Dienstag zuversichtlich. „Alle Republikaner müssen sich daran erinnern, was sie hier erleben – einen Lynchmord“, schrieb er auf Twitter. Und fügte hinzu: „Aber wir werden gewinnen.“

Trump hatte das Vorgehen gegen ihn Anfang Oktober bereits als „Putsch“ bezeichnet. Der Begriff „Lynchmord“ wird in den USA historisch zumeist mit brutalen rassistisch motivierten Tötungen Schwarzer in den Südstaaten in Verbindung gebracht.

Ein demokratischer Abgeordneter aus dem Bundesstaat South Carolina, James Clyburn, verurteilte die Wortwahl des Präsidenten als „aufhetzend“. „Das ist ein Wort, das kein Präsident auf sich selbst bezogen nutzen sollte“, sagte er dem Nachrichtensender CNN. „Das ist ein Wort, mit dem wir sehr, sehr vorsichtig umgehen sollten.“

Die kalifornische Abgeordnete Karen Bass sagte, die Wortwahl passe zu Trumps Verhalten, „rassistische Bomben“ zu werfen.

Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten im September Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs eingeleitet. Trump wird vorgeworfen, den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in einem Telefonat Ende Juli zu Ermittlungen gegen seinen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermuntert zu haben.

Die Demokraten sehen darin einen Versuch Trumps, die Wahl mit Hilfe einer ausländischen Regierung zu gewinnen. Zudem soll er Hilfsgelder als Druckmittel eingesetzt haben. Trump bestreitet alle Vorwürfe.

Drei ermittelnde Parlamentsausschüsse vernehmen derzeit Zeugen. Am Dienstag sollte etwa der geschäftsführende US-Botschafter in Kiew, William Taylor, hinter verschlossenen Türen dazu aussagen.

Mehr: „Seien Sie kein Arsch, okay?“ – Hillary Clinton verspottet Trump mit falschem Kennedy-Brief.

Kommentare (2)

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Herr Hartmut Seinsch

22.10.2019, 16:58 Uhr

Schauen Sie doch mal die Bedeutung von "lynching" bei Wikipedia nach. Da wird zwar die Tötung von Schwarzen hervorgehoben, aber auch darauf hingewiesen, dass lynching in allen Gesellschaften stattfand und noch immer stattfindet. Es bedeutet nichts anderes als die Tötung eines Menschen durch einen Mob. Ich halte die Rassismus-Konnotation für manipulativ.

Herr Helmut Metz

22.10.2019, 17:31 Uhr

Mit der Selbstzertrümmerung der linken US-Mainstream-Lückenmedien und der zunehmend sozialistischen Demokratischen Partei wird auch die üble Political Correctness mit ihren Denk- und Sprechverboten komplett zertrümmert werden.
Das Pendant zur "Nazi-Keule" in Deutschland ist nun einmal vor allem die "Rassismus-Keule" in den USA...

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